Transparente Solarzellen für 20% mehr Akkuleistung bei Smartphones

Transparente Solarzelle, via engadget

Das französische Unternehmen SunPartner arbeitet an transparenten Solarzellen für den Einsatz auf Smartphone-Displays. Die Solarfolie soll auf dem Bildschirm angebracht werden und bis zu 20 Prozent mehr Akkuleistung bringen. Bei Tageslicht soll die Solarzelle sogar die komplette Stromversorgung übernehmen. Die Technologie könnte das leidige Akku-Problem lösen.

Die Akkuleistung ist bei fast jedem Smartphone das größte Manko. Selten hält ein Gerät länger als 1,5 Tage durch, schon gar nicht, wenn es schon ein paar Monate in Gebrauch ist. Was waren das noch für Zeiten, als Handyladungen so lange hielten, dass das Kabel getrost im Schrank aufgeräumt werden konnte. Klar, die waren auch deutlich weniger smart.

Schluss mit der Nostalgie, wir leben im Jetzt und neue Ansätze müssen her. Einen solchen verfolgt SunPartner. Das Unternehmen entwickelt transparente Solarzellen, die über das Display gelegt werden. Das eingefangene Sonnenlicht soll für rund 20 Prozent mehr Leistung sorgen. Befindet sich das Gerät direkt in der Sonne, soll die Folie die Stromversorgung sogar vollständig übernehmen.

Am MIT und UCLA wird mit der Integration von Solarzellen direkt in das Display experimentiert. Dieses Verfahren ist aber aufwendig und kostspielig. Da sieht es bei der aufgelegten Folie anders aus. Klingt alles zu gut, um wahr zu sein? Hier ist der Haken: Gekämpft wird noch mit der Transparenz der durchsichtigen Solarzelle. Derzeit werden 82 Prozent erreicht – Ausführungen mit 90-prozentiger Transparenz seien aber in Arbeit. Bis dahin ist noch nicht klar, ob bei normalem Gebrauch nicht der zusätzlich gewonnene Strom direkt in den heller eingestellten Bildschirm fließt, um mehr erkennen zu können. Mit den angestrebten 90 Prozent wäre das Problem weniger dramatisch. Über Einbußen der Touch-Empfindlichkeit ist nichts bekannt. Noch dazu befindet sich das Smartphone zum Großteil in finsteren Taschen.

SunPartner zufolge haben drei Smartphonehersteller bereits Interesse an der wirklich durchdachten Idee bekundet. Man arbeite nun gemeinsam an neuen Prototypen.

[via engadget]

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  1. Ich glaube dann setze ich lieber auf eine effizientere Solarzelle auf der Rückseite, die den Akku ggf. wirklich laden kann.
    Was ich mich bei sowas immer Frage ist: “Was sagt die Lebensdauer des Akkus dazu?”
    Soweit ich weis sind moderne Akkus Ladezyklen-Abhängig. Wenn das Telefon nun bei jedem aus der Tasche rausnehmen einen Ladezyklus startet, dürfte das wohl der Akku nicht lange mitmachen.
    Wobei ich da nicht tief genug in der Materie drin stecke, um zu wissen, was die Akkuhersteller als Ladezyklus zählen, der den Akku abnutzen würde.

    1. wenn der hersteller von zb 1000 ladezyklen spricht, meint er, dass die kapazität des akkus 1000mal von 0 auf 100% geladen werden kann. dh einmal laden von 40% bis 90% entspricht einem halben ladezyklus. kurzes anstecken zb an den PC zur synchronisation würde sonst die lebensdauer eines akkus rapide senken.

  2. ua. hier noch ein quelllink mit weiteren fragen und antworten zum thema akku: gravis_de/blog/lang-lebe-mein-akku/

    “_” = “.”

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