Alles Banane: Donkey Kong Country Returns 3D getestet

Donkey Kong Country Returns 3D

Heute erscheint die 3D-Auflage des Wii-Hits Donkey Kong Country Returns für 3DS. 2 1/2 Jahre nach dem Original liefert Nintendo nochmal gute Arbeit ab. Was sich in dieser Zeit zwischen Wii-Version und 3DS-Portierung getan hat oder gleich geblieben ist, lest ihr im Test.

Ende 2010 war Donkey Kong Country Returns die gefeierte Wiederbelebung der Serie, die schon seit einiger Zeit keinen eigentlichen Ableger mehr bekommen hatte. Als Nintendo vor einigen Monaten dann keine zwei Jahre nach dem Original eine 3D-Neuauflage ankündigte, war man etwas skeptisch. Im Test hat sich dieser Eindruck nicht bestätigt. Warum Donkey Kong Country Returns 3D sich doch lohnt (gerade unterwegs), möchten wir euch nicht vorenthalten.

 

Die Story

Dass Nintendo in seinen großen Marken große erzählerische Änderungen vornimmt, ist äußerst selten der Fall. Auch dramatische Wendungen in der Story sind ungewöhnlich. Da macht auch des Kongs neues 3D-Abenteuer keine Ausnahme. Trotzdem wurde das klassische Feindbild des Kremlings, angeführt von King K. Rool, durch den wie aus dem Nichts auftauchenden Tiki-Stamm ersetzt. Wie sollte es anders sein, reißt der sich sämtliche Bananen der Insel und aus Donkey Kongs Vorrat unter den Nagel und hypnotisiert zu guter Letzt auch noch sämtliche Tiere des Dschungels. Nur der Primat scheint von der Gehirnwäsche unbeeindruckt.

So schnappt er sich seinen kleinen Freund Diddy Kong und startet seinen affigen Rachefeldzug. Auf seinem Weg, die Bananen wieder zurück zu bringen, durchläuft der Schlipsträger acht abwechslungsreiche Welten, die recht linear ablaufen. Wer genug Medaillen sammelt, kann je eine alternative Route einschlagen. Anfangs trabt es sich noch recht gemütlich durch den Dschungel, später geht der Schwierigkeitsgrad von Donkey Kong Country Returns 3D teils bis an die Grenzen, gerade, wenn man sämtliche K.O.N.G-Symbole und Puzzelteile einsammeln oder einen Level in Bestzeit absolvieren möchte. Nur dann schafft ihr einen 100 prozentigen Spielabschluss.

Typisch knackig sind die aus der Serie bekannten Lorenfahrten oder einiges an Reaktion abverlangenden Fässer-Kanonen-Abschnitte. Anders als in früheren Ablegern, steuert ihr ausschließlich Donkey Kong. Diddy springt auf euren Rücken und unterstützt euch mit zwei zusätzlichen Lebenspunkten und weiteren Sprüngen via Jetpack. Lediglich im Zweispieler läuft DKs Sidekick auch auf eigenen Beinen.

 

Knüppelhart, aber nicht endlos frustig

Wenn man nach jedem Schritt anhalten muss, um nicht von einem wahren Kanonenkugelgewitter erfasst zu werden und mit seinen zwei Herzen noch ein zerbrechliches Fass mit sich herumschleppen muss, wird nicht selten zur Übersichtskarte zurück kehren. Im Verlauf erhaltet ihr genug Ballons, die Donkey Kong vor dem endgültigen Game Over-Bildschirm bewahren. So kann ein Level noch so schwer sein, packt einen erst einmal der Ehrgeiz, schafft man ihn früher oder später.

Außerdem hat Nintendo einen Hilfe-Modus integriert, ähnlich wie schon in Super Mario 3D Land. Kommt ihr auf Biegen und Brechen nicht weiter, könnt ihr den Assistenten aktivieren. Sodann erscheint ein silberner DK, der die 2,5D-Welt wahrlich meisterlich durchläuft. Schön ist, dass ihr ihn jederzeit unterbrechen und selbst wieder die Kontrolle übernehmen könnt. So geht nicht der komplette Spielspaß nach einer Herausforderung flöten.

Donkey Kong Country Returns

Kein Level gleicht dem anderen. Das hält die Motivation oben. Bild: Nintendo.

Einziger Haken des Hilfsmodus: Sämtliche Sammelobjekte werden nicht eurem Konto gutgeschrieben. Gerade für Einsteiger dürfte die Funktion hilfreich sein, die bloß das Spiel einmalig durchlaufen wollen. Wer allerdings mehr möchte, daneben auch eine zusätzliche 3DS-exklusive Welt, der muss sie sich auch selbst verdienen.

