Bloggerin stellt Besitzer ihres gestohlenen Handys bloß

Hafid

Welche Wege im Urlaub gestohlene Smartphones nehmen können, musste eine Deutsche schmerzlich heraus finden. Nachdem ihr Handy beim Baden auf Ibiza gestohlen wurde, fand sie Monate später neue automatisch auf ihren Dropbox-Account geladene Fotos. Über den von ihr als solchen bezeichneten Dieb (vermutlich Käufer) verfasst sie einen Blog.

„This is the inspiring story of Hafid from Dubai, the douchebag who stole my phone. He forgot to switch off the camera upload function, that’s why we will enjoy a deep insight into his life.“

„Dies ist die inspirierende Geschichte von Hafid aus Dubai, dem Idioten, der mein Handy gestohlen hat. Er hat es versäumt, den automatischen Upload der Kamera auszuschalten, weswegen wir nun tiefe Einblicke in sein Leben genießen können.“

Fünf Stunden nachdem die Urlauberin und ihre Freunde auf Ibiza angekommen waren, badeten die vier betrunken und unbekleidet im Meer. Ihre Wertsachen ließen sie ungeschützt am Strand zurück. Keine 15 Minuten später bekamen die Deutschen die Konsequenzen für ihre Provokation zu spüren: Als die spätere Bloggerin sich zum Liegestuhl begab, um sich auch noch ihres Höschens zu entledigen, bemerkte sie einen Mann stocksteif darunter liegend. Da sie dachte, es handele sich dabei um einen betrunkenen Freund, ging sie zurück ins Wasser. Kurz darauf kam Besagter mit Namen Oli vom Hotel zum Strand. Erst jetzt bemerkten sie, dass alles gestohlen wurde: Smartphones, Ausweise, sogar Unterwäsche.

Vier Monate später, kurz nach Weihnachten letzten Jahres bemerkte die Nackturlauberin 15 neue Bilder in ihrem Dropbox Camera Upload-Ordner. Alle Bilder, die das Smartphone aufnimmt, werden automatisch in der Dropbox gesichert. Der Dieb, beziehungsweise Käufer des gestohlenen Smartphones hatte weder die entsprechende App gelöscht, noch die Login-Daten geändert. Kurz darauf fand sie auch durch ein solches Foto heraus, wo sich ihr Gerät nun befand: Auf einem Bild posierte der neue Besitzer vor dem Burj Khalifa in Dubai.

Hafid loggt sich bei Facebok ein, via tumblr

Unangenehmer Anblick: Wer möchte schon sehen, dass es einen Zugriff aus Dubai auf seinen Facebook-Account gab?

Blog über einen Fremden

Ein Check ihres Facebook-Profils bestätigte der Urlauberin den Verdacht: Ein Zugriff über ihren Account wurde aus Dubai getätigt. Kurz darauf nahm Hafid, so nun der Name bekannt war, über seinen eigenen Account Kontakt mit der Bloggerin auf – um sie anzubaggern. Seither lädt sie eine Vielzahl von Fotos auf Tumblr hoch, um das Leben Hafids, oder ihre Perspektive davon, zu kommentieren. Life of a stranger who stole my phone zeigt Hafid beim Posieren, Selbstportraits, Bilder seiner Freunde, aus der Wohnung und von Essen.

Ebenfalls im Dezember wiesen einige Bekannte die Deutsche verwundert darauf hin, dass ein Araber sie über ihren Skype-Account anrief. Einen entsprechenden Videobeweis hielt eine Freundin fest. Hafid verwendet das Smartphone bis heute genau so, wie es in seine Hände gelangt ist.

Die Bloggerin scheint ihren Spaß zu haben. Regelmäßig veröffentlicht sie neue Fotos aus Hafids Privatleben und kommentiert sie bissig. Ob es ihr noch um Rachegefühle über den Diebstahl geht oder sie inzwischen Gefallen daran gefunden hat, das Leben eines Fremden zu Schau zu stellen, ist schwer abzuschätzen. Eines sollte sie zumindest gelernt haben: Der Strand ist im Urlaub selten ein sicherer Aufbewahrungsort für Wertgegenstände.

