Es wurde tatsächlich ein herausdrehbarer Korken für Weinflaschen entwickelt

helixkorken

Gerade als es so schien, als hätte der menschliche Fortschritt seinen Höhepunkt erreicht, bringen uns vier Jahre der Forschung eine echte Innovation der Verschlusstechnik. Aus der Zusammenarbeit des Korkenherstellers Amorim und des Flaschenproduzenten O-I entstand der per Hand herausschraubbare Helix Korken.

Mit dem Helix zielen die Firmen auf einen Markt im Preissegment zwischen umgerechnet 6 und 11 Euro. Und während vier Jahre Forschung nach einer sehr langen Zeit klingen, wurde doch die meiste Zeit mit warten verbracht. Warten darauf, ob der Korken Auswirkungen auf Geschmack, Aroma oder Farbe des Inhaltes hat.

Letztlich nutzten die Entwickler für Helix eine eher untypische Korksorte. Die zelluläre Struktur von Kork ist für gewöhnliche Korken optimal, da der Wein die Lücken füllen kann, wodurch sich der Korken ausdehnt und die Flasche versiegelt. Der für Helix verwendete Kork hingegen bietet weniger Leerräume und dadurch weniger Möglichkeiten zur Ausdehnung. Durch das gewundene Design von Helix ist ein luftdichter Verschluss allerdings bereits gegeben, Sauerstoff kann der Flasche also von vornherein nicht entweichen.

Andersherum kann mit Helix die Flasche einfacher wieder verschlossen werden. Ein großes Plus also beim Bedienen solcher Kundengruppen, die zwar einen wiederverschließbaren Deckel, aber gleichzeitig Kork gegenüber Metall oder Plastik bevorzugen. Und diese Gruppe bildet dem O-I Vorsitzenden Erik Bouts zufolge den größten Anteil an den Kunden: Der Korken ist immer noch der bevorzugte Flaschenverschluss. Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass mindestens 80% der Konsumenten die Kombination Korken und Glas bevorzugen.

Der Helix Korken wird an der Vinexpo in Bordeaux vorgestellt, die Entwickler planen eine Markteinführung aber erst in etwa zwei Jahren. Wegwerfen sollte man seine Korkenzieher also vorerst nicht. [Cork.ptThe Drinks Business]

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  1. “Der Korken ist immer noch der bevorzugte Flaschenverschluss. Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass mindestens 80% der Konsumenten die Kombination Korken und Glas bevorzugen.”

    Nein… längst nicht mehr!

    Aber natürlich kommen die, die sowas vermarkten, natürlich zu einem anderen Ergebnis!

    Liebe Grüße, einer der größten Weinhersteller Österreichs

    1. Also ich glaube schon, dass Kunden in Umfragen mit deutlicher Mehrheit den klassischen Naturkorken bevorzugen. Grund dafür dürfte eine Mischung aus “das war schon immer so” und Unwissenheit sein.
      Dass Schraubverschlüsse oder Kunststoffkorken für den Wein besser sind, steht steht auf einem ganz anderen Blatt.

  2. Hallo

    @Oliver Schwab: Der Sauerstoff soll nicht am entweichen, sondern am eindringen gehindert werden. Sauerstoff ist nämlich der Tod für Wein. Speziell Rotwein muß man zwar atmen lassen, aber nicht zu lang. Dann heißt es trinken, trinken….

    @Weinbauer und qhurtz!: Beide haben recht. Viele Menschen stören sich nicht mehr an Verschlüssen aus anderen Materialien, dies liegt aber vor allem daran, daß immer mehr Menschen den Wein (das älteste von Menschenhand selbst produzierte Getränk) wiederentdecken. Allerdings gibt es da die Klientel, die Wein nicht zum Trinken kaufen (selbst Schuld), sondern zum Angeben. Und da herrscht immernoch das Ammenmärchen vor, nur Naturkork sei ideal für einen hochpreisigen, äh hochwertigen, Wein.

    @richtig: Leider nicht ganz “richtig” (sorry, kleines Wortspiel). Mit Naturkork verschlossene Flaschen muß man liegend lagern. Mit dem Kopf (Hals) leicht nach unten. Der Wein muß den Korken benetzen, damit dieser feucht bleibt. Nur so kann der Korken den Flaschenhals luftdicht verschließen. Insofern hatte Oliver also recht. Nur die Schlußfolgerung war falsch. Kunststoffverschlüsse oder, noch besser, Metallverschlüsse machen eine derartige Lagerung obsolet. Allerdings sollte Wein stets dunkel und kühl gelagert werden. Daran ändert auch der Verschluß nichts.

    Ideal sind aus ökologischer, wie ökonomischer Sicht, metallene Schraubverschlüsse (100% recyclingfähig ohne Qualitätsverlust). Kunstoffkorken sind schon schlechter. Naturkork ist ökologisch eine einzige Katastrophe. Speziell der hohe Wasserbedarf, bei gleichzeitig genügender Wärme und Sonneneinstrahlung lassen die Ökobilanz lausig aussehen. Aber auch die Tatsache, daß Naturkorken nicht wieder zu Naturkorken recycelt werden können. Man kann die Korken zwar schreddern, kann das Korkschrot aber anschließend nur noch anderweitig verwenden.

    Deshalb sind für die Naturkorken-Versorgung gewaltige Korkeichen-Haine notwendig. Und diese nuckeln auf Dauer jedwede Grundwasserquelle leer. Spanien kann ein Lied davon singen. Spanien ist nicht nur einer der größten Weinproduzenten, sondern nebenbei auch noch einer der größten Naturkorken-Produzenten. Die dortigen Korkeichen-Haine haben die entsprechenden Regionen inzwischen in eine aride Steppe verwandelt.

    Die dortige Wasserknappheit hat inzwischen zu einer sinnvollen Entscheidung geführt. “Scheiß auf die eh falsche Meinung einzelner. Wir stellen auf Schraubverschlüsse um.” Der deutlich überwiegende Teil der spanischen Weinproduzenten verwendet inzwischen eben diese. Und zwar in jeder Wein-Preislage.

    Und nun noch ein paar Tips:

    1.) Wein ist zum Trinken da, nicht zum anhimmeln.
    2.) Weinproduzenten lieben Weintrinker/innen, nicht Sammler/innen.
    3.) Maßgebend ist nicht der Preis, sondern der Geschmack. Und zwar der eigene. Ob der Liter 99 Cents oder 99 Euro kostet spielt dabei keine Rolle. Napoleone Buonaparte, ‘tschuldingung, Kaiser Napoleon Bonaparte wählte (den ursprünglichen) “Chateau Lafitte” nicht wegen des außergewöhnlichen Preises und/oder Geschmacks, sondern weil er als Korse den SÄUERLICHEN LANDWEIN SEINER HEiMAT so schätzte. Er ließ in Frankreich so lange suchen, bis sich ein Weingut fand, das einen Wein nach SEINEM GESCHMACK produzierte. :)

    LG aus Berlin

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