Des Weiteren verfügt die 3DS-Version über zwei Spielmodi. Den herkömmlichen aus der Wii-Version und den „Neuen Modus“. Dort könnt ihr mehr Treffer einstecken und in Crankys Laden hilfreiche Items wie einen Schutztrank kaufen. Das ist besonders einsteigerfreundlich.

 

Etwas affig: Die Steuerung

Stürzt ihr euch ins Abenteuer von Donkey Kong Country Returns 3D, könnt ihr zwischen zwei festgelegten Knopfbelegungen wählen. Steuerung A belegt die Tasten etwas komfortabler, nutzt aber das Schiebepad des 3DS, was für ein Jump ‚n‘ Run ungemütlich ist. Steuerung B manövriert den Affen mittels Steuerkreuz durch Dschungel, Tempel und Minen, dafür ist die Belegung für Sprünge und Angriffe gewöhnungsbedürftiger. Aber keine Sorge, beide Steuermöglichkeiten gehen nach etwas Einarbeitungszeit in Fleisch und Blut über.

Nicht nur zuletzt aufgrund der anderen Hardware hat sich DKs Neuauflage von der gegen Ende der Wii-Ära etwas ausgearteten Fuchtelsteuerung abgewandt. Dahingehend kann man doch von einem Fortschritt sprechen, wenn auch eine individuelle Belegung der Knöpfe wünschenswert wäre. Werdet ihr mit einer Steuerung einfach nicht warm, lässt sie sich einfach wechseln und ist zum Glück nicht pro Spielstand – von denen es drei gibt – einmal ausgewählt für immer fest.

 

Herrlicher Sound in Donkey Kong Country Returns 3D

Schon nach wenigen Abschnitten kommt das wohlig warme Retrogefühl auf. Die Musikuntermalung tut ihr Übriges. Der bekannte Mix aus rhythmischen Trommelbeats treibt das Spiel an und macht das Erlebnis noch um einiges atmosphärischer. Viele der Stücke sind bekannt und werden durch neuen Musiken erweitert. Man muss aber schon genau hinhören, um sie zu erkennen, denn sie fügen sich nahtlos in das Konzept ein. Übrige Soundeffekte wollen wir natürlich nicht vernachlässigen. Auch sie tragen zur dichten Atmosphäre von Donkey Kong Country Returns 3D bei. Kopfhörer sind natürlich nochmal ein Plus.

 

Die Grafik

Schon vor zweieinhalb Jahren war die Wii-Version ein Hingucker mit satten Farben und vielen Details. Die Texturen sind natürlich etwas schwächer, trotzdem sehen die Areale immer noch wie aus der Hand eines Malers aus. Auffällig ist, dass die Farben etwas blasser dargestellt werden. Ich persönlich fand diesen Umstand angenehm, da manche Nintendo-Farbexplosion schonmal für tränende Augen sorgte.

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Dünn gesät, aber optisch absolutes Highlight: Die Silhouetten-Level. Bild: Nintendo.

Absolutes Highlight sind die raren Silhouetten-Level. An ihnen kann man sich gar nicht genug satt sehen. Alles im Vordergrund in knackigem Scharz, lediglich Donkey Kongs Krawatte und Diddys Outfit leuchten rot. Die Hintergründe zeigen atemberaubend farbintensive Sonnenuntergänge am Meer. Der 3D-Effekt kommt hier besonders gut heraus. Anonsten fügt er sich auch passend ins Game ein, da ihr mittels Kanonenfass schonmal in die hintere Ebene des Spiels katapultiert werdet.

 

Fazit

Donkey Kong Jump ‚n‘ Runs sind großartige Vertreter des Genres. Zwar erscheint heute die 3D-Version erst 2 1/2 Jahre nach dem Ur-Release, weswegen man sich vielleicht eher etwas Neues gewünscht hätte, aber gerade für unterwegs könnte sich kaum ein Spiel besser eignen. Kurzweilige und abwechslungsreiche Level mit ordentlichem Schwierigkeitsgrad, die sich perfekt für eine Fahrt im Bus, etc. eignen. Der spielerische Anspruch und die Vielfalt machen Donkey Kong Country Returns 3D zu einem packenden Game. Selbst der kleine Bildschirm vermag nicht diesen Eindruck zu mindern. Im Gegenteil: Der 3D-Effekt stützt die karibische Atmosphäre. Bis man alle Extras eingesammelt hat, um den versteckten Abschnitt freizuschalten, dürfte auch genügend Zeit ins Land gehen.

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