Dieses Sofa balanciert dank Satellitentechnologie auf nur einem Bein [Video]

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Künstler sind unter anderem für die Fähigkeit bekannt, Technologie zu rekontextualisieren und auf oft außergewöhnliche Weise einzusetzen. Genau das hat Jacob Tonski mit seiner aktuellen Installation erreicht, bei der ein Sofa aus dem 19. Jahrhundert auf einem Bein balanciert. Balance From Within mag auf den ersten Blick wie eine optische Täuschung wirken, tatsächlich nutzt Tonski für den Effekt aber ein Reaktionsrad.

Reaktionsräder werden vor allem bei Satelliten und anderen Raumfahrzeugen eingesetzt und sorgen hier für eine automatische Ausrichtung im All. Mit Reaktionsrädern kann man damit beispielsweise erreichen, dass ein Weltraumteleskop immer auf einen präzisen Punkt ausgerichtet ist. Die Räder drehen sich permanent und rufen bei stärkerer Drehung eine entgegengesetzte Rotation des Satelliten hervor.

Tonski baute in besagtes Sofa ein zweiachsiges Reaktionsrad ein. Da immer noch die Chance besteht, dass das Sofa irgendwie umstürzt, sind die Einzelteile mit Magneten zusammengehalten. Kracht das Sitzmöbel also irgendwann mal auf den Boden, können die Teile zusammengesammelt und einfach wieder zusammengesetzt werden. [via Faith is Torment]

Jacob Tonski, Balance from Within (2010-2013) from STUDIO for Creative Inquiry on Vimeo.

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  1. Bei einem Gyroskop handelt es sich um seinen Sensor für Drehmomente eines Objekts – nicht um ein Aktuator. Reaktionsrad ist also die korrekte Bezeichnung für den verwendeten Aktuator, die Erläuterung ist aber verkehrt. Anders als bei der Drallrad-Stabilisierung, drehen sich die Räder eines Reaktionsrades nicht permanent, sondern nur wenn Störungen in Form von Drehmomenten auf das Objekt wirken. Durch die erzeugten „Gegendrehimpulse“ wirken die Reaktionsräder damit stabilisierend. Allerdings muss nach dem Aufnehmen eines Drehimpulses das Reaktionsrad natürlich konstant weiterdrehen, da ein Abbau des Drehimpulses des Reaktionsrades sich auf das zu stabilisierende Objekt übertragen würde. Daher kann nach vielen gleichförmigen Störungen am Reaktionsrad eine Sättigung einsetzen – die maximale Drehzahl ist erreicht und das Reaktionsrad kann keine weiteren Störungen aufnehmen. Im Fall von Satellitenstabilisierung werden die Reaktionsräder regelmäßig entsättigt (runtergefahren). Damit der Satellit währenddessen nicht zu stark ins Trudeln gerät (bzw. die Reaktionsräder hinterher wieder sämtliche Störungen aufnehmen müssen), erzeugen am Satellit verbaute Spulen ein starkes Magentfeld, mit dem sich der Satellit am Magnetfeld der Erde ausrichten kann. Hat er sich beruhigt und sind die Reaktionsräder vollständig entsättigt, kann wieder auf die wesentlich genauere Reaktionsradstabilisierung umgestellt werden.

  2. Erm … wow … ? O.o

    Was genau möchte besagter Künstler jetzt damit zum Ausdruck bringen? Oder geht es rein um „Satelitentechnik“? Selbst bei den stellenweise recht fragwürdigen Beweggründen für diverse Kunstprojekte ist dieses hier doch mehrals fraglich.

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