Dieser Avatar hilft Schizophreniepatienten bei der Heilung

Avatar

Wissenschaftler am University College London entwickeln eine Methode, mit deren Hilfe Schizophreniepatienten ihre Halluzinationen unter Kontrolle bekommen können. Dabei erstellen die Patienten einen Avatar am Computer, der als Stand-In für die körperlose Stimme fungiert.

Schizophrenie tritt laut UCL bei ungefähr einem Prozent der Weltbevölkerung auf. Gängige Symptome sind dabei Wahnvorstellungen und das Gefühl, das eigene Leben werde von Stimmen begleitet. Diese sind oft aggressiv oder böse, und drohen dem Schizophrenen beispielsweise, ihn oder seine Umgebung zu verletzen.

Bei der neuen Methode wählt der Patient nun zunächst ein Gesicht und eine Stimme aus, von denen er glaubt, dass sie zu der ihn plagenden Halluzination passen. Die Lippen des Avatars werden mit der Stimme synchronisiert, so dass ein Therapeut durch das digitale Konterfei mit dem Patienten sprechen kann.

Die erste Studie, in der sechzehn Patienten bis zu sieben Sitzungen à dreißig Minuten ausgesetzt waren, zeige gute Ergebnisse: Bei drei der Patienten verschwanden die Stimmen ganz, und beinahe alle Teilnehmer vermeldeten eine Verbesserung ihres Zustandes.

„Das Wunderbare an dieser Therapie liegt in ihrer kurzen Dauer. Die meisten anderen psychologischen Therapien für diese Krankheit sind teuer und brauchen viele Monate, um ein Ergebnis zu erzielen. Wenn wir es schaffen, die Effektivität dieser Behandlung zu demonstrieren, könnte sie innerhalb weniger Jahre in Großbritannien weit verbreitet sein“, so Professor Thomas Craig, der die nächste, größere Studie mit dem System am King’s College London leiten wird.

[UCL News], via [BBC, NewScientist]

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  1. Beim Anblick des Avatars krieg ich schon so leichte Panik. Das Konzept zielt wohl eher darauf ab, von der Schizophrenie in ein Trauma zu gelangen.

  2. Die Idee ist an sich nicht wirklich neu. Ich sehe hier Ähnlichkeit mit dem Phantomschmerz bei Menschen mit Amputationen. Durch die Spiegeltherapie bekommt der Schmerz eine Form und ist deshalb auch unter Kontrolle zu kriegen. Der Mensch braucht für alles, was nicht greifbar ist und außerhalb seiner Kontrolle liegt einen Ersatz. Also eben eine Puppe, der man die Stimmen zuordnen kann. Mal abgesehen davon, bin ich der Meinung, dass jeder der an Schizophrenie erkrankt ein gewisses Eigenverschulden trägt. Alkohol, Drogen, Medikamente erhöhen die Wahrscheinlichkeit an Schizophrenie zu erkranken.

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