Ist der Flughafen-Tower bald Geschichte?

saab sensis remote tower

Wenn es nach der Deutschen Flugsicherung DFS geht, könnten schon bald die Tower an deutschen Flughäfen nur noch verwaiste Monolithen sein. Grund sind die geringen Auslastungen an kleineren Airports und damit verbundene Personalkosten. Der Ersatz dafür wäre dann nicht weniger als eine kleine Revolution in der Luftfahrt.

Laut einem Bericht der Leipziger Volkszeitung sollen als erstes die Tower der Flughäfen Erfurt, Dresden und Braunschweig dran sein. Allerdings wird der Luftraum um diese Airports dann natürlich nicht unkontrolliert bleiben: Gemeinsam mit Flughäfen in Schweden sollen sie Teil eines Feldversuchs für ein europaweites System werden, bei dem das sogenannte Remote-Tower-Konzept umgesetzt werden soll.

Dabei sollen mit Hilfe einer Technologie von Saab Sensis immer mehrere virtuelle Tower an einem Standort zusammengefasst werden. Das bedeutet im Endeffekt, dass die Fluglotsen die Fahrzeugbewegungen an einem Flughafen aus der Ferne mit Hilfe digitaler Kameras und anderer Sensoren überwachen. Zudem soll so die Pünktlichkeit an den Flughäfen erhöht werden, weil mit diesem System auch bei schlechten Sichtbedingungen deutlich besser gearbeitet werden kann.

Ziel ist es natürlich, die Kosten für den Betrieb der Tower an den jeweiligen Standorten zu reduzieren, insbesondere dürften hierbei Dinge wie Gebäudeinstandhaltung und Personalkosten sein – immerhin gelten für die DFS die Lotsen in den Towern kleinerer Flughäfen aufgrund der wenigen Starts und Landungen als eher unterbeschäftigt. Sollte sich das System im Testbetrieb bewähren, so erwägt man, es auch an größeren Airports wie etwa Frankfurt, Düsseldorf oder Berlin einzusetzen. [Saab Sensis, LVZ via airliners.de]

Bild: Saab Sensis

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  1. Etwas später könnten die Fluglotsen ganz überflüssig werden…
    Dann ist mit der Ausnutzung der Monopol- Position bei Streiks ENDE.
    Weil aber bei Flugsicherung auch Beamte sind, könnte man diese nicht entlassen, aber z.B. zum „Politessen“ umschulen…

    Wenn die großen Flugzeuge mit Differenzial- GPS deren Position bis auf ca. 50 cm genau bestimmen,
    und die GPS- Positionen live zum zentralen koordinations- Software senden, wird der Rest automatisch berechnet.
    Wegen der Redundanz kann das System neben GPS, auch russische- Glonass und EU- Galileo Navi- Satelliten nutzen.
    Technisch schon heute machbar, auch wenn so ein Verfahren noch zugelassen werden müsste.

    Ähnlich könnte / (wird) es den Zugführer ergehen.

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