Test – LG 29EA93: 73-cm-Monitor-Monster

LGgizrank

73 Zentimeter. Das ist nicht der Titel eines neuen Wiesn- oder Mallorca-Hits, sondern die TFT-Bildschirmdiagonale des LG 29EA93. Um die Diagonale des 29-Zöllers richtig auszunutzen, setzt auf das 21:9-Format – eine eher ungewöhnliche Entscheidung, die aber durchaus Sinn macht.
Denn damit ist der LG 29EA93 zwar 109 cm breit, mit knapp 32 cm aber nur so hoch wie ein Standard-Monitor. Dennoch: Wer einen winzigen Designerschreibtisch sein Eigen nennt, braucht mit dem Gerät gar nicht anfangen. Dafür erhält man einen Bildschirm, der allein durch seine Abmessungen ein Blickfang ist. Das Format bietet eine interessante Auflösung: Der LG-Monitor stellt Inhalte in 2560 x 1080 Pixel dar. Sprich: Full-HD-Inhalte lassen sich locker ansehen und man hat seitlich sogar noch Platz.

LG 29EA93 im Praxiseinsatz

Was also kann man mit dieser Pixelmenge sinnvolles anstellen? Zunächst einmal kann man ganz locker zwei Webseiten parallel und Seite an Seite ansehen, ohne dass man sie verkleinern muss. Ebenso lassen sich locker drei Instanzen von Word nebeneinander öffnen und drei Seiten darstellen, ohne dass man etwas verkleinern muss – allerdings nur, wenn man die Ribbon-Leiste am oberen Rand ausblendet. Das ist auch eins der Mankos, das ich im Test feststelle: Während man seitlich massig Platz hat, geht dieser in der Höhe schnell aus. Ich hatte vor einigen Monaten einen Samsung Monitor zum Test, dessen Auflösung bei 2560 x 1440 Pixeln lag – eine deutlich angenehmere Höhe. Das allerdings sind Beschwerden auf sehr hohem Niveau. In der Praxis besticht der Monitor durch seine Helligkeit und den sehr guten Blickwinkel. Das verwendete IPS-Panel (eine Technik, die auch bei modernen Smartphones zum Einsatz kommt) sorgt für einen Blickwinkel von 178 Grad – sprich man kann den Kopf bequem bewegen und muss nicht in einer festen Position vor dem Monitor sitzen. Dazu kommt ein sehr guter Farbeindruck, Bilder auf dem Monitor sehen dem Original ähnlich.

An der Rückseite des Monitors findet sich ein ganzes Arsenal an Anschlüssen.

An der Rückseite des Monitors befindet sich ein ganzes Arsenal an Anschlüssen.

Anschlüsse

Auf der Rückseite des LG TFTs sammeln sich eine ganze Batterie an Anschlüssen: 1x Display Port, 2 x HDMI (einer mit MHL-Unterstützung), 1 x DVI Dual Link, 3 x USB 3.0 (zusätzlich ein USB-3.0-Hub-Anschluss), 1 x Audio In und 1 x Kopfhörer. Sprich, ihr könnt an den Monitor neben dem PC auch noch eine Playstation, ein Notebook und ein Handy mit MHL anschließen. Und dann? Ganz einfach: Splitscreen. Jeweils zwei Eingänge lassen sich zeitgleich aktivieren, per Bild-im-Bild-Funktion kann man beide Eingänge zeitgleich ansehen. Das klappt ziemlich gut, ist aber Beschränkungen unterworfen: Ist beispielsweise der PC per DVI angeschlossen (was der Standard sein dürfte) lässt sich ein zweites Gerät nur per DisplayPort anschließen – die Kombination HDMI/DVI ist nicht möglich. Schade, denn genau dies ist wahrscheinlich das häufigste Szenario. Zweimal HDMI klappt ebenfalls nicht. Damit schränkt LG leider den Einsatz der Bild-im-Bild-Funktion enorm ein. Alternativ kann man zwischen den Anschlüssen umschalten – hier hätte ich mir allerdings eine Komfortfunktion gewünscht, etwa eine dedizierte Taste, welche die Eingänge umschaltet. Stattdessen wechselt man jedes Mal über das On-Screen-Menü, jeder Wechsel benötigt mindestens sechs Klicks – auf Dauer nervt das.

