PRISM: Überwacht die NSA Google, Facebook und Apple?

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Die National Security Agency hat angeblich seit 2007 im großen Stil Daten von Internetdiensten gesammelt. Laut kürzlich veröffentlichten Dokumenten zum Geheimprojekt „PRISM“ sind u.a. Google, Facebook, Microsoft, Yahoo und Apple involviert. Die Unternehmen bestreiten, den US-Behörden direkten Zugang zu ihren Servern gewährt zu haben.

Edward Snowden, ein ehemaliger technischer Assistent, der im Auftrag von Dell und Booz Allen für die NSA gearbeitet hatte, trat mit den Geheimdokumenten an die Öffentlichkeit. Wie er gegenüber Guardian und Washington Post erklärte, wolle er nicht in einer Welt leben „in der alles was ich mache und sage aufgezeichnet wird.“

Die von der Post gezeigten Ausschnitte aus den Dossiers sind brisant. Nachdem demonstriert wird, dass der Hauptteil des globalen Datenverkehrs über die USA läuft, werden die Provider aufgelistet, von denen Daten gesammelt würden. Angeblich ist Microsoft dem Programm bereits 2007 beigetreten, Yahoo, Google und Facebook folgten in den Jahren darauf. Als abrufbare Daten der Unternehmen werden unter anderem Email, Video- und Voicechat, Photos, Datentransfers und generell gespeicherte Informationen genannt. Laut Snowden könne man „E-Mails, Passwörter, Gesprächsdaten, Kreditkarteninformationen“ bekommen.

In Reaktion auf die Enthüllungen reagierten die Chefs von Google und Facebook mit Dementis. Larry Page und Mark Zuckerberg betonten persönlich, dass sie keiner Regierung direkten Zugang zu ihren Servern gewähren würden. NSA-Geheimdienstchef James Clapper zeigte sich am Sonntag wütend über die Enthüllungen und sagte, PRISM sei ein Programm, dass intensiv von allen drei Staatsgewalten überwacht und kontrolliert werde.

[Guardian, Washington Post]

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  1. Wieder mal extrem peinlich für USA !
    Die Glaubwürdigkeit der USA sinkt weiter !

    Whistleblower Helden, wie
    Edward Snowden / Bradley Manning / Julian Assange / Mark Felt / Daniel Ellsberg / und Andere,
    kommen in Mode, und steigen im Werte- Bewusstsein der Menschheit immer mehr,
    und werden immer häufiger für peinliche Überraschungen bei der Aufdeckung von Verbrechen der Mächtigen sorgen.
    Die moderne technische Verbreitungsmöglichkeiten, wie z.B. Internet, unterstützen die Verbrechen der Mächtigen publik zu machen.
    Zum Wohle der Menschheit…

    Solche Whistleblower- Helden, verdienen Amnestie, und weltweite Anerkennung durch z.B. Nobel-Preise / Pulitzer-Preise !

  2. Zitat: “””Larry Page und Mark Zuckerberg betonten persönlich, dass sie keiner Regierung direkten Zugang zu ihren Servern gewähren würden.”””

    Damit geben die zu, „INDIREKTEN“ Zugang zu ihren Servern nicht verhindert oder geduldet zu haben.
    Sonst dürfte das Wort „direkten“ nicht in deren Statement enthalten sein.

    Firmen werden auch von den Regierungen zu Spitzel- Kooperation genötigt, weil bei Verweigerung von Kooperation bei illegalen Schnüffeldiensten, Sanktionen wie z.B. eine Steuerprüfung oder Konzessionsprobleme angedroht werden. Was bleibt dann dem CEO übrig …

    Theoretisch reicht auch, nur wenige Geheimdienstschnüffler bei solchen Schüssel- Firmen, an relevanten Position einzuschleusen, die dort z.B. von jeder Datensicherung eine Kopie an NSA weiterleiten…
    (Alternativ sind es durch Dienste erpresste Mitarbeiter der Firmen, die etwas im „Keller“ liegen haben.)

    Wahrscheinlich funktioniert es ähnlich bei allen 4 GSM- Netzbetreibern, um so inoffiziell alle Bewegungsdaten / Verbindungsdaten von allen Handy-Trägern seit Jahrzehnten zu stehlen.

    Die Regierungen sind meistens selbst die größten Verbrecher.
    Und die Märchen von Gerechtigkeit, Gleichheit für Jedermann, Genfer Konvention, Ethik, Moral, sind nur für das naive (dumme) Volk.
    Leider !

    1. Was bei der Sache für die meisten unklar ist: PRISM braucht keinen Zugang zu den Servern von Google oder Facebook, weil es die Daten direkt aus dem Internetverkehr sammelt und zusammenführt. Das macht die Sache ja so gefährlich. Wer meint, seine Daten sind sicher, solange er seine Mails nicht über GMail verschickt sondern über den eigenen Exchangeserver, hat nicht begriffen, was die da eigentlich abziehen.

  3. Wir sind längst gläsern. Aus diesem Grund habe ich einen (alten) Twitter-Account mit über 44000 (+) Followern abgeschossen. Z.B.

