Lichtfeldkamera Lytro kommt am 15. Juli nach Deutschland

Lytro

In den USA ist die Lichtfeldkamera Lytro schon längere Zeit erhältlich. Am 15. Juli kommt die "Revolution der Fotographie" nun auch nach Deutschland. Wir durften den kleinen Quader, der Fotos nachträglich beliebig fokussieren kann, heute in München unter die Lupe nehmen.

Schnell ein Foto im Gewusel des Kindergeburtstags geschossen. Schöne Momente, die nur einen Augenblick lang andauern und schwer einzufangen sind. Sobald die Luft aus den Ballons raus ist, sieht man sich die Fotos an und stellt fest, das kein Bild perfekt geworden ist: Mal liegt der Fokus auf dem Kuchen statt auf dem Geburtstagskind, mal ist die gedeckte Tafel scharf, die Torte im Vordergrund sieht aus wie ein Fettfleck auf der Linse. Eigentlich ist nichts im rechten Licht.

 

Minimalistische Bedienung

Die ungewöhnlich geformte Lichtfeldkamera Lytro soll das ändern. Sie nimmt Fotos mit 11 Megaray, einer Einheit zur Messung des Lichtfelds, auf. Mit dem achtfach optischen Zoom und einer konstanten F2-Blende, lassen sich die Bilder im Nachhinein beliebig fokussieren. Nicht nur das ist ist besonders: Allein das Format der Kamera ist alles andere als gewöhnlich: Ein etwa 15 cm langer Quader an dessen quadratischen Enden sich ein sehr kleiner Touchscreen und die Linse befinden. Die sehr sparsamen Bedienelemente sind auf einer gummierten Ummantelung platziert: Oben der Auslöseknopf, davor die Zoom-Funktion (durch Hin- und Herstreichen) und unten der Powerschalter, bzw. ein USB-Anschluss, das war es.

Einige Einstellungen wie die Verschlusszeit oder ISO-Empfindlichkeit, Selbstauslöser lassen sich seitlich in den Bildschirm hineinziehen ebenso wie bereits geschossene Fotos begutachten. Auf diese Weise erfolgt der Wechsel zwischen dem “Every-Day”- und dem Kreativmodus. Bei Ersteren kann einfach wild drauf losgeknipst und hinterher der Fokus verändert werden. Der Kreativmodus lässt den Hauptfokus bereits vorher festlegen. Auch sind so besonders nahe Aufnehmen möglich.

Lytro

Das Design der Lytro ist sehr schlicht und dennoch außergewöhnlich. Leider musste die Größe des Bildschirms darunter leiden.

Der Luftballon im Vordergrund oder die Hüpfburg im Hintergrund. Beides lässt sich scharf stellen und je nach Belieben wieder ändern. Der Fokus der Idee hinter Lytro liegt auf dem Teilen. Die Bilder lassen sich auf einen Server laden, der anschließend einen Einbettungscode generiert. Dieser kann in den sozialen Netzwerken verwendet werden. Lasst dort Freunde auf verschiedene Bereiche des Fotos klicken, um die unterschiedlichen Ebenen zu entdecken. Das ist eine nette Spielerei. Bislang funktioniert dies nur über einen Client für OS X und Windows und als App für iOS. Android-Unterstützung soll Ende des Jahres folgen. Auch auf dem Touchscreen lässt sich der Ebenenwechsel vollführen. Angesichts der wirklich geringen Größe des Bildschirms (mit 128 x 128 Pixeln) ist dies aber eine sehr fummelige Angelegenheit.

Darüber hinaus verfügt die Lytro über eine Funktion mit Namen “Perspective Shift”. Fährt man mit der Maus über das Bild ändert sich die Perspektive minimal und ein gewisser Tiefeneffekt entsteht. Die interessantesten Aufnahmen sollen mit einer 15-Regel entstehen: Das vorderste Objekt ist 15 cm vor der Linse, das nächste einen Meter dahinter und das letzte liegt circa 15 Meter entfernt. Gesagt, getan, klappte es auch ganz gut, zwischen den Ebenen hin und her zu fokussieren.

Lytro

Neben dem Powerschalter befindet sich der USB-Anschluss. Platz für Speicherkarten gibt es nicht.

 

Preise und Varianten der Lytro

Die Lytro wird in vier Farben erhältlich sein: Pink, Rot, Hellblau und Graphit. Modelle mit 8 GB internem Speicher (der sich nicht erweitern lässt) nehmen etwa 350 Bilder auf. Sie werden 479 Euro kosten. Mehr Speicher, nämlich 16 GB für 750 Aufnahmen, ebenfalls nicht erweiterbar, gibt es für stolze 579 Euro. Das ist ein ganz schönes Sümmchen für eine Kamera, die keine High-End-Aufnahmen macht. Ob sich der Preis dennoch lohnt, werden wir in den nächsten Wochen testen. Mit der Lichtfeldkamera von uns aufgenommene Fotos werden folgen, soweit sie sich einbetten lassen.

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  1. Die keine High-End-Aufnahmen macht? Sie kann das, was bis zur Einführung nur im Labor mit tausenden Minikameras möglich war (und das hatte wohl mehr gekostet …)!

  2. die kommt zu spät, habe ein lieblingsfoto von vor 20 jahren, da ist das falsche fokussiert…

    ;-)

    das sollte zu ändern sein, das wäre der trick.

    die 2te generation wird dann besser, und auch billiger…da kann man was mit anfangen!

    http://www.freefax.de

    gratis faxen ohne zoom. dafür kostet es keine 400 euro.

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