CyArk: Unternehmen plant 3D-Scans von 500 Baudenkmälern in den nächsten fünf Jahren [Galerie]

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In den 1990er Jahren wurde ein Laser entwickelt, mit dem eigentlich Industrieanlagen untersucht werden sollten. Heute nutzt man die Technologie zur digitalen Konservierung von Monumenten. Die Organisation CyArk macht sich jetzt daran, Digitalisate von 500 bedrohten und wertvollen Kulturstätten wie Pompeji, Mount Rushmore oder Tikal zu erstellen.

Das Projekt unter dem Titel CyArk 500 Challenge wurde offiziell gestern gestartet und entstand unter der Führung des Irakers Ben Kacyra, als er von der Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamiyan erfuhr: Ich wuchs in Mosul im Nordirak auf. Als kleines Kind nahm mich mein Vater öfter an die Hand und führte mich zu den Toren von Ninive. Als die Taliban 2001 die Buddha-Statuen von Bamiyan sprengten, erkannte ich, dass ähnliches auch Ninive passieren könnte – oder einer anderen Stätte. Aber nicht nur der Mensch, sondern auch Naturkatastrophen oder Erosion können hierfür sorgen.

Mit seiner Firma Cyra Technologies entwickelte Kacyra schon seit 1993 einige der ersten tragbaren 3D-Scanner. Durch obige Ereignisse motiviert gründete er 2003 mit seiner Frau Barbara CyArk, das in den letzten zehn Jahren mehr als 100 wichtige Baudenkmäler digitalisiert hat. Mit dem technologischen Fortschritt stiegen auch die Ambitionen des jungen Unternehmens und es entstand das Ziel, in den nächsten fünf Jahren die Zahl der Digitalisate auf 500 zu bringen. Unterstützung erhält CyArk dabei von beispielsweise IBM, UNESCO, verschiedenen Universitäten und der Stadt Weißenburg – Einrichtungen also, die entweder aus kulturellen, wissenschaftlichen oder technologischen Gründen an dem Projekt interessiert sind.

CyArk nutzt dafür unter anderem Technologien wie Lidar, Digitalfotografie und einen von Cyra Technologies entwickelten Laser. Dieser wird im jeweiligen Baudenkmal auf einem gewöhnlichen Stativ positioniert und sendet, sich ständig drehend, zehntausende Lichtimpulse pro Sekunde aus. Ein Computer registriert jeweils die Zeit zwischen Aussendung und Rückkehr der Signale und erstellt daraus individuelle Koordinaten und letztlich eine Punktwolke. Dieser zeitaufwändige Vorgang kann CyArk Vizepräsidentin Elizabeth Lee zufolge bis zu eine Woche in Anspruch nehmen: Der Scanner erfasst nur das, was er sehen kann. Das bedeutet eine 360 Grad-Perspektive, aber nur aus einer Position heraus. Wir müssen ihn darum für ein Projekt an 100 bis 200 verschiedenen Orten positionieren. Sobald man die Daten gesammelt hat, kann man damit alles Mögliche anstellen. Man kann Querschnittsdarstellungen, Videoanimationen, virtuelle Touren und Modelle erstellen oder Teile des Scans in CAD-Programmen nutzen.

CyArk ermöglicht damit die Archivierung im Ist-Zustand, sowie für Historiker die digitale Simulation des ehemaligen Aussehens von Bauten. Die Technologie kann auch in anderen Feldern eingesetzt werden – ob bei der Polizei für forensische Zwecke oder in der Filmbranche für die Schaffung digitaler Filmsets. Auf der Seite von CyArk gibt es noch eine Vielzahl weiterer beeindruckender Digitalisate (zum Beispiel eine Animation aus Laserscans von Pompeji), hier schon mal ein Überblick über die bisherigen Ergebnisse. [CyArk]

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Innenansicht der Sebalduskirche in Nürnberg
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