  4. Irgend wie traut sich hier Niemand dieses Thema richtig zu kommentieren.
    Ob die bereits (fast) Alle durch die gläserne Überwachung eingeschüchtert sind,
    ähnlich wie in der 1984 Saga (Nineteen Eighty-Four) von George Orwell ?
    Aber möglicherweise wird solche Einschüchterung beabsichtigt,
    damit Niemand etwas Unangenehmes gegen die Mächtigen rausfindet, ausspricht, schreibt, bzw. publiziert…
    Deshalb braucht die Menschheit mehr mutige Whistleblower Helden, und Unterstützer.

  5. Was regt ihr euch auf? PRISM wird wohl kaum das Ziel haben herauszufinden mit wem ihr zuletzt über Raubkopien geredet hat, es wird wohl eher benutzt um wichtige Verbrecher zu finden … Daher finde ich es nicht allzu schlimm.

    Was ich allerdings als CEO gemacht hätte, wäre das Angebot abzulehnen und so ans Licht kommen zu lassen.

    1. Weil es so viele mit deiner Haltung gibt, werden wir nicht das letzte PRISM erleben. Mach dir doch bitte mal Gedanken darüber, was es für jeden einzelnen bedeutet, auch wenn die Auswirkungen für dich jetzt nicht spürbar sind.
      Möchtest du wirklich, dass irgendwelche Behörden Zugang zu allen deinen Online-Daten haben. Sagen wir mal von den letzten 10 Jahren. Alles, was du getippt, gegoogelt, gefacebookt usw. usf. hast? Ganz abgesehen davon, dass es niemanden etwas angeht. Die einzigen Daten die sicher vor Mißbrauch sind, sind Daten, die nicht erhoben werden.
      Dass diese Daten nur dazu da sind um “wichtige Verbrecher” zu fangen, sollte niemand mehr glauben. Um so weniger, als das es von den Verantwortlichen immer behauptet wird^^

      1. Nicht nur Getipptes !
        Auch Alles was du gesprochen hast !!!
        Z.B. via Telefon oder via Voice- chat wie z.B. Skype.
        Deine Stimme wird aufgezeichnet, und mit Software in Text umgewandelt.
        (Ähnlich wie bei Diktiersoftware).
        Danach kann der Text vollautomatisch mit Software, z.B. nach regierungskritischen Wörtern durchsucht werden, und für genaue Auswertung selektiert werden.

      2. Richtig…….das wäre so als ob unsere Post, Päkchen und Pakete von der Post geöffnet werden, der Inhalt wird dann für immer Gespeichert und dann bekommt man es zugestellt……von jedem Bürger…
        Ich denke das will niemand hier.
        Warum soll das im WWW ok sein?

  6. Die Jahrzehnte gesammelten und gespeicherten Daten, können praktisch gegen jeden (auch gegen dich) missbraucht werden.

    Menschen die unverschuldet in Focus der Mächtigen geraten, werden gläsern transparent durchleuchtet, und können mit diesen Informationen erpresst oder zerstört werden.
    Die Schnüffler bzw. die Mächtigen, scannen bei Interesse alle deine Aktivitäten der letzten Jahrzehnten:
    Als Suchschlüssel nehmen die deine Kreditkartennummern, Emailadressen, Handynummern, Bankbewegungen, Internetaccounts, usw. , und wissen danach mehr über dich, als du es in Erinnerung hast.
    Damit kann man jeden (auch dich) gläsern analysieren, mundtot machen, durch Verunglimpfen bzw. Indiskretionen gesellschaftlich töten, zerstören !
    Und gegen deinen Willen, dich zu Regierungsdienlichen, ggf. auch illegalen Handlungen durch Erpressungen zwingen.
    Menschen mit kritischen politischen Einstellung zu aktuellen oder zukünftigen Regierungen, können damit verunglimpft / mundtot gemacht werden.
    Und was wenn die gespeicherten Daten in die Hände einer zukünftigen totalitären Regierung kommen ???
    Also wacht auf !

  7. Also wer bisher gedacht hat er sei unverfolgt im Netz unterwegs, der hat mein persönliches Mitleid ergattert. Seit Jahren ist bekannt, dass Unternehmen und Regierungen mitlesen können und das auch machen (z.B. AOL, die bei übernahme von ICQ sogar die Eigentumsrechte der ICQ-Texte mittels Lizenztext hatten). Davon unabhängig sollte nun wahrlich jedem klar sein, dass Unternehmen wie T-Kom, Google, Facebook und wie sie alle heissen allein durch die Anzahl ihrer Mitarbeiter ein ausreichend großes Potential an “schwarzen Schafen” haben, die entweder für sich oder für andere (z.B. Regierungen) Daten bereitstellen, klauen etc., das einzig “neue” an PRISM ist, dass nun ein weiterer Teil des Abhörapparates offiziell bekannt ist. Wer also sein halbes Leben bei FB postet, seine Bilder bei Flicker online stellt oder gar alles an Daten-Hab-und-Gut unbedingt auf Dropbox packen muss, ist schlicht selber schuld und sollte nicht überrascht sein, wenn die mal an ungewollter Stelle auftauchen. Kurzum: Wer Daten hat, die er für sich behalten möchte, sollte diese nicht auf die Straße legen und hoffen, dass niemand dran geht.

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