Hands-on: The Last of Us – Demo-Ausflug ins Pilzkönigreich

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Gestern lud uns Sony Entertainment zu einem ausführlichen Hands-on zum am 14. Juni erscheinendenPS3-exklusiven Titel The Last of Us von Naughty Dog ein. Zwei neue Abschnitte waren spielbar und die vermittelten einen spektakulären Eindruck von Joel und Ellies schon im Vorfeld preisgekrönter Reise durch eine Endzeitwelt, in der kein Virus, sondern ein Pilz die Menschheit beinahe ausgerottet hat.

Das Pilzkönigreich von The Last of Us

Vielleicht hat der ein oder andere schon von dem parasitischen Pilz Ophiocordyceps unilateralis gehört, der manche Ameisen befällt und das Verhalten des Tieres dahingehend manipuliert, einen für das Wachstum des Pilzes optimalen Ort aufzusuchen, sich dort festzubeißen und zu sterben. The Last of Us greift die Fähigkeiten dieses unheimlichen Parasiten auf. Der Pilz hat es geschafft, den Menschen zu infizieren. Da er seinen Wirt aber zersetzt, trachtet er danach, zu fressen – und sich natürlich dadurch zu verbreiten. Geschaffen ist die alternative Zombiepandemie.

20 Jahre nach dem Ausbruch setzt die Handlung ein. Mutter Natur hat sich die Metropolen weitestgehend einverleibt. Die wenigen Überlebenden befinden sich in vom Militär kontrollierten Quarantänezonen. Protagonist Joel, ein Schmuggler, gibt im Plot einem alten Freund das Versprechen, die 14-jährige Ellie zu beschützen und zum Widerstand der Glühwürmchen (engl. Fireflies) zu bringen. Die Reise durch die USA beginnt.

 

Ein Nachmittagsausflug, oder?

Von Anfang an beeindruckt die sagenhafte Atmosphäre in The Last of Us. Mitten im Wald bewegt sich jedes einzelne Blatt. Durch sie hindurch dringt die orangerote Abendsonne, Vögel zwitschern, ein Häschen flüchtest ins Dickicht – was für ein Idyll! Jeder Licht- und Soundeffekt ist durchdacht. Nach einigen Metern erreichen wir den Rand einer verlassenen Siedlung, kein Weg führt hinein. Also ist Kreativität gefragt: Ein Brett muss gefunden und mühevoll aufgestellt als Brücke über die Umzäunung herhalten. Die Interaktion mit der Umgebung fügt sich nahtlos ins Gameplay ein und wirkt absolut natürlich. Derartige Handgriffe sind weich im Bewegungsablauf und sehen nicht wie „auf festen Bahnen“ aus.

In dem kleinen Örtchen rührt sich nichts. Eine Geisterstadt, aber ob der malerischen Kulisse kein bisschen unheimlich. Ganz entspannt wären wir, würden wir nicht wissen, dass wir mit The Last of Us Suvival-Horror-Kost vor uns haben. Hinter jeder Tür, hinter jeder Ecke könnte der gemeingefährliche Fungus lauern. Aber – nichts.

Auf dem Weg untersuchen wir Spielplattenläden und sammeln Scheren, Nägel und anderes, um uns daraus Waffen zu bauen, deren Einsatz wir nicht erhoffen. Ellie, die nie die Welt kennen lernte, wie sie uns vertraut ist, steht verwundert vor Arcade-Automaten oder Schallplatten, kommentiert die Umgebung und Ereignisse während Joel sich wie beiläufig zu ihr dreht und mit ihr spricht. Was sich banal anhört, fühlt sich im Spiel unglaublich menschlich an, sodass man schnell Sympathien für beide Charaktere entwickelt und sorglos wird.

Auf einmal steht er neben uns! Ein vom Cordyceps befallener Mensch. Unsicher wie er reagieren wird, wird erstmal ordentlich drauf los geballert, bis das Magazin leer ist – und der Gegner noch steht… Verdammt, schon hängt er am Hals und wir segnen das Zeitliche. Beim nächsten Mal sind wir vorsichtiger, nicht zuletzt, weil die Steuerung nun in Fleisch und Blut übergegangen ist. Für mich war der PS3-Controller absolutes Neuland, weswegen ich mich anfänglich sehr unbeholfen anstellte. Trotz meiner Unfähigkeit sahen alle Bewegungen Joels flüssig und natürlich aus. Da haben sich die Entwickler wirklich Mühe gegeben. Schon nach wenigen Minuten hatte ich mich an die überraschend intuitive Tastenbelegung gewöhnt, was in Versuch 2 des Pilzmenschen Verhängnis war. Er verabschiedete sich blutig, ohne unsäglich zu splattern.

 

Wo geht es denn weiter?

thelastofus02Trotz der Geradlinigkeit vermittelt The Last of Us einen scheinbaren Open World-Charakter. Man sucht in einem an sich abgesteckten Areal in jedem Haus nach einer Tür, die nicht verrammelt ist. Man fühlt sich weder verloren, noch eingeschränkt. Schön ist, dass man sich selbst seinen Weg suchen muss, ohne dass ein Radar oder ein Pfeil einem das Ziel zeigt. Gelegentlich findet Ellie einen Weg und weist uns darauf hin. Das ist erfreulich unaufdringlich. Wo wir gerade bei der kleinen Göre sind: Selten verhielt sich eine Begleitfigur derart intelligent und brauchbar wie Ellie. Trotz ihrer 14 Jahre hat sie nicht nur eine ordentliche „bad language“ drauf, sondern verhält sich immer der Situation entsprechend. Klebt uns ein Gegner an der Gurgel und wir sehen uns schon den letzten Abschnitt wiederholend, reagiert der kesse Teenager und wirft mit Steinen oder nutzt Glasscherben als Waffe. Die feminine Seite von The Last of Us stand nicht ein einziges Mal im Weg oder starb aus „Dummheit“.

The Last of Us gibt der PS3-Ära einen krönenden Abschluss. Intuitives Gameplay, sagenhafte Schauplätze, eine perfekte Mischung aus langen, euch in Sicherheit wiegenden Passagen und Abschnitten, in der euch gleich zehn humanoide Schimmelflecken ans Leder wollen, sollten die nicht mehr allzu lange Wartezeit auf Sonys neue Heimkonsole um einiges erträglicher gestalten. Zum Release am 14. Juni 2013 wird das Spiel vollständig synchronisiert sein. Wenn die deutschen genauso gute Arbeit wie die amerikanischen Sprecher und sämtlichen anderen Mitarbeiter des Games leisten, steht uns mit The Last of Us ein Meisterwerk ins Haus.

 

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