Legendär gut: Review zu Rayman Legends

Rayman Legends, Bild: Ubisoft

Um Rayman war es nach Hoodlum Havok aus dem Jahre 2003 recht still. Nach dem zur Gänze ausgeschlachteten zweiten Teil und unzähligen Ablegern der Raving Rabbits, feierte der gliederlose Held erst vor Kurzem mit Rayman Origins sein würdiges Comeback. Die Fortsetzung, Rayman Legends, sollte ursprünglich schon vor Monaten exklusiv für Wii U erscheinen. Nachdem der Titel endlich erschien, haben wir ihn uns genauer angesehen.

Es gibt heutzutage nicht mehr allzu viele Jump ‘n’ Runs, die einen über Stunden fesseln und dazu teils noch bockschwer sind. Dabei hat Rayman Legends streng genommen nicht einmal wirklich eine richtige Handlung. Aber mal ehrlich, welcher Plattformer hat die schon? Vielmehr geht es um den Spaß und die Abwechslung in den vor Kreativität nur so sprühenden Levels. Ihr klappert hinter Gemälden steckende Level ab und rettet 700 Kleinlinge. Alleine oder bis zu fünft. Auf eurem Weg könnt ihr allerhand Extras wie Zusatzlevel, Plüschtiere, neue Charaktere usw. freispielen. Alles natürlich nur, wenn ihr jeden Abschnitt in Perfektion abschließt.

Abwechslung und Umfang

Im Gegensatz zu Rayman Origins seid ihr in Legends von Beginn an im vollen Besitz all eurer Fähigkeiten und könnt sofort loslegen. Während ihr also Kleinlinge befreit, die mal mehr, mal weniger schwer versteckt sind, sammelt ihr Lums – hauptsächlich, um neue Charaktere zu erhalten. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Rayman, seinen Freund Globox, die Barbarin Barbara und einen Kleinling, sowie eine ganze Riege verschiedener Ausführungen dieser vier. Witzig: Rayman und Globox können abei in die Kostüme von Mario und Luigi schlüpfen. Um die letzte Figur freizuschalten müsst ihr sage und schreibe 1.000.000 Lums sammeln. Dies dürfte seine Zeit in Anspruch nehmen.

Was neben den vielen Extras für Langzeitmotivation sorgt, sind die sehr unterschiedlich gestalteten Levels – den Designern sind hier die Ideen gewiss nicht ausgegangen. Ob geheime Unterwasserlabore oder Fantasiewelten, in denen ihr euch sprichwörtlich durch den Speck fresst. Keine Strecke gleicht der nächsten. Diese Vielfalt macht den Mangel an Handlung wett. Außerdem gibt es sprichwörtlich jeden Tag etwas Neues zu entdecken: In Herausforderungen des Tages, tretet ihr online gegen die Geister eurer Freunde an oder flitzt in Rekordzeit durch “heimgesuchte” Gemälde, in denen ihr euch nicht einen falschen Knopfdruck leisten dürft. Da relativ häufig zwischengespeichert wird,  hält sich die Frustration aber in Grenzen.

Rayman Legends, Bild: Ubisoft

Kein Level gleicht dem anderen. Leider müsst ihr oft so schnell voranpreschen, dass kaum Zeit für den schönen Ausblick bleibt.

Am Ende einer jeden Welt warten stets zwei besonders spaßige Gemälde auf euch: Hinter einem verbirgt sich ein fordernder Bosskampf, den ihr aber spätestens nach wenigen Anläufen durchschaut habt, hinter dem anderen fetzige Musiklevel. Letztere haben mir besonders gefallen: Meist flüchtet ihr vor einer Feuerwand, während ihr im Takt eines Liedes auf Gegner und Plattformen springt oder einen Wälle zerschlagt. Das Repartoire der Songs reicht von fetzig rockig, über orchestral, hin zu Stücken, wie sie etwa in Kill Bill vorkommen. Wer den Rhythmus im Blut hat, hat hier einen Heidenspaß.

Gleicher Spielspaß auf allen Konsolen?

Schade an Rayman Legends ist, dass sich Ubisoft so viel Mühe mit der Levelgestaltung gegeben hat, oft aber überhaupt keine Zeit bleibt, sich die detailverliebten Comicwelten genau anzusehen. Denn in seinem Stil ist Rayman wahrlich ein einzigartiger Hingucker. Dies zeugt dafür wiederum von Qualität. Die Entwickler haben sich nicht lumpen lassen und diesen Umstand ausgenutzt.

Daneben fällt auf, dass Rayman Legends ursprünglich als Wii U-Exklusivtitel angedacht war. In einigen Passagen übernehmt ihr via Touchpad Kontrolle über den Helfer Murphy, mit dessen Unterstützung ihr Gegner kitzelt, Plattformen verschiebt oder Seile durchtrennt. Auch der Bewegungssensor des Controllers kommt zum Einsatz. Angesichts dessen frage ich mich, ob hier Spieler anderer Konsolen, gerade bei extrem rasanten Abschnitten benachteiligt sind.

Fazit

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Rayman ist zurück! Auch bei Legends handelt es sich um einen Qualitätstitel – für alle aktuellen Konsolen. Das kreative Leveldesign, der Grafikstil, gepaart mit dem unverwechselbar schrägen Rayman-Humor ergeben einen Mix, der einen den Controller nicht mehr aus der Hand legen lässt. Online-Herausforderungen kommen dem Wiederspielwert zugute, nur wäre ein Online-Multiplayer noch schön gewesen. Ansonsten schafft der Titel eine perfekte Mischung zwischen spielerischer Herausforderung und der Vermeidung von zu viel Frustration. Daher erhält Rayman Legends von mir 4,5 Sterne!

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