[via Life of a stranger who stole my phone]

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  1. Sie weiß aber schon das es illegal is Fotos usw von Personen ohne ihre Erlaubniss zu veröffentlichen?
    Damit macht die sich ebenfalls strafbar.. dummheit schützt vor klau & strafe nicht!

      1. Weißt du mal wieder mehr als Alle? Der Typ KÖNNTE das Handy geklaut haben. Er KÖNNTE es auch dem Dieb abgekauft haben. Entweder im vollen Bewusstsein, dass es sich um ein geklautes Handy handelte (dann läge Hehlerei vor). Oder im Glauben, einfach ein gebrauchtes Schrott-Handy zu kaufen (dann wäre das Teil zwar nicht wirksam in sein Eigentum übergegangen, aber er hätte sich zumindest keiner Straftat schuldig gemacht).

      1. Du übersiehst eine klitzekleine Kleinigkeit: Die Frau ist (ggfs. ebenfalls) Täterin. Eventuelle Gesetzesverstöße Anderer berechtigen niemanden, ebenfalls gegen Gesetze zu verstoßen.

  2. Auch WENN sie damit hätte rechnen können, dass man überall beklaut wird und auch WENN es nur der Käufer ist. Sie hätte sich schlauer verhalten sollen und er hat offensichtlich nicht beim Fachhändler gekauft = ist sich der unter-der-Ladentheke-mäßigkeit bewusst. Alle, die sich hier aufregen über so eine halbseidene Sache, aber schön die Schultern zucken bei neuen Spionage-Höchstleistungen, sollten sich eines Kommentares enthalten.

  3. Er ist entweder Dieb, oder hat sich der Hehlerei schuldig gemacht. Scheiß auf sein recht am eigenen Bild. Er hat’s ja auch nicht so mit den rechten der anderen.
    Ich würde das Risiko eingehen das er mich abmahnt… ;)
    Zumal die Bilder aus eigener Quelle stammen (eigenes iPhone, eigene dropbox, usw. )

    Das Urteil würde mich brennend interessieren…

    1. „Er ist entweder Dieb, oder hat sich der Hehlerei schuldig gemacht.“ Oder er hat einfach ein geklautes Handy gekauft. Ja, das geht auch, ohne sich der Hehlerei schuldig zu machen.
      „Scheiß auf sein recht am eigenen Bild. Er hat’s ja auch nicht so mit den rechten der anderen.“ Interessantes Rechtsverständnis. Würde ich so dämlich argumentieren wie du, könnte ich dir jetzt sämtliche Rechte absprechen. Du hast es schließlich auch nicht so mit den Rechten Anderer, hast du ja selbst geschrieben.

    2. Das Recht am eigenen Bild hat übrigens herzlich wenig damit zu tun, wem das Aufnahmegerät gehört, es geht lediglich um die Zustimmung des Abgebildeten mit der Veröffentlichung des Bildes.. Wenn ich dich mit MEINER Kamera fotografierte und dieses Bild hinterher in MEINEM Blog „die peinlichsten Hackfressen, die im Internet Kommentare abgeben“ veröffentlichte, machte ich mich eines Verstoßes gegen §22 KunstUrhG schuldig und könnte entsprechend §33 KunstUrhG zu bis zu einem Jahr Knast verurteilt werden.

  4. Beim nächsten mal sollte die junge Dame am besten dementsprechende Apps auf ihrem Handy installieren, die den Diebstahl als schwierig werden lassen. In Moment scheint ja der Markt von diesen Apps übersättigt zu sein und ob sie wirklich helfen, weiß man nur wenn man sie auch ausprobiert. Einfacher ist es da, schlicht auf sein Handy aufzupassen, denn Diebe gibt es nicht nur auf Ibiza.

  5. Tolle Idee. Und an ihrer Stelle würde ich mir weniger Gedanken machen, dass es angeblich strafbar sei, die Bilder zu veröffentlichen. Denn welches Gesetzs sollte in einem derartigen Fall anwendbar sein:spanisches, weil der Diebstahl in Spanien passierte? Deutsches Recht, weil die Beklaute Deutsche ist? Die Gesetze von Dubai? Wer weiß ob dort überhaupt Diebstahl von betrunkenen Frauen ein Delikt ist?
    Freuen wir uns doch einfach weiterhin über die kleine Retourkutsche und die vollkommene Dummheit des Diebes

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