Taranis: Die erste Überschall-Drohne ist bereit für den Take-Off

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Die Möglichkeit, Bomben über einem weit entfernten Ziel abwerfen zu können, ist ein taktisch großer Vorteil für ein Militär. Das Ziel mit Überschallgeschwindigkeit und ohne Risiko für einen Piloten anzusteuern, ist noch besser. Deshalb hat Großbritannien in den letzten 10 Jahren an der Entwicklung von Taranis gearbeitet - die bislang größte und schnellste Drohne überhaupt. Nun muss das Fluggerät beweisen, was es kann. Natürlich ohne Bomben.

Taranis, benannt nach dem keltischen Gott des Donners, ist das Resultat einer zehnjährigen Forschungsarbeit des britischen Verteidigungsministeriums unter dem Programm UCAV (Unmanned Combat Air Vehicle). Anstelle sich dem mulitinationalen Programm nEUROn UCAV anzuschließen, hat Großbritannien einen Sonderweg bestritten und 143 Millionen britische Pfund in das Joint-Venture SUAV(E) von BAE Systems, GE Aviation, Rolls Royce und QinetiQ gesteckt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein fast autonom fliegender Stealth Bomber mit Überschallgeschwindigkeit und interkontinentaler Reichweite. Ein Pilot ist nicht an Bord.

Taranis ist 11 Meter lang, 4 Meter hoch und besitzt eine Flügelspannweite von 10 Metern. Der Deltaflügler wiegt ungefähr 8 Tonnen. Genauere Spezifikationen sind derzeit kaum erhältlich – es wird aber darüber spekuliert, dass Rolls-Royce die Adour 951 Turbine beisteuert.

Die Drohne soll mehr als nur Bombenflüge unternehmen sondern auch in den Bereichen Aufklärung und Überwachung genutzt werden. Dazu kann das von BAE entwickelte “Image Collection and Exploitation” (ICE) System montiert werden, das selbstständig mit Kameras hochauflösende Bilder aufnimmt und zurück an die Basis schickt.

Die Bodentests der Drohne sind bereits erfolgreich abgeschlossen worden und begannen 2010. Die Taranis soll ihren ersten Flug in den nächsten Monaten absolvieren und dabei von der Woomera-Airbase der Royal Australian Air Force in Südaustralien abheben.

Wer dort wohnt und denkt, ein Ufo zu beobachten, der braucht sich nicht fürchten. Es handelt sich nicht um Aliens sondern nur die Zukunft der Kriegsführung.

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[Via Airforce Technology, Bilder: BAE Systems, gizmodo.com]

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  1. Super Idee! GB ist quasi pleite, schmeisst aber Geld für Waffen raus und schnorchelt weltmeisterlich Daten ab. Ein Hoch auf’s ferngesteuerte Töten in fremden und eigenen Hoheitsgebieten!

  2. Also dass Taranis Überschall können soll ist mir neu – bei einem Schub-Gewichtsverhältnis von 3:8 und bei dem Flügelprofil auch technisch ausgeschlossen.
    Und man sollte beachten, dass es nur ein Demonstrator ist. Das ist keine zulassbare fertige Drohne.
    BAE Systems schließt zudem technisch nur zu dem auf was EADS Cassidian in Deutschland mit Barracuda schon seit 10 Jahren macht…

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