Porsche: Panamera S E-Hybrid verbraucht bei Testfahrten 4,4 l/100 km

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Porsche versucht mit Testfahrten unter realen Bedingungen dem Vorurteil entgegen zu treten, dass der Benzinverbrauch von Hybridautos deutlich mehr als den angegebenen Durchschnittsverbrauch liegt. Das klappte zumindest teilweise.

Bei Hybridautos gibt es immer wieder Auseinandersetzungen über Testverbräuche und den Benzinbedarf in der Realität: Die Differenzen sind zu groß, heißt es seitens der Kritiker. Porsche hat nun den Luxuswagen Panamera S E-Hybrid von Journalisten in der Stadt, auf der Landstraße und der Autobahn fahren lassen – und 4,4 Liter verbraucht. Der sogenannte Norm-Verbrauch nach NEFZ liegt bei 3,1 Litern. Das zeigt zwar, dass der Verbrauch in der Realität höher ist – allerdings haben sich die Journalisten auch nicht an den Testzyklus gehalten sondern fuhren das Fahrzeug so, wie es der Verkehr zuließ.

Bestwert bei 2,8 l pro 100 Kilometer

Die Journalisten veranstalteten 42 Testfahrten mit dem Panamera S E-Hybrid. Dabei wurde eine Gesamtdistanz von mehr als 1.200 Kilometern zurück gelegt und im Schnitt 4,4 l/100 km verbraucht. Der Bestwert lag auf einer Runde bei lediglich 2,8 l/100 km. Der sogenannte NEFZ-Verbrauch liegt bei 3,1 l/100 km.

Bei den Testfahrten saßen jeweils drei bis vier Personen im Auto, die Klimaanlagen waren eingeschaltet und teilweise ließen sich die Kollegen nicht lumpen und fuhren bis zu 230 km/h. Die insgesamt 28,7 Kilometer lange Testrunde durch und um die Stadt Hockenheim herum setzte sich aus 6,5 Kilometer Stadtfahrt, 9,2 Kilometer Landstraßen und 13 Kilometer zum Teil unlimitierte Autobahn zusammen.

Der Luxuswagen einen 9,4-kWh-Lithium-Ionen-Akku an Bord, der vom Stromnetz aus und durch Rekuperaton geladen wird. Mit dem Ladegerät kann der Akku an einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose in 4 Stunden wieder aufgeladen werden.

Bis zu 36 Kilometer als reines Elektroauto nutzbar

Die rein elektrische Reichweite gibt Porsche mit 36 Kilometern an. Diese Strecke konnte bei den Testfahren bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 54 km/h erreicht werden. Bei den Normverbrauchsermittlung im NEFZ liegt die Geschwindigkeit eigentlich bei 33 km/h. Hier verhindern die Angaben des Testzyklus also sogar Angaben zur realen Leistungsfähigkeit.

Der Panamera S E-Hybrid bietet eine kombinierte Systemleistung von 416 PS (306 kW), beschleunigt von null auf 100 km/h in 5,5 Sekunden und ist bis zu 270 km/h schnell. Der Elektroantrieb leistet mit 95 PS (70 kW) und damit doppelt so viel wie der Vorgänger.

Dank zuschaltbarem E-Motor kann das Fahrzeug aus dem Stand auf 100 km/h in 5,5 Sekunden beschleunigen. Dabei greifen sowohl Verbrennungsmotor als auch Elektroantrieb zu. Das klappt auch beim Überholen im Kickdown-Modus. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 270 km/h. Eine witzige Funktion ist das “Segeln”. Dabei wird der Verbrennungsmotor ausgeschaltet und entkuppelt sowie die Energie-Rückgewinnung eingeschaltet.

Das Auto kostet ab 110.409 Euro. Bei den Händlern ist der neue Panamera S E-Hybrid am 27. Juli 2013.

Panamera S E-Hybrid

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Panamera 4S
Panamera 4S
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  1. 4,4l zu 3,1l sind satte 42% !
    Und wenn der Wagen 32km rein elektrisch fahren kann ist es wohl auch keine Kunst
    Bei Testrunden von 28,7 km einen Verbrauch von 2,8l zu realisieren.
    Wiedermal ein Beitrag zum Thema Volksverdummung.

  2. Panamera Hybrid fährt man höchstens aus Image-Gründen. Hatte selbst einen “alten” Panamera Hybrid als Ersatzwagen. Verbrauch ca. 1Liter weniger als beim Panamera4 und das mit angepasster fahrweise. Bei identischer fahrweise hätte der Hybrid vermutlich genau gleich viel wie der 4er gesoffen.

  3. Die Akkuleistung entspricht einem Benzinbrennwert von ca. 10 Litern. Verbrauch 9,4kWh/36km, entspricht also ca. 28l/100km. Jetzt wird in Kraftwerken aber kein Benzin verbrannt, sondern Steinkohle. Die hat ungefähr den doppelten Brennwert. Dann sind wir bei 14l/100km Benzinequivalent. Leider ist die Erzeugung des Stroms und der Überland-Stromtransport stark verlustbehaftet, aus unseren Steckdosen kommen ca. nur 40% des erzeugten Stromes. Dann sind wir bei ca. 30l/100km Benzinequivalent. Sind wir mal großzügig und gehen davon aus, daß die Hälfte des Stromes aus erneuerbaren Energiequellen stammt und tun so, als ob es diese umsonst gäbe. Dann sind wir wieder bei 15l/100km. Das ist so ziemlich genau so viel, wie die Karre ohne E-Motor verbraucht. Da fragt man sich schon, wo jetzt der Gewinn liegt. Ach ja, auf Porsches Bankkonto.

    1. @Stefan: -> Deine Berechnung kann ich nicht nachvollziehen. Dein Benzinbrennwert Akkuleistungs- Vergleich scheint falsch. Der Energiegehalt von Benzin liegt bei ca. 8,5kWh pro Liter. Also entspricht die Leistung des Akkus doch eigentlich nur dem Gegenwert von 1,1 Liter Benzin, oder?

  4. Natürlich ist die Kritik hier gerechtfertigt. Allerdings muss man sich bewusst machen, dass wir hier noch in den Kinderschuhen stecken. Mit der Energiepolitik der vergangenen Jahre wären wir auch noch in 30jahren unrentabel was PHEVs angeht. Hier geht es um die Industrialisierung der Technologien – darin liegt der Gewinn solcher Fahrzeuge. Wie rentabel die Fahrzeuge aus monetärer Sicht für die unternehmen sind sieht man beispielsweise an der abkündigung des i8 durch BMW. Also bitte etwas langfristig denken…

    1. Diese Kinderschuhe wird sie auch nie verlassen solange sie den Ballast eines über 125 Jahre alten Benzinmotors mitschleppt. Die Bahn fährt ja auch nicht mehr mit Dampflocks.

  5. Die hoch aufgeladenen Beiträge hier zeigen mal wieder eindrucksvoll,
    wie begehrenswert die Boliden aus dem Hause Porsche in Wirklichkeit sind…

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