Wenn tote Sonnen kollidieren entsteht massenhaft Gold

NeutronStarCollision300

Na und? Was bringt das unseren Geldspeichern? Bis zur Erfindung interstellarer Minenraumschiffe bleibt Gold aus einer Sternenkollision wohl außerhalb unserer Reichweite. Die Entdeckung könnte aber erklären, wie Schwermetalle in unserem Universum entstehen.

Wie so oft in der Astrophysik beziehen sich die Wissenschaftler vom Harvard Smithsonian Center in Cambridge auf Teleskopdaten. Der NASA Swift Satellit zeichnete einen Ausstoß von Gammastrahlen in einer knapp 4 Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie auf. Diese Bursts werden im Allgemeinen als Anzeichen dafür gesehen, dass zwei Neutronensterne kollidieren und ein schwarzes Loch bilden.

Zusätzlich konnte das Team um Edo Berger neun Tage später einen Ausstoß von langwelligem Infrarotlicht beobachten. Dieses Licht gilt den Wissenschaftlern nun wiederum als Anzeichen für den Verfall radioaktiver Elemente.

Die Forscher nehmen aufgrund der Helligkeit der Infrarotstrahlung an, dass ca. 3 Prozent der Neutronensterne durch die Kollision nach außen geschleudert wurden und so dem schwarzen Loch entkamen. Die herausgeschleuderten Neutronen produzierten das radioaktive Material, dessen Verfall die messbare Infrarotstrahlung hervorrief. Sie sollten aber gleichzeitig auch große Mengen von Schwermetallen – Gold, Platin und Blei – produziert haben.

Bisher konnte man sich die Herkunft der meisten Elemente aus dem Urknall und den Lebenszyklen der Sterne herleiten. Die Herkunft von Metallen mit einer höheren Dichte als Eisen blieb aber ungeklärt. Die Entdeckung könnte also erklären, wie Schwermetalle in unserem Universum entstehen.

[Edo Berger], via [NewScientist]  (Bild: NASA/AEI/ZIB/M. Koppitz and L. Rezzolla)

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