USA: Facebook-Like fällt unter das Recht auf freie Meinungsäußerung

like

Jeder mit Facebook-Account kennt das: schnell drückt man auf 'Gefällt mir', ohne groß über Konsequenzen nachzudenken. In den USA, so hat jetzt ein Gericht entschieden, fällt das Liken von Facebook-Seiten unter das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Kaum ein Grundrecht ist den Amerikanern so heilig wie der erste Zusatzartikel zur Verfassung, der das Recht auf freie Meinungsäußerung garantiert. Jetzt hat ein Berufungsgericht entschieden, dass dieses Recht auch bei Facebook gilt.

Dem Urteil lag ein langjähriger Rechtsstreit zugrunde. Sechs Angestellte eines Sheriffs in Virginia, der sich 2009 um seine Wiederwahl bemühte, hatten die Facebook-Seite seines politischen Gegeners geliket. Nach der gewonnenen Wahl feuerte der Sheriff eben diese Mitarbeiter. Ein Bezirksgericht wies seinerzeit die Klagen der entlassenen Angestellten ab: ein Like bei Facebook, so das Urteil, erfordere nicht genug Aufwand, um als geschützte Meinungsäußerung zu gelten.

Das sah ein Berufungsgericht jetzt anders. Ein Like sei gleichzusetzten mit einer politschen Äußerung, etwa dem Aufstellen eines Wahlschildes im Vorgarten, und somit auch vom ersten Verfassungszusatz geschützt. Auf Deutschland hat das US-Urteil freilich keine Konsequenzen. Auch hier gibt es ein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung, es kann jedoch in gewissen Fällen – etwa dem Leugnen des Holocausts – eingeschränkt werden.

[The Verge via gizmodo.com]

Tags :
  1. Wenn liken freie Meinungsäußerung wäre, dann würde es die Funktion, mit der man Leute einladen kann etwas zu liken, nicht geben. Wenn liken freie Meinungsäußerung wäre, dann würden unternehmen nicht alle 10 Sekunden versuchen, dass man sie aus irgend einem Grund bei Facebook liked. Dann würde es keine Gewinnspiele geben, an denen man nur teilnehmen kann, wenn man eine Seite liked.

    Dadurch, dass zum Liken aufgerufen wird, verliert er seine Freiheit.

    In wahrheit bedeutet liken soetwas wie „jajajaja……..“

    1. Aus dem Umstand, das einem vorgeschlagen wird etwas zu liken, abzuleiten, das die Reaktion keine freie Meinungsäußerung wäre, ist totaler blödsinn^^

      Jedem ist es erlaubt, andere zu bitten/zu überzeugen, die eigene Meinung zu unterstützen oder zumindest zu teilen. Nichts anderes ist es, wenn man gebeten oder aufgefordert wird, ein statement (eine Sache) zu liken.

      Wenn Du recht hättest, wäre eine Bundestagswahl ja auch keine freie Wahl mehr, nur weil(!) es Wahlkampf gibt ;-)

      1. Das stimmt was du sagst mit dem Wahlkampf, weil es Menschen gibt, die sich keine eigenen Meinungen bilden und wirklich nur die wählen, die am meisten werben.

        „sag mal deinen Freunden, dass mein Unternehmen toll ist“ ist für dich freie Meinung? Das ist gezwungene Meinung, die man vielleicht nur aus Höflichkeit vertritt. Daher jajaja. Das ist wie wenn du von jemandem mit einem Klemmbrett an irgend eiben belebten Platz einen Vertrag unterschreibst und so tust als wäre es deine eigene Initiative.

        Der like verliert auch seinen Charakter als freie Meinung, weil unternehmen Facebooklikes als freie Meinungen verkaufen, die automatisch generiert werden. Werbefirmen haben Armeen von gefälschten Facebookprofilen unechter Menschen, die eben bei Bedarf alle ein unternehmen liken.

        Abrakadabra 300.000 likes in 2 Wochen. Likes lassen sich auch erhacken, ist schließlich nur eine Zahl auf irgendeinem Server.

        Likes sind gar nichts.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising