Architekten bauen Wolkenkratzer in Spanien ohne Aufzug

wolkenkratzer

Der „Intempo“ Wolkenkratzer in Benidorm, Spanien, sollte ein strahlendes Beispiel für die Hoffnung in die heimische Wirtschaft nach der Krise darstellen. Doch vergaßen die Architekten einen der wichtigsten Bestandteile eines Hochhauses: Die Aufzüge. Der Hoffnungsträger wird plötzlich zum Leuchtturm der Einsamkeit.

Entstehen sollte ein prächtiger Wolkenkratzer zum Trotze gegen die Finanzkrise. Doch leider wurde dieses Bauwerk ausgerechnet von Spaniens „Bad Bank“ Sareb errichtet. Economia berichtete von vielen Problemen, welche bei der Konstruktion des Intempo aufgetaucht sind. Unter anderem besitzt der Wolkenkratzer an der spanischen Küste keinen Aufzug.

Schon beim Auftakt des Baus wurde dem Bauunternehmer Gier und Machtdemonstration nachgesagt. Ursprünglich als Gebäude mit 20 Stockwerken wurde das Intempo später mit 47 Stockwerken ausgestattet. Insgesamt bietet es nun Platz für 269 Wohnungen.
Die Abänderungen von den ehemaligen Bauplänen ließen die Kosten für den Bau des Wolkenkratzers letztlich aber in die Höhe schnellen. So wurden sowohl die Kosten als auch der nötige Platz für einen größeren Lift nicht bedacht. Für eine größere technische Einheit für den Motor des Aufzugs und das restliche Equipment war einfach kein Platz mehr.

Aktuell arbeiten die Architekten an einer Alternative für den einst vorgesehenen Lift und versuchen das Problem zu lösen. Vielleicht müssen sich die zukünftigen Einwohner aber einfach mit dem Gedanken abfinden, dass sie in ihrem neuen Heim viele Treppen steigen müssen. Oder Spanien erhält noch eine weitere Bauruine in einem Tourismusgebiet. [via Gizmodo.com]

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    1. @Thomas
      Der Artikel zeigt ganz deutlich, wie nah Gizmodo am Bild-Niveau ist.
      Dabei steht doch selbst im Text, das der Aufzug nicht vergessen wurde. Der Aufzug war lediglich für die ursprünglich 20 Etagen konzipiert. Für die 47 Etagen bedarf es einen größeren Aufzug, welcher sich aber so nicht einbauen lässt.

      1. @Sonari Du hast Recht mit deinem Bild-Vergleich. Schau mal bei google nach, fast keine deutschen Informationen darüber. Gizmodo war also schnell und einer der ersten, die sich des Themas annehmen – typisch BILD eben ;-) Übrigens stammt der Artikel ursprünglich von einem Focus-Bericht von heute. Ach ich vergaß, Focus ist ja auch wie Bild. Für Technik-freaks die nur die allerneusten Hhi-tec Meldungen wollen,gibt es übrigens noch andere Portale, wie Heise oder so.

  1. Muss kein Fake sein… in Spanien stehen ganze Ferienhausdörfer komplett leer. Zudem unzählige Hochhäuser. Der Staat hat als Stärkung der Bauwirtschaft Milliarden bewusst und sprichwörtlich in den Sand gesetzt. Dabei wurden auch zwischen zwei leerstehenden Ferienhausdörfern noch ein weiteres gebaut. Also total sinnlos. Von daher kann man den Spaniern auch zutrauen Häuser ohne Aufzug zu bauen.

  2. Nunja, nicht Lenz hat das falsch beschrieben, sondern die Autoren vorhergehender Artikel die sich mit dem Problem befassen. Und nicht jeder weiß, warum es einen Unterschied macht, ob es 20 oder 47 Stockwerke sind.

    Und das Symptom ist letzen Endes das gleiche: man hat keinen (funktionierenden) Aufzug. Denn nachdem man die Anzahl der Stockwerke mehr als versdoppelt hat, hat sich auch die Gesamtmasse des Aufzugs (Kabine, Seile, Gegengewichte) mehr als verdoppelt. Die Antriebe müssten also mehr als die doppelte Masse bewegen, und dafür sind die verbauten Antriebe eben nicht geeignet.

