US-Marine will Flugzeugträger als 3D-Waffendrucker verwenden

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Wer heute 3D-Druck erwähnt, der wird sofort mit dem Argument konfrontiert, dass man damit auch Waffen im Wohnzimmer drucken könnte. Eigentlich ziemlicher Unsinn könnte man meinen, aber das Armed Forces Journal stellt genau solche Pläne vor: den 3D-Druck von Kriegswaffen an Bord von Flugzeugträgern.

Nach Angaben von Lieutenant Commander Michael Llenza, liegt die Zukunft der US-Marine im Umbau von Flugzeugträgern in schwimmende Fabriken. Jeder soll eine riesige Armada von 3D-Druckern tragen, die Waffen, Drohnen und sogar Unterkünfte auswerfen können. Mit dieser Art von schwimmender Fabrik sollen künftig große Mengen Geld gespart werden, weil erst an Ort und Stelle das wirklich erforderliche Material erstellt wird. Beispielsweise entsteht beim Lagern von zylindrischen Projektilen
ein Hohlraum. Das addiert sich auf unglaublich große Mengen Leerraum, natürlich auch bei allen anderen Gerätschaften, die transportiert werden. Rechteckige Rohmaterialien für den 3D-Druck würden den Platz viel besser ausnutzen.

Derzeit gibt es diverse Forschungsprojekte, die den einen oder anderen Aspekts dieser Idee aufgreifen. Llenza hat eine Reihe von Beispielen aufgeführt, unter anderem das System Contour Crafting. Das ist ein 3D-Drucksystem in Hausgröße. Außerdem zeigt er einige Drohnenprojekte auf, bei denen das Flugzeug praktisch über Nacht hergestellt wird.

Die Uni von Virginia hat ein UAV ausgedruckt, das mit einem preiswerten Android-Phone bestückt wird, dessen Kamera Luftbildaufnahmen anfertigt. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei rund 70 km/h liegen. Allerdings stürzte das unbemannte Flugobjekt beim ersten Flug ab. Die Studenten gingen einfach ins Labor zurück, druckten den beschädigten Teil neu aus und setzten ihn direkt wieder an. Das wäre natürlich für jeden Luftwaffenkommandeur eine geniale Sache. Ein Fernziel könnte es sein, eine Drohne zu entwickeln, die direkt aus dem Drucker heraus flugfähig ist: Die Elektronik und die Antriebstechnik könnte schon an Ort und Stelle eingebaut sein. Eine Möglichkeit, vor Ort Ersatzdrohnen auf einem Schiff auszudrucken, Material für Landstützpunkte herzustellen oder auch nur Zieldarstellungskörper zum Training zu bauen wäre eine geniale Sache für die Marine.

Natürlich muss vor der Verwirklichung solcher Träume noch sehr viel getan werden. 3D Druck ist derzeit unglaublich teuer und die Stabilität der meisten ausgedruckten Gegenstände ist mehr als zweifelhaft. Es ist derzeit für praktisch alle Bereiche vollkommen undenkbar, Ersatzteile die mechanisch beansprucht werden, zu drucken. Dennoch ist das Konzept eine interessante Idee.

Llenza schreibt am Ende seines Artikels etwas provokant, dass es bei der beinahe katastrophal verlaufenen Apollo 13 doch sehr angenehm gewesen wäre, wenn die Crew einfach die erforderlichen Teile per CAD-Modell von der Bodenkontrolle erhalten hätte um sie auszudrucken.

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Rendering des Contour Crafting Systems. Die Uni Southern California will 3D-Druck für den Hausbau vorantreiben.

[Via Armed Forces Journal, gizmodo.com]

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