Diese Mission der NASA soll für eine ausgewogene Ernährung ihrer Astronauten sorgen

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Weltraumnahrung hat für Erdengebundene sicher ihren Reiz. Anders sieht die Sache wohl aus, wenn man über Monate oder Jahre hinweg jeden Tag den gefriergetrockneten Inhalt der luftdicht verpackten Beutel serviert bekommt. In The New Yorker wurde jetzt ein Bericht über die Tests der NASA veröffentlicht, durch die man erreichen will, die Astronauten kulinarisch bei Laune zu halten.

Eines der größten Probleme ist es sicher, dass die Astronauten es irgendwann müde werden, immer und in der gleichen Abfolge die vorgepackten Speisen zu essen. Neben schlechter Stimmung könnte das auch zu Gewichtsverlust führen und damit bei langen Reisen – wie zum Mars – gefährlich werden.

Im April wurde darum ein Experiment gestartet, bei dem sechs Testpersonen in einer Marssimulation auf dem Vulkan Mauna Loa verschiedene Speisen und generell das Dinieren in der Gruppe testen. Bei der viermonatigen Hawaii Space Exploration Analog Simulation wechseln die Mitglieder bis August zwischen Kochen mit echten Zutaten und den vorgepackten Mahlzeiten, um die perfekte Balance zu finden.

Die Crew aus sechs Terranauten, ausgewählt aus siebenhundert Bewerbern, wechselt alle zwei Tage zwischen vorgefertigten Mahlzeiten und Kochen. Die Küchenarbeit wird paarweise erledigt. Die Vorratskammer ist gefüllt mit Zutaten wie Leinsamen, Sauerteig, Sardellen, Hijiki Algen und – als Anspielung auf die lokale Küche und die amerikanische Militärgeschichte – Spam in Dosen. Vor dem Start der Simulation belegten die Teilnehmer Kochkurse an der Cornell University, professionelle Erfahrung in der Küche hat aber keiner. Sie können auf ein Kochbuch zurückgreifen und ein Bodenteam kontaktieren, das zwölf Stunden am Tag zur Verfügung steht um online Rezepte nachzuschlagen und andere Fragen zu beantworten (Um die Kommunikation Marsgerecht zu simulieren, geschieht dies aber mit einer zwanzigminütigen Verzögerung).

Die HI-SEAS Crew dokumentiert, ganz wie eine Gruppe neurotischer Ernährungswissenschaftler, akribisch jede Mahlzeit. Sie erfasst die Zutaten einer jeden Mahlzeit, das Gewicht der einzelnen Gerichte, sie schießt Fotos von jeder Portion, vermerkt alle Reste und füllt vor und nach jeder Mahlzeit Fragebögen über Hunger, Stimmung, Produktivität und Gesundheit aus. Die Geologieprofessorin Sian Proctor, die bereits zuvor bei der der Reality-TV-Serie und Zerstörte-Welt-Simulation „The Colony“ teilnahm, befand das Mittagessen vom 21. April als „wunderbar“. Es gab eine „Mars“-Kohlsuppe mit Hähnchen süß-sauer, getrocknetem Gemüse, gefriergetrockneter Ananas und Kokosnussbrot. [The New Yorker]

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