Microsoft: Möglicher Nachfolger Elop will offenbar Strategiewechsel

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Demnächst verlässt der Chef von Microsoft, Steve Ballmer, das Unternehmen. Möglicher  Nachfolger; Stephen Elop. Dieser Wechsel könnte eine Strategieänderung zufolge haben. Elop plant offenbar die Einstellung von Bing und den Verkauf der Xbox.

Ein neuer Wind scheint bald im Hause Microsoft zu wehen. Stephen Elop, der womöglich bald schon Steve Ballmer beerben wird, denkt über die Trennung von Xbox und Bing nach. Dies will zumindest die Finanznachrichtenagentur Bloomberg durch 3 anonyme Quellen herausgefunden haben. Steht der Konzern nun vor einem radikalen Strategiewechsel? Elop, bis vor kurzem noch CEO beim Mobilfunkhersteller Nokia, gilt derzeit als aussichtsreicher Kandidat für den vakanten Posten.

Elop will sich offenbar mehr mit dem traditionellen Microsoftgeschäft beschäftigen. Gerade die Office-Pakete, für die Elop bereits früher verantwortlich war, sollen für andere Plattformen attraktiver werden. Um das Kind beim Namen zu nennen, sind hier Androidgeräte und Smartphones bzw. Tablets aus dem Hause Apple gemeint. Bisher war man bei Microsoft davon ausgegangen, dass das beliebte Office-Paket viele Windowskunden an der Leine hielt. Elop hingegen sei davon überzeugt, dass der Konzern durch die Verbreitung der Office-Pakete weitaus mehr profitieren könnte.

Weiterhin sei Elop dazu bereit, sich von wichtigen Geschäftszweigen zu trennen oder diese einzustellen, falls diese für den Erfolg des weltgrößten Software-Herstellers nicht mehr „kritisch notwendig“ seien. So wäre zum Beispiel der kostenaufwendige Versuch, mit Bing dem Konkurrenten Google Marktanteile zu nehmen, unter Elop beendet. Zusätzlich sei auch die eigentlich gut laufende Hardware-Sparte um die Spielekonsole Xbox nicht zwingend vor einem Verkauf geschützt. Mit dieser Ansicht stünde Elop keineswegs allein da: Ein Sprecher von Microsoft-Mitbegründer Paul Allan benannte diese beiden Geschäftszweige kürzlich sogar als Ablenkungen. Dem Analyst Rick Sherlund zufolge, könnte der Softwarekonzern bereits 2015 bis zu 40% Gewinne einfahren, wenn man sich von den beiden Sparten trennt.

Das Steve Ballmer abtritt ist sicher. Wer die Nachfolge übernimmt, ist hingegen noch lange nicht in trockenen Tüchern. Derzeit gibt es insgesamt fünf mögliche Kandidaten. So ist zum Beispiel der derzeitige Ford-Chef Alan Mullany laut Medienberichten ebenfalls in der engeren Auswahl. Intern werden drei Kandidaten mit Tony Bates, Kevin Turner und Satya Nadella gehandelt.

[Quelle:spiegel.de]

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  1. Ein Strategiewechsel steht bei Microsoft außer Frage, insbesondere eine Konzentration auf Kernbereiche, wie das Firmenkundengeschäft. Im Consumerbereich ist MS zwar noch vertreten, bekommt aber das zweite Bein nicht mehr so recht auf den Boden. x-box, Surface und Co. alles hoch spekulativ und eine Pleite verhagelt wieder die Bilanz. Also Stärken ausbauen, Unsicherheiten ausschließen und Sparten abtreten, solange sie noch gut dastehen um das Kapital zu stärken und die Shareholder zufriedenzustellen. Wer letzteren Freude bereitet, kann dafür auch Bing, x-box und sonst noch was verscherbeln. MS, the Business Company, auch keine schlechte Zukunft.

  2. Elop wird höchstwahrscheinlich Bing und Bing Maps and Apple verkaufen. Wenn er das nicht macht entwickelt Apple seine Suchmaschine selbst, das wäre verlorenen Geld für ihn. So kriegt Elop aber wenigstens paar Milliarden, was die Aktionäre beruhigen wird. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Bing einfach nur aufgeben und den Stecker ziehen. Gerade für Apple ist die Suchmaschine genau das, was sie im Kampf gegen Google einsetzen können. Diese Chance lässt sich Tim Cook bestimmt nicht entgehen. Jetzt wo sie letzte Woche die Rockstar Patente zur Patentklage gebracht haben, dürfte klar sein dass Apple den Suchmaschinenmarkt von Google angreifen will. In den Foren sprechen manche schon davon, dass die Rockstarpatente den Thermonuklearen Krieg eingeleitet haben, wovon Steve Jobs gesprochen hat. Das nächste Jahr dürfte sehr interessant werden.
    Was jetzt erstmal spannend wird, wer kriegt die ganzen exklusiven Spieleartikel und die Patente für Kinect wenn die Xbox aufgegeben wird? Es scheint als ob Elop das ganze Tafelsilber verkaufen will, damit er im ersten Jahr bei den Aktionären ordentlich Dividenden ausschütten kann.

  3. Kann mich Gnubbel nur anschließen.
    Tafelsilber verkaufen, sehr schöne Umschreibung .:)
    Aber wie du auch angemerkt hast, steckt dahinter eigentlich die Strategie den Börsenkurs zu treiben und so eine hohe Dividende zur Ausschüttung parat zu haben. Diese wiederum die Anleger ruhig stellt und ihm erstmal freie Hand gibt.
    Ob es wirklich klug ist die Xbox und ihren ganzen Rattenschwanz loszuwerden mag ich noch bezweifeln.
    Der Konsolenkrieg geht ja jetzt erst in die nächste Runde.
    Wobei meine Meinung ist, dass Sony da die Nase vorn hat. Dies mag aber vielleicht nur in meinem Bekanntenkreis so sein. Die Steamkonsole sehe ich bisher nicht als ernsthaften Konkurrenten. Ein wichtiger Grund hierbei ist das verkorkste Controllerdesign, da müsste stark nachgebessert werden.
    Wird auf jeden Fall interessant wohin der Kurs von Microsoft unter dem neuen Kapitän gehen wird.
    Ressourcen sind vorhanden, Größenvorteile sowieso. Dies gilt es nur richtig einzusetzen.
    Mein Rat an den neuen Kapitän ist, sich nicht zu sehr auf die Brillen zu versteifen.
    Glaube die Welt ist noch nicht bereit dafür…ob sie überhaupt auf dieses Gimmick gewartet hat?!
    http://www.nur-nachrichten.de/Microsoft

  4. Man könnte fast meinen, Elop gehört auch zur 80er Jahre BWL Generation, deren verkorkstem Denken wir unter anderem die Finanzkrise der letzten Jahre zu verdanken haben. In unserer schnelllebigen und durchökonomisierten Welt fehlt es eindeutig am Ansatz der Nachhaltigkeit. Jetzt nicht nur Nachhaltigkeit im ökologischen, sondern primär für hier bezüglich Microsoft im ökonomischen Sinne. Es werden keine langfristigen Strategien mehr entwickelt, mit denen man den Konzern für die nächsten Jahrzehnte gegen Krisen absichert und zu einem grundsoliden Unternehmen macht. Es wird nur noch taktiert und von Quartal zu Quartal gedacht mit dem Ziel der Ausschüttung einer möglichst hohen Dividende, um die Aktionäre zufriedenzustellen. Scheiß auf Diversifikation. Lieber profitable Geschäftssparten zu Gunsten kurzfristiger Profitmitnahme veräußern. *Facepalm*

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