Der weltschnellste Supercomputer steht in China

tianhe-2 supercomputer

Der Supercomputer Watson mag zwar ein paar Jeopardy-Champions alt aussehen lassen oder vielleicht als Krankenschwester taugen, aber er kann dem neuen König des Zahlenverdrehens nicht mal das Wasser reichen: Dem 3,12-Millionen-Kerner Tianhe-2.

Der neue Tianhe-2 Supercomputer, der von Chinas Nationaler Universität für Verteidigungstechnologie im National Supercomputer Center Guangzho gebaut wurde, läuft mit einer proprietären Linux-Variante. Das System basiert auf 32.000 Xeon-Prozessoren, die von 48.000 Xeon Phi-Beschleunigern erweitert werden und so dank einem Petabyte Arbeitsspeicher auf die Geschwindigkeit von sage und schreibe 33.86 Petaflop/s – also 33,86 Billiarden Fließkommaberechnungen pro Sekunde – kommen.

Das ist das Doppelte (!) dessen, was der letztjährige Anführer der halbjährlich erscheinenden Top500-Liste, der 17,59 Petaflop/s schnelle Titan von den amerikanischen Oak Ridge National Labs, erreichen kann. Doch das Rennen um die Marke von einer Trillion Berechnungen pro Sekunde – dem Exoflop – geht jetzt erst so richtig los. Horst Simon, Deputy Director des Lawrence Berkeley National Laboratory, glaubt, dass die Exoflop-Marke noch vor Ende des Jahrzehnts genommen wird, sofern die Forscher einen Weg finden, ein solches Ungetüm mit Strom zu versorgen – der Tianhe-2 frisst immerhin schon jetzt stolze 17,8 Megawatt. Horst Simon erklärt weiter:

„Der steigende Trend in Sachen Energieeffizienz, auch wenn es wie ein stetiger Anstieg über die Zeit aussieht, ist tatsächlich ein einmaliger Sprung gewesen, der vom Wechsel auf Mehrkern/Beschleuniger[architekturen] in 2010 kommt. Dies ist ein nicht aufrechtzuerhaltender Trend bei der Abwesenheit neuer Technologie. Es gibt da keine Magie mehr – wir sind am Limit. Im Augenblick brauchen die effizientesten Systeme 1 bis 2 Megawatt pro Petaflop. Multipliziert das mit 1000, um auf die Exa-Skala zu kommen und die Energie wird einfach unbezahlbar.“

Das vielleicht Beeindruckendste ist aber die Menge an heimischer Hardware, die in der Maschine verbaut ist. Abgesehen von den Intel-Prozessoren sind „Verbindungen, Betriebssystem, Front-End-Prozessoren und Software hauptsächlich chinesisch“, sagt der Top500-Redakteur Jack Dongarra. Wir müssen dennoch bis Dezember warten, um zu sehen, ob der Tianhe-2 seine Krone unter all der Konkurrenz behalten kann. [Top500, CNet, via Gizmodo.com]

Bild: Top500

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