    Das heißt: die Kabine bewegt sich nicht. Ergo hat das Haus keinen Aufzug.

    1. Die Verdopplung hätte ich gerne erläutert.
      Die Kabine wird nicht doppelt so groß, nur weil mehr Etagen angefahren werden. Damit wird sie auch nicht doppelt so schwer. Die Gegengewichte stehen im Gleichgewicht mit der Kabine, die werden also auch nicht doppelt so schwer. Was sich in der Tat ändert, sind Länge und Masse der Seile.

    1. Genau! Jetzt müssen wir nur noch das Überhol-Problem (und ein paar weitere, zum Beispiel mit Antrieb und Steuerung) lösen. Du bist schon ne wahre Blitzbirne!

      1. Nix überhollen !
        In der Mitte umsteigen !
        Solche Lösungen gibt es bereits !!!
        >
        Auch wenn dem Kritiker das Vorstellungsvermögen fehlt !

      2. „Nix überhollen !“
        Stimmt. Aber überholen wäre für die von dir angesprochene Kapazitäts-Erhöhung nötig.
        „In der Mitte umsteigen !“
        Das ist ein WOHNHAUS. Die wenigsten Leute wollen von Etage A nach Etage B. Die meisten wollen von ihrer Wohnetage ins Erdgeschoss bzw. in den Keller und umgekehrt. Ein System mit zwei Aufzügen im gleichen Schacht, von denen einer den oberen und einer den unteren Teil bedient (mit einer Umsteigemöglichkeit in der Mitte) erhöht nicht die Kapazität im Vergleich zu einem durchfahrenden Aufzug, sondern verringert sie. Abgesehen davon, dass diese „Lösung“ bei einem Haus, bei dem schon EIN Aufzug, der alle Etagen bedient, nicht eingebaut werden kann, völlig bescheuert ist.
        „Solche Lösungen gibt es bereits !!!“
        1. ist das keine Lösung für das hiesige Problem
        2. gehört zwischen den letzten Buchstaben und das Satzzeichen kein Leerzeichen
        3. sind Satzzeichen keine Rudeltiere. Oder wie Terry Pratchett so schön schrieb: „multiple exclamation marks. the sure sign of a diseased mind.“

    1. Bei diesem System habe ich zwar zwei Aufzüge in einem Schacht, aber keiner von denen fährt von unten bis oben durch. Eine Kapazitätssteigerung ist das also gerade nicht, ganz im Gegenteil, die Kapazität ist niedriger als die eines durchfahrenden Aufzugs. Dafür habe ich hier aber tatsächlich ungefähr doppelte Lasten. 2 Kabinen, 2 Kabelsätze, 2x Gegengewichte, anderthalb Antriebe.
      Deine Fixe Idee löst das Problem des Hochhauses nicht.

      1. @““SULL““
        Bei dem Twin- Auszugskonzept mit 2 Fahrkörben,
        ist das Umsteigen nicht genau in der Mitte zwangsweise festgelegt.
        Die Etage wo umgestiegen werden soll, wird durch intelligente Software dynamisch flexibel angepasst, um aus dem Aufzugs System das Maximale an Beförderungskapazität herauszuholen.
        Z.B. wenn Leerlauf ist,
        kann der unterer Fahrkorb, von der untersten Haltestelle zu der vorletzten Haltestelle ganz Oben durchfahren.
        Oder der oberer Fahrkorb, kann von der höchsten Haltestelle zu der vorletzten Haltestelle ganz Unten durchfahren. Und wenn eine Keller-Haltestelle vorhanden ist, dann können beide Fahrkörbe bis zum Erdgeschoss durchfahren, wo die Meisten hin wollen. Der unterer Fahrkorb wird ggf. kurz im Keller geparkt.
        Sonst kann man von ersten Etage zu EG runter laufen, was schneller ist als Umsteigen…
        Man könnte in die Optimierung der maximale Beförderungskapazität auch von Anzahl der Fahrgäste (Gewicht) im Fahrkorb einbeziehen.
        Und für Notfälle, bzw. VIPs die zum Penthouse wollen, kann eine Prioritäts- Durchfahrt autorisiert werden.
        >
        Und zum Abschluss ein TIP an den / die bellenden Kritiker:
        Nicht alles was ihr nicht kennt, gibt es auch nicht.
        Erstmal immer Gehirn einschalten, die Plausibilität prüfen, und ggf. recherchieren…
        Statt sofort los zu bellen…
        lol

