Test: GoPro Hero3+ – Die beste Action-Kamera wird noch ein wenig besser

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GoPro hat seiner Action-Kamera Hero3 ein Update verpasst – die GoPro Hero3+. Sie soll über eine längere Akkulaufzeit verfügen, eine bessere Linse haben und schneller via WLAN kommunizieren. Auch kommt sie in einem kleineren Case und verfügt über SuperView und einen Auto Low Light Modus. Wir haben die GoPro Hero3+ ausführlich getestet und verraten dir, ob sich der Wechsel lohnt.

Wer eine Action-Kamera sucht, für den führt an einer GoPro Hero kein Weg vorbei. Vor allem in Sachen Bildqualität sind die kleinen Kameras unschlagbar. Kein Wunder also, dass GoPro mit seiner Hero-Reihe laut eigenen Angaben eine Action-Kamera-Marktabdeckung von 90 bis 95 Prozent hat. Und das, obwohl die Kameras nicht gerade günstig sind. So kostet das Topmodell – die GoPro Hero3+ Black Edition – derzeit auf de.gopro.com stolze 449 Euro. Vor dem 1.10.13 gab es an gleicher Stelle das Vorgängermodell GoPro Hero3 Black Edition zum gleichen Preis. Die Hero3 Black Edition wurde mit dem Erscheinen der Hero3+ aus dem Sortiment genommen.

GoPro Hero3+ vs. GoPro Hero3

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GoPro Hero3+ vs. GoPro Hero3

Lohnt sich denn nun der Umstieg von der Hero 3 auf die Hero3+? Diese Frage würden wir in den meisten Fällen wohl mit „Nein“ beantworten; auch wenn sich einige Profis mit Sicherheit die neue Version sofort kaufen und auch sehr glücklich mit ihr werden. Wie schon der Name der neuen Kamera impliziert, handelt es sich um ein eher kleines Update – schließlich haben wir hier auch keine GoPro Hero 4 vor uns liegen, sondern eben „nur“ eine Hero3+. Nichtsdestotrotz sind die Verbesserungen im Detail durchaus sinnvoll.

Höhere Akkukapazität

So beklagten viele GoPro Hero Besitzer in der Vergangenheit die recht magere Akkulaufzeit der Action-Kameras. Hier will die GoPro 3+ wenigstens 10 Prozent länger durchhalten als ihr Vorgänger. In unserem Test nahm sie knapp 95 Minuten am Stück mit einer Bildqualität von 1080p und 60 fps auf. Die Hero 3 hielt bei gleicher Qualitätseinstellung und ebenfalls mit der Standardbatterie 85 Minuten durch. Erreicht wird diese leichte Steigerung der Akkulebensdauer durch eine Erhöhung der Akkukapazität von 1.050 mAh auf 1.180 mAh. Außerdem soll die GoPro Hero3+ laut GoPro über ein besseres Energiemanagement verfügen.

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Schnelleres WLAN-Modul

Eine weitere Neuerung stellt ein verbessertes WLAN-Modul dar. Wie schon beim Vorgängermodell kann die GoPro Hero3+ einen eigenen Access-Point erstellen mit dem sich ein iOS- oder Android-Gerät verbinden lässt. Über eine entsprechende App kann nun nicht nur auf bereits aufgenommenes Videomaterial zugegriffen werden, auch ist es möglich die Kamera komplett mit der App zu steuern und sogar ein Preview Bild zu bekommen. Das neue WLAN Modul in der GoPro Hero3+ sorgt auch dafür, dass die Verzögerung von Realbild zu dem auf dem Smartphone angezeigten Bild nur noch etwa eine Sekunde beträgt.

Allerdings muss an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass die GoPro Hero3+ bei eingeschaltetem WLAN lediglich zwei Stunden durchhält – auch wenn sie nichts aufnimmt. Der von der GoPro erstellte Access Point ist ein wahrer Akkufresser.

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SuperView

SuperView versetzt uns zurück in die Zeiten als es bereits einige 16:9 Fernseher, aber überwiegend 4:3 Quellmaterial gab. Damals war eine Option weit verbreitet, in der die Ränder links und rechts dynamisch verzerrt wurden, um den größeren Screen komplett auszufüllen. Was damals vor allem bei Schwenks in Filmen oder bei am Rand stehenden Personen zu teilweise gruseligen Effekten führte, ist bei der GoPro Hero3+ durchaus sinnvoll. Denn dadurch, dass das Bild durch den stark ausgeprägten Fischaugeneffekt ohnehin deutlich verzerrt ist, fällt die zusätzliche Verzerrung an den Rändern kaum negativ ins Gewicht. GoPro begründete die Einführung des SuperView damit, dass das GoPro Videomaterial dadurch ein kompatibleres Format besitzt und besser mit Material anderer 16:9 Kameras kombiniert werden kann.

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Auto Low Light Modus

Die GoPro Hero3+ Black Edition verfügt jetzt außerdem über einen so genannten Auto Low Light Modus. Dieser soll besonders dunkle Szenen erkennen und diese qualitativ verbessern. Da jedoch der Sensor in der Hero3+ im Vergleich zum Vorgänger nicht verbessert wurde, muss die Qualitätsverbesserung einen anderen Grund haben: die Framerate. Die GoPro Hero3+ soll in lichtarmer Umgebung die Bildqualität verbessern indem sie die Framerate herabsetzt und damit jedem Frame mehr Zeit gewährt Licht aufzunehmen. Bei unserem Test war die Bildqualität bei schummrigen Licht zwar ok, so richtig lässt die GoPro Hero 3+ jedoch bei gut ausgeleuchteter Umgebung die Muskeln Spielen.

