Blindenstock mit Sensoren in Entwicklung

Blindenstock, via duisburg.de

Der Blindenstock, das verlässliche Navigationsmittel blinder Menschen, bekommt womöglich in naher Zukunft ein Upgrade. Sechs Studenten der Curtin University PhD arbeiten daran, den Blindenstock in Verbindung mit mehreren Sensoren dahingehend zu verbessern, einen Raum in seiner Gänze vermitteln zu können.

Bisher beschränkte sich der Blindenstock darauf, die unmittelbare Umgebung vor dem Träger abzutasten. Studenten der Curtin University in Australien wollen das ändern. Laut Projektleiter Dr. Iain Murray des Curtin’s Department of Electrical and Computing Engineering, soll der neue Blindenstock einem Smartphone ähneln und den ganzen Raum abscannen, um so eine virtuelle Raumkarte zu erzeugen und diese an den Benutzer vermitteln.

„Ein Blindenstock ist dafür geeignet, Treppen hinauf oder herab zu steigen oder Hindernisse unmittelbar vor jemandem zu zu ‚erkennen‘, kann dem Benutzer aber nicht vermitteln, was einige Meter entfernt liegt“, so Murray. „Was wir entwickeln ist ein Multi-Sensor-Gerät für – häufig auch schwerhörige – Blinde, das ihnen mitteilen soll, was sich von Wand zu Wand um sie herum befindet.“

Beispielsweise seien Konferenzräume stetig im Wandel, Stühle stünden jedes Mal anders und Menschen bewegen sich darin. Die Forscher entwickeln ein Kartensystem, dass sich an jede dieser Bewegungen anpassen kann und diese Daten an ein Netzwerk sendet, um der nächsten Person mit Sehbehinderung, die den Raum betritt, sofort helfen zu können.

Fünf Forschungsprojekte um den Blindenstock behandeln die Entwicklung folgender Bereiche:

  • Erfassung der Richtung und Entfernung, die ein Benutzer in Gebäuden abläuft, während Besonderheiten wie Stufen oder Neigungen identifiziert werden.
  • Erkennen von Umrissen des Weges und von Hindernissen mithilfe stereoskopischer Kameras, die auswerten, um was es sich bei dem Hindernis handelt und dieses in die Karte einbinden.
  • Aufnahme hörbarer Hinweise, um sich bewegende Objekte zu lokalisieren und zu verfolgen.
  • Kommunikation der Sensor-Daten an ein Netzwerk, um sicherzustellen, dass die Daten verfügbar sind, bevor die Person mit einem Objekt zusammen stößt (in weniger als 1/6 Sekunde).
  • Einspeisung effizienter Sicherheitsmethoden in das Netzwerk, um zu verhindern, dass die blinde Person in eine gefährliche Situation geführt wird.

Dr. Murray zufolge müssen Dritte keine Daten der Infrastruktur in das Netzwerk einspeisen, da das System um den Blindenstock selbst alle notwendigen Informationen für die Karten sammelt. Ob Blindenhunde dadurch arbeitslos werden?

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