LG G2 – LG-Flaggschiff verbannt alle Tasten auf die Rückseite

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LG spricht beim LG G2 sebstbewusst von einem Paradigmenwechsel. Tatsächlich gehört LG zu den ganz großen im Smartphone-Business und glänzte in den letzten Monaten mit stetig wachsenden Umsätzen. Ob aber das heute in New York vorgestellte LG G2 die von LG geschürte Euphorie rechtfertigt, wird sich erst nach einem ausführlichen Test zeigen. Zumindest die nun veröffentlichten offiziellen Specs wissen zu beeindrucken.

Im Herzen des LG G2 werkelt ein Qualcomm Snapdragon 800 mit 2,26 GHz – der wohl derzeit performanteste Quad-Core-Prozessor mit integriertem LTE. Der RAM dagegen ist mit 2 GByte eher konventionell bemessen. An internem Speicher kommen entweder 16 oder 32 GByte zum Einsatz. Die Kamera auf der Rückseite löst mit 13 Megapixel auf und besitzt einen optischen Bildstabilisator um Verwackler besonders bei schlechten Lichtverhältnissen zu vermeiden. Die Kamera auf der Vorderweite bringt erfreuliche 2,1 Megapixel. Als Betriebssystem wurde eine angepasste Version von Android Jelly Bean 4.2.2 installiert. Gut finden wir den mit 3.000 mAh großzügig bemessenen Akku.

bild_lg_g2_frontDas LG G2 kommt mit einem 5,2 Zoll Full HD Display mit stolzen 423 ppi. Dabei schafft es das G2 dennoch mit seinen Maßen von 138,5 mal 70,9 mal 8,9 Millimeter nur minimal größer zu sein als ein Samsung Galaxy S4 (hier gehts zu Test) mit seinen 137 mal 70 mal 7,9 Millimeter. Der Rahmen soll auf 2,65 Millimeter geschrumpft sein. Stolz ist LG auch auf die Soundqualität des LG G2. Angeblich bietet es mit 24 Bit/192kHz eine besonders gute Wiedergabequalität.

Die gewagteste Änderung: Alle Tasten des LG G2 sind auf die Rückseite gewandert. Dieses von LG „Rear Key“ getaufte Konzept entspringt angeblich der Beobachtung, dass eine Bedienung der Seitentasten für den Anwender umso schwieriger wird, je größer das Telefon ist. Die Verlagerung der wichtigsten Tasten auf die Rückseite soll dem Anwender mehr Kontrolle geben, da sein Zeigefinger sich angeblich natürlicherweise genau dort befindet. LGs Untersuchungen ergaben außerdem, dass ein Mobiltelefon mit Tasten auf der Rückseite nicht so leicht fallengelassen wird, wenn der Anwender die Lautstärke während eines Gesprächs anpasst. Ob das so stimmt und ob diese Konstruktion hosentaschentauglich ist, wird ein ausführlicher Test zeigen. Coole Idee: Wenn das LG G2 mit dem Display nach oben auf einer Oberfläche liegt, lässt es sich aktivieren, indem man zweimal auf das Display tippt.

bild_lg_g2_sideHier noch einige in der Pressemitteilung hervorgehobene Anwendungen, die alltägliche Aufgaben erleichtern sollen:
• Answer Me – Sobald der Anwender das Mobiltelefon ans Ohr hebt, wird automatisch der Klingelton leiser gestellt und der Anruf angenommen.
• Plug & Pop – Ortet das Smartphone Ohrstöpsel oder USB-Kabel, bietet es Optionen oder passende Funktionen zur Auswahl an.
• Text-Link – Informationen in Textnachrichten können ausgewählt und leicht im Memo oder Kalender gespeichert und auf einer Landkarte oder im Internet gesucht werden.
• QuickRemote – Das LG G2 kann nicht nur für die Fernsteuerung beliebter Home Entertainment-Geräte genutzt werden, sondern kann auch von üblichen Fernbedienungen lernen und mit flexiblen Layouts und Tasten auf die Steuerung verschiedener Geräte eingestellt werden.
• Slide Aside – Für leichtes Multitasking schiebt man aktive Apps einfach mittels eines Drei-Finger-Griffs auf die Seite.
• Guest Mode – Der Modus schützt vertrauliche Inhalte des Smartphone-Eigentümers, indem er nur voreingestellte Apps anzeigt, wenn ein Gast das Smartphone mit einem speziellen, zweiten Passwort entsperrt.

Nach der heutigen Produktvorstellung in New York sollen innerhalb der nächsten acht Wochen mehr als 130 Mobilfunkanbieter weltweit den Verkauf des LG G2 starten. Den Anfang macht Südkorea, gefolgt von Nordamerika, Europa und anderen wichtigen, nicht genauer benannten Märkten.

Was denkst du, kann das LG G2 die Konkurrenz auf die Plätze verweisen? Ich persönlich finde, dass das LG G2 einen echt starken Auftritt hinlegt. Besonders die Größe des Displays bei vergleichsweise kompaktem Design hat es mir angetan, aber das ist natürlich Geschmackssache. Kritisch bin ich dagegen bei den auf die Rückseite verbannten Tasten. Auch die Verarbeitung fand ich bei LG nie besonders prickelnd. Ich bin gespannt, das Gerät zur IFA in der Hand zu halten!

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  1. Die Softwarelösungen um die Nutzung zu vereinfachen sind auf jeden Fall sehr interessant. Man merkt hier, dass LG versucht hat auf die Bedürfnisse der Nutzer einzugehen. Ob diese Funktionen wie “Answer Me” dann tatsächlich nützlich sind, wird wohl erst bei tatsächlichen Nutzung des Smartphones deutlich werden.

  2. Was wenn man das Handy auf die Rückseite legt? Wenn es locker in der Hand liegt, wie drückt man die Tasten dann ohne dass es herunterfällt? Das ist ein ziemlich gewagter Schritt.

  3. Und wegen so ‘nem Schwachsinn. Bin ich wieder zurück zu einem 4″ Display ohne Schnick-Schnack Zauberfeatures. Wenn ich mich daran erinnere, wie ich nach ‘nem Smartphone gesucht habe und die Leute vorm S4 beobachtet habe, wie sie versucht haben, die Seite zu scrollen durch Neigen des Kopfes…selten sowas dummes gesehen…
    Und diese, wir machen uns Phablet benutzbar, indem wir die Buttons auf die Rückseite verlagern…na klar. Die Usability bleibt trotzdem Kacke, weil kein Mensch ‘ne Daumenspannweite von 100m aufweisen kann um an die linke obere Ecke des Displays zu kommen. Deswegen fliegen Handys aus der Hand, nicht weil die Lautstärke-Wippe an der Seite sitzt.

    P.S.: Das Ding ruckelt nach ‘nem Jahr so oder so wie die Hölle, selbst wenn da der dickste Octacore drin wäre. Das liegt am OS und das sage ich als Android-Fan. Mein HTC One X, dass ich mir dummerweise gekauft habe um nochmal die Höhe der Zeit zu erreichen ist eine einzige Ruckelorgie. Mein Milestone 2 ist kaum mehr benutzbar.

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