Neues, kleineres Case

Die Hero3+ hat exakt die gleichen Maße wir die Hero3, lediglich das Case ist geschrumpft. Und das gefällt uns richtig gut! Dieses schafft zwar nur noch 40 Tiefenmeter (das Case der Hero3 hielt bis zu 60 Meter unter Wasser dicht und ist weiterhin als Zubehör erhältlich), dafür ist es deutlich geschrumpft. Auch der Bügel an der Oberseite um die Kamera zu befreien lässt sich nun besser bedienen. Aber besonders haben wir uns darüber gefreut, dass die Knöpfe nun endlich einen ordentlichen Druckpunkt aufweisen. Beim 60-Meter-Case musste man richtig Kraft aufwenden um einen Knopf zu betätigen. Stoßfest ist das Case wie eh und je.

Verbesserte Linse der Hero3+

Nicht zuletzt verspricht GoPro mit einer verbesserten Linse die Schärfe der Bilder um 33 Prozent zu erhöhen und Bildartefakt um die Hälfte zu reduzieren. Im Vergleichsvideo Hero3 vs. Hero3+ von Mic Bergma sind dabei durchaus Unterschiede zu sehen. Ob dies allerdings den Wechsel von einer Hero3 auf ein Hero3+ rechtfertigt, muss wohl jeder selbst entscheiden.

GoPro Studio 2.0 und neue GoPro-Halterungen

Neben der neuen Kamera zeigt GoPro auch drei neue Halterungen sowie ihre kostenlose Editing-Software GoPro Studio 2.0. Wir haben sowohl die Halterungen als auch die Schnitt-Software ausführlich getestet. Was wir davon halten erfahrt ihr in den nächsten Tagen in eigenständigen Beiträgen. Eines vorweg: Das hier eingebettete Youtube-Video zeigt mich bei meinen ersten Surf-Versuchen in 1080p, 60 fps (von Youtube auf 30 fps runtergerechnet), SuperView und wurde von mir komplett mit der GoPro Hero3+ gefilmt und mit GoPro Studio 2.0 bearbeitet.

Fazit

Sollten Besitzer einer GoPro Hero3 450 Euro in die Hand nehmen und auf Hero3+ wechseln? In den meisten Fällen wohl eher nicht. Einige Videoprofis werden es dennoch tun und mit den neuen Features der GoPro Hero3+ sicher zufrieden sein. Aber auch wenn die GoPro Hero3+ nur vergleichsweise kleine Verbesserungen bietet, baut GoPro damit seine Vormachtstellung auf dem Gebiet der Action-Kameras weiter aus. Denn die GoPro3+ macht trotz ihrer winzigen Maße einfach unerreicht schöne Bilder.

GizRank: 5 von 5 Sternen

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  1. das neue case finde ich interessant! hat die gorpo 3+ andere abmessungen als die gopro 3?! passt die gopro 3 in das neue case?! würde dann gern wechseln! bitte um info! danke…

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  2. die abmessungen sind identisch. die kameras und cases sind untereinander kompatibel. das neue case hat nur einen etwas dünneren kunststoff, daher auch die verringerte max. wassertiefe

  3. Die Bildqualität war schon immer top. Allerdings is die Farbtreue ein Witz und der Akku noch nichtmal das. Für weniger Geld und für jeden unbezahlten Hobbysportler tuts auch die Rollei Bullet 5s.gunstiger. Mehr Zubehör, besserer Akku, realistische Farben auch im dunklen. Man muss nur minimale Abstriche an framerate und rauschverhalten machen. Aber wenn man die einer nicht direkt nebeneinander hält merkt man eh keinen Unterschied. Außerdem war die hero3 nie die beste Action Cam sondern die hero2!

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    1. Hallo Phil,
      meine Erfahrung lautet eindeutig, die beste war die Hero(1) vs. Hero2.
      Die liegt bei mir leider ungebraucht herum. Die Schärfe unterliegt der 1.Hero.
      Deshalb steht nun die Hero 3+ Black Edition auf meiner Wunschliste.

      Freundlichst
      Peer

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  4. hi, ich besitze noch gar keine GoPro und möchte mir jetzt eine zulegen, ich würde sie hauptsächlich zum skifahren oder mountenbiken nutzen, eventuell auch für fahrzeug aufnahmen. nun zu meiner frage lohnt sich der Mehrpreis der Hero3+ oder bin ich mit der Hero3 BE doch besser beraten?

    danke schonmal

  5. Hey, ich wollte mir eine 3+ in der Silver Edition kaufen (brauche kein SuperView oder 4k) und werde unter Wasser oder beim Bootfahren filmen. Nun meine Frage wie verhält sich das HeadstrapMount bei großen Geschwindigkeiten? werde ab und zu mit ca 40-50kmh ca 100 l über den Kopf bekommen wenn wir in eine Welle eintauchen..wird es evtl. herunter gerissen?

    1. Das mit der unschaerfe stimmt schon.
      Durch einen Zeitaufwand von 3 minuten ist alles wieder ok.
      Durch drehen der Linse kann sich jeder selbst seine Schaerfe einstellen.

      Wichtig ist nur das du Gefuehl hast.
      1-2mm reichen da schon aus.

      Tutorials gibt es auf youtube genug.

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