Algorithmus zur Echoortung ermöglicht die Vermessung von Räumen mit Tönen

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In der Natur ist die Echoortung ein schon lange etabliertes und bewährtes System: Fledermäuse navigieren mit ihrer Hilfe in der Luft und manche blinde Menschen nutzen ein Zungenklacken, um sich ein Bild von der Welt um sie herum zu machen. Jetzt will ein Schweizer Forscherteam ein ähnliches System zur dreidimensionalen Kartografierung nutzen.

Die Forscher der École Polytechnique Fédérale in Lausanne zeigten in einer Studie, wie sie mit einem neu entwickelten Algorithmus Töne zur Entfernungsmessung nutzen können. Für das System benötigt man vier irgendwo im Raum platzierte Mikrofone und ein Geräusch – wie zum Beispiel ein Fingerschnippen. Das System funktioniert ähnlich einer Triangulation mit 3D-Scannern, nutzt aber eben statt Licht Schall. Der Doktorand Ivan Dokmanić über die Funktionsweise:

Jedes Mikrofon nimmt sowohl direkt das Signal der Schallquelle auf, als auch das von den verschiedenen Wänden abprallende Echo. Der Algorithmus vergleicht die Signale, die an jedem der Mikrofone ankommen. Die Verzögerungen in den Signalen werden dann benutzt, um den Abstand der Mikrofone zueinander, aber auch den Abstand der Mikrofone zu den Wänden und der Schallquelle zu bestimmen.

Das Team startete mit den Tests in einem sechseitigen Raum, setzte diese dann aber mit der Kartografierung eines Teiles der Kathedrale von Lauseanne fort. Jetzt stehen Überlegungen an, wie das System in der Praxis eingesetzt werden könnte. Dokmanić stellt sich eine Nutzung durch Architekten vor, die so Gebäude oder Bauflächen exakt vermessen könnten oder Akustikingenieure, die Theater mit optimalem Sound bauen. [GizMag]

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  1. Mich würde ja mal echt das Ergebnis von der Kathedrale interessieren.
    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass 4 Mikrofone in der Lage sind die ganzen Verwickelungen und Einbuchtungen der Kathedrale zu erfassen.
    Aber für einen einfachen Raum kann ich mir das gut vorstellen, wobei es mich stark an einige iPhone-Apps erinnert, die Entfernungen per Ton mehr oder weniger gut gemessen hatten.Und das schon beim ersten iPhone.
    Das ist jetzt halt die Variante mit professioneller Technik, statt mit dem Handy ;)

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