Allianz berechnet Schäden im Film „Hobbit – Eine unerwartete Reise“

DER HOBBIT  EINE UNERWARTETE REISE

Allianz-Mitarbeiter sind schon ein komisches Völkchen. Denn während unsereiner beim Schauen von „Hobbit – Eine unerwartete Reise“ mit den Hauptcharakteren fiebert, zählen Allianzmitarbeiter, was im Film alles kaputt geht – inklusive Wiederherstellungskosten der Kathedrale mit Selbstbeteiligungsbeitrag und einer Beerdigungskostenpauschale pro getöteten Ork.

Bei der Allianz scheint es skurriler zu Werke zu gehen, als ihr vielleicht etwas spießiges Image im ersten Moment vermuten lässt. Anders lässt es sich nicht erklären, dass die Allianz in einer Pressemitteilung die im „Hobbit – Eine unerwartete Reise“ -Film verursachten Schadensfällen im Detail auseinanderklamüsert und einen fiktiven Versicherungsschaden von 323 Millionen Euro netto errechnet.

Allerdings würde das Eintreiben einer solchen Versicherungssumme wohl einen ausgedehnten Rechtsstreit (oder einen Akt des Krieges) nach sich ziehen. Denn wie Nils Möckelmann, Fachberatung Sonderschäden, und Andreas Hufgard aus dem Bereich Großschadensregulierung in der Pressemitteilung betonen, könnten Sie den bei ihnen haftpflichtversicherten Zwergen und Gandalf „ die Deckung versagen, weil die Körperverletzungen und Tötungen offensichtlich vorsätzlich ausgeführt wurden.“ Abgesehen von solchen bürokratischen Kleinigkeiten amüsieren besonders die Einzelpunkte der Schadenssumme.

Abtrennung eines Bösewicht-Unterarms:
– Schmerzensgeld: 5.000 Euro
– Heilbehandlungskosten: 500 Euro (der Bösewicht behilft sich mit einer preiswerten Hakenspieß-Prothese)
– Verdienstausfallschaden: 200 Euro (der Bösewicht verdient als Heerführer 100 Euro täglich und erholt sich schnell wieder)
– Haushaltsführungsschaden: entfällt, „da der Bösewicht nicht glaubhaft machen kann, dass er jemals seinen Mitbewohnern eine Hilfe im Haushalt war“

Verwandlung dreier Fantasy-Gestalten in Steinfiguren
– Kein Schaden, weil: keine Angehörigen bekannt, die Ansprüche stellen könnten
– Keine Beerdigungskosten, da die Trolle nun ihre eigenen Grabsteine sind
100 Bösewichter und Gestalten „verletzt, erstochen, enthauptet, getötet“
– Schmerzensgeldpauschale pro Ork: 5.000 Euro (also insgesamt 500 000 Euro)
– Heilbehandlungs- bzw. Beerdigungskostenpauschale pro Ork: 1.000 Euro (also insgesamt 100 000 Euro)
– Verdienstausfallschaden pro überlebendem Ork: 100 Euro (wegen Hungerlohn; insgesamt 3.000 Euro)

25 Riesenwölfe („groß wie Ochsen“) „verletzt, erstochen oder in die Tiefe gestürzt“
– Wert eines Wargs rund 100.000 Euro (insgesamt 25 Wargen, also 2.500.000 Euro) : „Warge gehören einer vom Aussterben bedrohten Tierart an, so dass ihr Tod höchst bedauerlich und der Schaden kaum zu ersetzen ist“, so die Allianz.
Ermittlung des Gesamtschadens für Kathedrale und Festung nach Brand
– Entsorgung von 300 000 Tonnen Stein und sonstigen Materialien (190 Euro je Tonne) = 57 Millionen Euro
– Abrisskosten: sieben Tage je acht Stunden bei 30.000 Arbeitern (je Arbeiter in sieben Tagen rund zehn Tonnen) mal 39,00 Euro pro Stunde = 65,5 Millionen Euro

Wiederherstellungskosten der Kathedrale bzw. Festung:
– 199 Millionen Euro für eine Standardfestung (145 Meter lang, 85 Meter breit, 45 Meter hoch)
– Selbstbeteiligung von 1,5 Millionen Euro ist hier mitgerechnet

Kosten für den Goldschatz, der „im Rahmen von Rettungskosten evakuiert“ wurde:
– Zehn Tage mal 100 Arbeiter mal zehn Stunden , bei einem Goldschatz von 2.000 Kubikmetern – 390.000 Euro (bei 39 Euro Stundenlohn)

[via Focus.de; Bild: Warner Bros]

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