      2. „Erstmal immer Gehirn einschalten, die Plausibilität prüfen, und ggf. recherchieren…“
        Ja, das wäre zu empfehlen.
        Also: Wir haben hier ein WOHNHAUS. Typische Aufzugsnutzung ist dabei nicht „von der 4. Etage in die 37.“, sondern „vom EG in die 37.“, „vom EG in die 25.“, „von der 40. in den Keller“.
        Das war der erste Teil des Problems. Schon für diesen Fall stellt „2 Aufzüge in einem Schacht“ keine Kapazitätssteigerung dar.
        Jetzt kommt der zweite Teil des Problems: Aufgrund eines Planungsfehlers ist es nicht möglich, EINEN Aufzug in den Schacht zu dengeln, der von ganz oben bis ganz unten alle Etagen bedient. Da ist es erst recht nicht möglich, ZWEI Aufzüge (Begleiterscheinung: doppeltes Gewicht, zwei Antriebe, zusätzlich die Steuerung der beiden Dinger abhängig voneinander) irgendwie sinnvoll unterzubringen.
        Ginge es mit zwei Aufzügen im Schacht, dann ginge es auch problemlos mit einem. Es geht aber nicht mit einem, also geht es mit zweien erst recht nicht. Gehirn einschalten, Plausibilität prüfen und so!

      3. @““SYLL““
        Lese bitte genau und vollständig:
        Auch die Kommentare vom 9.Aug. 2013 21:14 + 9.Aug. 2013 21:15 !
        Dort wurde im Context Außen- Aufzug als nachträglicher Lösungsansatz vorgeschlagen.
        Daher sind die durch dich fixierten, vorhandenen Schächte nicht vordergründig relevant…
        >
        Und was ist so wichtiges bei dir in der 37 Etage ?
        Und warum sollten deine (37) Fahrgewohnheiten repräsentativ sein ?
        Büros / Praxen mit viel Kundenverkehr werden in den unteren Etagen bevorzugt…

      4. „Lese bitte genau und vollständig:“
        Das heißt „lies“.
        „Dort wurde im Context Außen- Aufzug als nachträglicher Lösungsansatz vorgeschlagen.“
        Kontext. Außen-Aufzug. Und ja, das wäre ein Lösungsansatz gewesen.
        „Und was ist so wichtiges bei dir in der 37 Etage ?“
        Lass dir bei Gelegenheit den Begriff „Beispiel“ erklären.
        „Und warum sollten deine (37) Fahrgewohnheiten repräsentativ sein ?“
        Es sind nicht *meine* Fahrgewohnheiten, es sind die *üblichen* Fahrgewohnheiten in einem WOHNHAUS. Man kommt von draußen und will zu seiner Wohnung. Oder man kommt aus seiner Wohnung und will nach draußen. Man kommt nur selten aus seiner Wohnung und will in eine andere Etage. Das wäre aber der einzige Fall, in dem das „2 Aufzüge in einem Schacht“-System nennenswerte Vorteile hätte.

  3. Hochhaus unten abflexen, auf die seite legen und ein paar leitern an die wand – gut is

    hoffentlich haben se wenigstens an die treppen gedacht -_-

  4. Der Autor der ursprünglichen englischsprachigen Version dieses Gizmodo-Artikels, der diesen ganzen Hoax erst in die Welt gesetzt hat, hat sich inzwischen kleinlaut von „null Aufzüge“ auf „elf Aufzüge“ korrigiert und gibt die Schuld einem etwas konfusen Artikel in El País, den er aber vermutlich überhaupt nicht gelesen hatte und der auch nichts von nicht funktionierenden Aufzügen enthält. http://gizmodo.com/the-builders-of-this-spanish-skyscraper-forgot-the-elev-1065152844

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