NSA – Mauerbau war früh bekannt

Berlin, Brandenburger Tor, Mauerbau

Der US-Geheimdienst NSA hätte den Verlauf der deutschen Geschichte nach dem Ende des zweiten Weltkrieges anscheinend maßgeblich verändern können. Mitarbeiter der NSA wussten bislang geheimen Dokumenten zufolge sehr früh über den Bau der Berliner Mauer bescheid. Die wichtigen Informationen wurden allerdings nicht an die Vereinigten Staaten von Amerika weitergeleitet.

Vergangenen Mittwoch veröffentlichte das National Security Archive bislang unter Verschluss gehaltene Dokumente über die Zeit des Kalten Krieges. Diesen Dokumenten nach wusste die NSA bereits im August 1961, vier Tage vor dem Beginn des Mauerbaus zwischen Ost- und Westdeutschland, von der Entscheidung der DDR Regierungspartei zum Bau der Mauer. Der US-Geheimdienst hatte die Nachricht der SED abgefangen und die Pläne zur Sperrung der Grenzübergänge in Berlin erhalten. Von der NSA wurde diese Nachricht als „ersten Schritt in einem Plan, die Grenze zu schließen“ gewertet. Diese Informationen wurden jedoch nicht an die US-Regierung weitergeleitet.

US-Prominenz und Vietnam-Gegner waren im Fokus der NSA

Zusätzlich weisen die nun veröffentlichten Dokumente darauf hin, dass die NSA auch prominente US-Bürger ausspioniert hatte. Die Geheimoperation „Minaret“ beschäftigte sich mit der Bespitzelung von US-Bürgern und regimekritischen Senatoren zur Zeit des Kalten Krieges. Ziel von Minaret war die Überwachung von möglichen Terroristen. Unter anderem seien Akten über den Bürgerrechtler Martin Luther King und den Boxer Muhammad Ali angelegt worden. Auch Gegner des Vietnam-Krieges und Journalisten wären laut Unterlagen vom Spionagedienst abgehört worden.

Der US-Geheimdienst war schon zur Zeit des Kalten Krieges ein wichtiges Instrument der USA

Die Dokumente zeigen aber grundsätzlich wie sehr die NSA in der Weltgeschichte und letztlich auch in unserer Vergangenheit verwurzelt ist. Auf die Frage: Was wäre gewesen, wenn die USA schon vorzeitig vom geplanten Mauerbau Wind bekommen hätten (?), lässt sich keine klare Antwort geben. Von einer strategischen Geheimhaltung bis hin zu einer Fehleinschätzung der politischen Lage wäre alles denkbar gewesen.

(Dokument: The National Security Archive)

[via Welt.de undgmx.de]

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