System öffnet Türen im Hochsicherheitstrakt

gefängnis sorftware, via wired.com

Nachdem sich am 13. Juni in einem Gefängnis in Florida plötzlich die Türen des Hochsicherheitstraktes öffneten, wird untersucht, ob das verwendete Computer-System für den fatalen Fehler verantwortlich ist. Gangmitgliedern war es bei dem Vorfall gelungen, einen Mithäftling anzugreifen, der sich mit einem Sprung vom Balkon vor seinen Angreifern retten konnte.

Der US-Tageszeitung “Miami Herald” wurde ein Überwachungsvideo zugespielt, welches die Vermutung auf einen Systemfehler widerlegen soll. Darauf sind besagte Bandenmitglieder zu sehen, die unmittelbar nach Türöffnung bewaffnet die Zelle verlassen, um die Attacke zu starten. Da eben jene nach einer geplanten Tat aussehe und sich ausschließlich Türen im Bereich des Hochsicherheitstraktes öffneten, ungewiss, ob wirklich ein technischer Fehler vorliegt.

Für die computergesteuerte Öffnung der Türen bekam das System des Gefängnisses kürzlich ein Update. Hinter diesem steht die IT-Firma “Black Creek Integrated Systems”, die sich seit 26 Jahren auf derartige Software spezialisiert hat. Das Programm lässt eine gleichzeitige Öffnung der Türen zu, obwohl solch eine Funktion in Hochsicherheitstrakten selbstverständlich nicht üblich ist.

Bereits im Vormonat wurden die Türen des Traktes unter seltsamen Umständen geöffnet, eine Untersuchung erbrachte hingegen keine Ergebnisse. Nach dem Vorfall, bei dem niemand verletzt wurde, installierten Techniker eine zusätzliche Sicherheitsfunktion. Trotzdem wiederholte sich der Vorfall im Juni. Das Sicherheitssystem ist nun Gegenstand einer Untersuchung der Polizei. Zusätzliche Brisanz verschafft ein ähnlicher Fall in Maryland, bei dem sich 500 Gefängnistüren gleichzeitig öffneten. Damals wurde ebenso ein Glitch im System vermutet, der sich drei Tage später wiederholte.

Sicherheitsexperten hatten die Programme bereits zuvor unter die Lupe genommen. Dabei fanden sie einige Schwachstellen, die von außerhalb des Gefängnisses hätten ausgenutzt werden können. Gängig sei es laut der Forscher außerdem, dass korrupte Gefängnisbeamten USB-Sticks mit Malware am Rechner anschließen, um so einen Zugriff von außen zu ermöglichen. Des Weiteren erhielten die Wärter öfters E-Mails mit schadhaften Inhalten. Der Zugang zum Internet von diesen Rechnern sei zwar untersagt, in der Praxis sähe dies meist anders aus. Eine Stellungnahme von Black Creek Integrated Systems blieb bisher aus.

[via Der Standard]

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