Test: Bose QC 20 – die ersten In-Ohr-Kopfhörer von Bose mit Noise Cancelling

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Schon länger bietet Bose Kopfhörer an, die über eine aktive Geräuschunterdrückung verfügen. Jetzt stellt Bose mit dem Quiet Comfort 20 zum ersten Mal einen In-Ohr-Kopfhörer vor, der über diese Technologie verfügt. Im Test hat sich der QC 20 als wahres Klangwunder erwiesen – mit 299 Euro hat er aber auch seinen Preis.

Design und Zubehör

Zunächst fällt das kleine, flache Kästchen auf, das sich am unteren Ende des Kabels befindet, neben dem 3,5mm-Klinkenstecker. Hier sitzt natürlich der Akku. Zusammen mit Smartphone oder MP3-Player nimmt er in der Hosentasche viel Platz ein, bietet dafür aber eine Laufzeit von satten 16 Stunden. Der QC 20 kommt mit reichlich Zubehör: einem USB-Kabel, um den Akku zu laden, einer kleinen Tragetasche, einem Kleiderclip und vor allem mit Ohreinsätzen in drei Größen.

Tragekomfort

Auch ohne eingeschaltetes Noise Cancelling blendet der QC 20 einen großen Teil der Umgebungsgeräusche aus – denn er sitzt perfekt im Ohr. Die weichen Ohreinsätze schmiegen sich wunderbar in den Gehörgang, machen dicht, ohne zu drücken. Kleine flexible Bügel sorgen dafür, dass sie auch dort bleiben. So ist selbst Sport mit dem QC 20 kein Problem.

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Perfekter Sitz im Ohr dank anschmiegsamer Ohreinsätze

Bedienung

Der QC 20 wird über einen kleinen Schiebeknopf am Akku eingeschaltet. Eine LED zeigt den Ladestatus an, ebenso, ob die Funktion zur Geräuschunterdrückung aktiviert ist oder nicht. Diese wird mit einer integrierten Fernbedienung gesteuert. Das ist praktisch – lässt sie sich doch so schnell und unkompliziert deaktivieren, so dass der Hörer Außengeräusche wieder mitbekommt, etwa Durchsagen im Zug. Die Fernbedienung verfügt über eine weitere Funktion: Ist der QC 20 an ein Smartphone angeschlossen, kann er auch als Freisprecheinrichtung benutzt werden. Über einen Knopf an der Fernbedienung kann das Gespräch angenommen werden, über ein eingebautes Mikrofon wird gesprochen. Im Test mit einem Smartphone von LG hat das wunderbar funktioniert. Achtung: Wer den QC 20 mit einem iPhone oder iPad benutzen möchte, benötigt das Modell QC 20i!

Sound

Der Sound des QC 20 ist, wie von Bose gewohnt, hervorragend. Die kleinen Kopfhörer erzeugen einen starken, dynamischen Klang, der präzise und ausgewogen daherkommt. Nur etwas mehr Bass hätten wir uns gewünscht. Das Noise Cancelling funktioniert fantastisch, störende Umweltgeräusche werden effektiv ausgeblendet, so dass die Musik auch bei leisen Passagen genossen werden kann. Das funktioniert besonders gut bei Dauergeräuschen, etwa dem Brummen eines Flugzeuges oder dem Rauschen eines ICEs. Kurze, hohe Schallpegel, wie etwa Schreie oder laute Stimmen, werden dagegen nur unzureichend kompensiert. Klangunterschiede während des Betriebs mit oder ohne Noise Cancelling sind minimal. Ist der QC 20 allerdings komplett ausgeschaltet, leidet die Soundqualität enorm, dann klingt er wie ein Billigmodell aus dem Supermarkt.

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Fazit

Wir haben die QC 20 in den letzten Wochen ausgiebig getestet – beim Sport, im Flugzeug, im ICE. Und wir sind – mit kleinen Abstrichen – begeistert. Er sitzt perfekt im Ohr, liefert großartigen Sound und die Geräuschunterdrückung funktioniert wunderbar, vor allem im Flugzeug hat sie sich als wahre Wohltat erwiesen. Schade nur, dass die Klangqualität bei ausgeschaltetem Gerät bzw. bei leerem Akku so extrem nachlässt. Das dürfte bei einem Kopfhörer von Bose nicht sein. Mit einem Preis von aktuell 299,- Euro erscheint uns der QC 20 außerdem extrem teuer. Vergleichbare Modelle anderer Hersteller sind schon zu einem Bruchteil des Preises erhältlich. Hier muss natürlich der Name Bose mitbezahlt werden. Wen der Preis nicht schreckt, erhält mit dem QC 20 jedoch einen In-Ohr-Kopfhörer der Spitzenklasse.

Spezifikationen laut Bose

Länge: 132 cm
Gewicht: 44 g
Ladezeit: 2 Stunden
Akkulaufzeit: 16 Stunden bei vollständiger Ladung

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  1. Die Geschichte um den Akku kommt mir ein wenig zu kurz. Stört er denn nicht beim Tragen? Der kommt mir doch recht klobig vor. Und in die Hosentasche zusammen mit z.B. einem iPhone möchte ich ihn auch nicht unbedingt stecken. Gleichzeitig ist das Kabelstück vom Klinkenstecker zum Akku aber auch zu kurz, um ihn irgendwo anders unterzubringen.

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