Astronomische Entdeckung stellt Theorien der Planetenentstehung in Frage

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Astronomen sind eventuell auf einen Planeten gestoßen, der seine Sonne in einer doppelt so großen Entfernung wie Pluto unsere Sonne umkreist. Wenn die Forscher den Fund bestätigen könnten, müsste man bisherige Theorien zur Entstehung von Planeten überdenken.

Die Astronomen entdeckten auf Aufnahmen des Hubble Teleskops eine Lücke in der Staubschicht um den zwischen 5 und 10 Millionen Jahre alten Stern TW Hydrae. Diese Lücke würde normalerweise als untrügliches Zeichen für die Umlaufbahn eines Planeten gelten, wenn sie sich nicht 12 Milliarden Kilometer vom Stern und damit weiter entfernt befinden würde, als man es den aktuellen Theorien zur Entstehung von Planeten zufolge für möglich annimmt.

Planeten beginnen ihre Existenz vermutlich als unglaublich kleine und schnelle Kugeln aus Staub und Gas, die sich durch die Materialwolken um neugebildete Sterne bewegen. Hierbei sammeln sie immer mehr Material auf, wachsen stetig und pflügen sich dabei selbst eine saubere Umlaufbahn. In der Entfernung, in der sich dieser potentielle Planet befindet (das 80fache der Strecke Erde-Sonne), ist es aber sehr unwahrscheinlich, in der geringen Zeit seit der Geburt des Sterns TW Hydrae genügend Material aufzusammeln. Bei einem Planet in dieser Entfernung würde man erwarten, dass er etwa 200 mal so lange zur Bildung braucht, wie dies bei Jupiter der Fall war (wo man wiederum von maximal 10 Millionen Jahren ausgeht).

Bis die heutigen Theorien der Planetenentstehung auf den Kopf gestellt werden, muss man jetzt diesen Planeten aber erstmal wirklich entdecken. Dem Astronom John Debes zufolge braucht es hierfür aber aktuellere Technik als das beinahe 20 Jahre alte Hubble Teleskop, mit dem solch eine Suche genauso schwer sei, wie das Unterfangen, „aus der Entfernung von sechs Kilometern die Rille einer Schallplatte zu untersuchen.“ [Science News, Hubblesite]

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  1. Um es mit den Worten von Mr. Spock zu formulieren: Faszinierend! Im Ernst, ich finde es toll das es immer wieder neue Entdeckungen in den Weiten des Alls gibt, welche die Menschheit aufgrund Ihres aktuellen technischen Standes noch nicht erklären kann. Das Gebiet der Astronomie wird wohl noch unzählige Generationen beschäftigen und niemals vollständig erforscht sein. Mal sehen was als Nächstes kommt…

  2. Es ist doch sehr wahrscheinlich, dass der Planet völlig normal entstanden ist und lediglich während bzw. nach der Entstehung des Planetensystems durch eine Kollision aus seiner ursprünglichen Bahn gekegelt wurde. Dieses Schicksal hätte die Erde ja beinahe genauso getroffen, wie die Geschichte der Mondendstehung zeigt.

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