Nach Brand: Das chinesische Twitter verbietet Trauer-Emoticons

Weibo

Eine offene Diskussion erlauben oder die Debatte im Keim ersticken? Wieder einmal haben sich die Zensoren in China für letzteres entschieden. Nachdem am Montag bei einem Brand in einer Hühnerfarm 120 Menschen ums Leben gekommen waren, schränkte nun auch Sina Weibo, das chinesische Pendant zu Twitter, eine offene Diskussion über die Tragödie ein.

Sina Weibo ist der beliebteste Microblogging-Dienst in China und die einzige wirkliche Alternative zu Twitter und Facebook, die schon vor Jahren von der Regierung gesperrt wurden. Negative Schlagzeilen machte Weibo in der Vergangenheit immer wieder, wenn der Dienst unliebsame Diskussionen zensierte oder die Accounts von Regimekritikern wie dem Künstler Ai Weiwei sperrte.

Nach dem Feuer in der Provinz Jilin untersagte Weibo nun das Verwenden von bestimmten Emoticons, mit denen chinesische Nutzer ihrer Trauer über die Opfer zum Ausdruck bringen wollten wie Kerzen oder schwarze Bänder. Auch Diskussionsbeiträge wurden gelöscht.

Viele Nutzer reagierten mit Wut und Unverständnis. So kommentierte etwa der Nutzer @dapengkantianxia:
„119 Menschen sterben in Jilin – und das ist das Einzige, was der Regierung dazu einfällt?“

[via MinistryOfTofu]

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