Privatfirmen planen Totalüberwachung mit Satelliten noch 2013

satellit

66 Kameras werden noch benötigt um die Welt komplett zu überwachen, auch als Privatperson. Bei circa 50 Millionen Überwachungskameras und Webcams wirken ein paar weitere Modelle nicht erschreckend. Doch diese sollen in Form von 66 Satelliten den Globus künftig aus dem Orbit observieren.

Die Firmen Skybox und Planet Labs Inc. wollen die Welt zugänglich machen, für jeden. Was Google Earth und Google Street View einst begannen, wollen diese kalifornischen Start-Ups zu Ende bringen. Ihr Ziel: Jeden Winkel der Erde via Foto oder Videosequenz einsehbar machen und zwar in Echtzeit. Wie bei jeder handelsüblichen Webcam sollen die Bilder täglich mehrmals aktualisiert werden.

Vorteile für Privatpersonen

Zuerst wollen wir noch die positiven Aspekte für Privatpersonen klären, denn diese sind rasch erschöpft: Wie ist das Wetter am anderen Ende der Welt? Ist in meinem Lieblingsbiergarten viel los? Steht mein Auto noch dort, wo ich es gestern Nacht abgestellt habe? Das war es dann aber fast auch schon.

Großes Interesse seitens der Wirtschaft

Große/kleine Wirtschaftskonzerne, Arbeitgeber und vor allem Versicherungen werden zukünftig wesentlich mehr von den Satelliten haben. Die Live-Überwachung von angeblich kranken Mitarbeitern, eine nahezu perfekte Verkehrsüberwachung oder die tatsächlichen Arbeitsstunden und Fortschritte auf Baustellen wären nur ein paar der „kleineren“ Möglichkeiten. Versicherungen können Naturkatastrophen mit ständig aktuellem Bildmaterial verfolgen und ihre Schadensberechnungen präzisieren. Weltkonzerne organisieren einen effizienteren Schiffsverkehr, eine bessere Bewässerung der Plantagen in Afrika, Indien oder Südamerika.

Vorteile für den Naturschutz

Ja, in puncto Naturschutz würden die Satelliten wahrscheinlich Einiges verbessern können. Ob es sich nun um einen havarierten Tanker, den aktuellen Bestand des Regenwaldes oder einen Tsunami vor Indien handelt – für diese Zwecke wäre ein globales Satellitensystem mit Live-Bildern ein Segen.

Keinerlei Datenschutz

Doch ein Segen wird dieses System nur für die Natur sein. Tracy Nguyen von Planet Labs gestand, dass es noch wenige Gesetze weltweit für private Satellitenbetreiber gäbe. Sie würden gerade erst geschrieben werden, doch man sei auf den „sozialen Nutzen der Daten“ bedacht. Das andere Start-Up, Skybox, will hingegen auch Videos zugänglich machen und gab noch keinerlei Statement bezüglich Datenschutz bekannt.

Timothy Edgar, ein US-amerikanischer Bürgerrechtsanwalt, warnte ausdrücklich vor den geplanten Satelliten:

„Die Mikrosatelliten liefern Bilder, die stark in die Privatsphäre eindringen können. (…) Wir sind es nicht gewohnt, dass diese privaten Daten in die Hände von so vielen Personen gelangen.“

Und damit hat er nicht unrecht. Schon allein die Unkenntlichmachung von Nummernschildern oder Gesichtern bei Echtzeitaufnahmen scheint hoffnungslos. Stalker und Paparazzi hätten ungenierten Einblick in unser Privatleben. Und jede noch so kleine Straftat würde sofort erfasst werden.

Geplanter Launch des Satellitensystem noch 2013

Skybox will den Start des Satellitensystems noch innerhalb 2013 anpacken. Im Laufe des kommenden Jahres sollen dann die restlichen der insgesamt 24 Satelliten folgen. Planet Labs ist da schon ein bisschen weiter. Schon im April diesen Jahres wurden die ersten zwei Satelliten in den Orbit befördert. 2014 sollen dann 28 weitere Modelle folgen. Als Carrier werden wohl russische Antares- und Dnepr-Raketen genutzt.

Zur Realisierung ihres Projekts erhielten die Start-Ups mehrere Millionen Dollar von verschiedenen Investoren. Und das Geld scheint vollkommen auszureichen, denn heutzutage kostet einer der benötigten Satellit nur noch circa 25 Millionen Dollar, statt einer halben Milliarde vor einem Jahrzehnt. Forschung und die damit verbundenen Kosten werden nicht mehr benötigt, denn die Teile für die Satelliten können von vielen Firmen mittlerweile als Massenwahre bestellt werden. Viele der Komponenten stammen beispielsweise von Automobilzulieferern.

Der Heimspion unter euch kann sich für den Preis eines Kleinwagens unter cubesatshop.com auch seinen ganz eigenen Satelliten zusammenstellen.

(Bild: Skybox)

[via Der SPIEGEL/Ausgabe Nr.40/30.09.2013]

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  1. Wenn ich in meinem Privatgrundstück eine Überwachungskamera aufstelle und diese zeichnet auch Teile der öffentlichen Straße mit auf, bekomme ich ganz großen Ärger.
    Warum dürfen die so etwas? Ist dich nichts anderes?

    1. Ich kann bedenken verstehen und trotzdem sehe ich das als Fortschritt und kann es nur begrüßen.
      Was bitte hat jeder zu verstecken das so ein Aufriss gemacht wird?

      Dieser Kommentar hat zu viele negative Stimmen erhalten hat. Klicken Sie hier, um die Nachricht zu sehen.
      1. du hast also nix zu verbergen?
        warum postest du dann nicht mit vollem namen und adresse?
        übrigens wüsste ich auch gern deine kontendaten, tägliche bewegungsprofile, wie oft du es mit deiner freundin machst, wann du deine freundin betrügen gehst, welche clubs du besuchst und alles andere was es eben zu erfahren gibt.

        wenn dir deine privatsphäre so unwichtig ist wird es dich auch nicht stören dies mit der ganzen welt zu teilen. und das sind ja noch die eher langweiligen infos.

        du scheinst wenig ahnung davon zu haben, was mit aktueller technik und ständiger überwachung in echtzeit alles möglich ist.

  2. Wenn ich in meinem Privatgrundstück eine Überwachungskamera aufstelle und diese zeichnet auch Teile der öffentlichen Straße mit auf, bekomme ich ganz großen Ärger.
    Warum dürfen die so etwas? Ist doch nichts anderes?

  3. Wenn nicht gerade ein Motorrad Fahrer sein Nummernschild verbotener Weise hoch gebogen hat, müsste man auf das unkenntlich machen von Nummernschilder bei Satellitenaufnahmen verzichten können.

    Allerdings ist es schon der Wahnsinn was internationale Gesetze so alles zulassen. Der private darf keinen öffentlichen Raum Filmen oder fremde Briefe öffnen, im Gegenzug darf sein kompletter internetverkehr gespeichert und analysiert werden und sein Garten per livecam ins Internet gestreamt werden

  4. Cams mit vielen Hundert Millionen Pixel, machen solche Detail- Auflösungen möglich…
    Meistens ist es Matrix aus vielen 50 Megapixel Cam- Chips nebeneinander.
    >
    Auf der Erde, gibt es bereits in Werbefotografie 200 Megapixel Kameras, von Hasselblad. (z.B. für großflächige Werbe- Plakate)
    Dabei wird aber nur ein 50 Megapixel- Chip mit piezo- Aktoren um halbe Pixel verschoben, was 4 leicht versetzte Bilder ergibt, die zusammengerechnet werden.

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