USB 3.0 dagegen klappt gut, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind. Nummer 1: Ihr müsst die Treiber von dieser Seite installieren, damit Windows den Hub erkennt. Nummer 2: Ihr müsst den Monitor mit dem mitgelieferten Kabel mit einem USB 3.0 Anschluss an eurem PC anschließen. Da die Anschlüsse etwas schwer zugänglich sind (ich muss mich über Schreibtisch und Monitor beugen), nutze ich diese vor allem für PC-Komponenten wie meine Webcam oder den Xbox Controller. Zudem sind die Anschlüsse perfekt, um dort ein USB-Kabel für den Datenaustauch mit Tablet oder Smartphone anzubringen – so liegen diese nicht im Weg rum. Es ist Platz am PC frei und USB 3.0 liefert genügend Leistung, um Daten auszutauschen.

Multimedia und Gaming

In diesen beiden Kategorien kann der Monitor richtig auftrumpfen. Zuerst zu Multimedia: Wenn ihr euch den Monitor holt, investiert in ein Blu-Ray-Laufwerk – es lohnt sich. Denn diese liefern die notwendigen Daten, um das 21:9-Format richtig auszunutzen. Damit kann der Monitor sogar dem durchschnittlichen TV Konkurrenz machen.

Gamer kommen ebenfalls voll auf ihre Kosten. Seit ich Battlefield 3 und Borderlands 2 in der hohen Auflösung spiele, habe ich für die meisten Konsoleros mit ihrer 720p- oder 1080p-Grenze nur noch ein mitleidiges Lächeln übrig. Allerdings kommen nicht alle Spiele mit der fetten Auflösung zurecht: StarCraft 2 beispielweise steigt bei 1920 x 1080 aus, mehr geht nicht. Ähnlich sieht es mit älteren Spielen aus. Der LG 29EA93 stellt aber auch diese Auflösung sehr gut dar, wobei man teilweise etwas nachhelfen muss. Normalerweise schneidet der Monitor einfach links und rechts einen schwarzen Balken dar. Starcraft 2 dagegen bläht das Bild auf, was die Inhalte verzerrt. Beheben lässt sich dies, indem man im On-Screen-Menü „Ratio“ die Einstellung 1:1 wählt. Beim Zocken gibt es nichts zu meckern. Selbst bei schnellen Schwenks und Bildwechseln bleibt das Bild gestochen scharf, es gibt keine Schlieren oder Nachzieheffekte.

LG 29EA93

Der LG 29EA93 fällt vor allem durch sein ungewöhnliches Format auf.

Fazit

Der LG 29EA93 ist ein ordentlicher Monitor für Gamer, Video-Fans und Arbeitstiere – alle drei werden den Monitor so schnell nicht mehr hergeben wollen. Das Gerät bietet knackige Farben, ein sehr gutes Display und angenehm viele Anschlussmöglichkeiten. Es hakt allerdings beim On-Screen-Display. Darin sind oft viele Klicks und Suchen durch Untermenüs notwendig, um zur passenden Einstellung zu gelangen. Schade sind auch die Beschränkungen bezüglich HDMI, DVI und Display-Port, hier liefert LG leider keine Erklärung für diese Einschränkung. Wer zudem vor allem Bildbearbeitung durchführt, sollte sich in jedem Fall einen Monitor mit 2560 x 1440 Pixeln Auflösung ansehen und abwägen.

Die Preisempfehlung für den LG 29EA93 liegt bei 550 Euro. Tatsächlich ist er im Web, etwa bei Amazon bereits für 449 Euro erhältlich. Das ist zwar immer noch ein ordentlicher Brocken, allerdings ersetzt der LG 29EA93 locker zwei normale Monitore. Wer das Geld übrig hat, kann zuschlagen.

gizrank 35 Sterne

Auf einen Blick:

+ Auflösung

+ Bildqualität

+ Anschlüsse

– OSD

– Einschränkung bei Multi-Monitor

– Fester Standfuß

Tags :

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising