Test: Galaxy Note 3 – Das fast perfekte Smartphone

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Mit dem Galaxy Note hat Samsung vor zwei Jahren das erste wirklich große Smartphone auf den Markt gebracht und damit fast schon eine eigene Geräteklasse erschaffen. Und obwohl sich damals einige über die Größe lustig machten, gab der Erfolg Samsung Recht. Nun erscheint das Samsung Galaxy Note in der dritten Generation und überflügelt seine Vorgänger in allen Punkten. Wir haben das Samsung Galaxy Note 3 im Test.

Vom Samsung Galaxy Note zum Galaxy Note II zum Galaxy Note 3 sind die Unterschiede auf dem Papier stets enorm. Auch dieses Mal scheint sich Samsung mühelos selbst zu übertrumpfen. Das Full-HD-Display ist mit 5,7 Zoll wieder leicht gewachsen, obwohl die äußeren Maße des Smartphones im Vergleich zum direkten Vorgänger fast gleich geblieben sind. Samsung verbaut den schnellsten Qualcomm Prozessor Snapdragon 800 und stellt ihm gleich 3 GByte RAM zur Seite. Außerdem spendiert Samsung seinem Galaxy Note 3 einen USB 3.0 Anschluss für eine schnellere Datenübertragung. Natürlich darf auch der für die Note-Reihe so charakteristische Stylus nicht fehlen.

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Display

Das 5,7 Zoll AMOLED löst mit 1.960 mal 1.080 Pixel auf und sieht schlicht brillant aus. Wie bei AMOLEDs üblich ist der Schwarzwert phänomenal. Im Gegenzug wirken die Farben leicht übersteuert. Allerdings scheint Samsung das Problem in den Griff bekommen zu haben, denn vergleicht man dieses Display mit älteren AMOLEDs von Samsung wirken die Farben nun doch deutlich echter und nicht mehr ganz so knallig.

Das Display des Samsung Galaxy Note 3 ist unglaublich hell. Es kann völlig problemlos auch bei direkter Sonneneinstrahlung abgelesen werden. Die Blickwinkelstabilität ist enorm hoch und braucht keine Konkurrenz zu fürchten. Auch die müßige Diskussion um die Nachteile einer Pentile-Matrix läuft beim Full-HD-Display des Note 3 ins Leere. Verwaschene Kanten? Nix da, hier ist alles knackescharf.

Galaxy Note 3 Hinten

Handling

Was man beim Galaxy Note 3 nie vergessen darf: Es handelt sich hier um ein 5,7 Zoll Gerät welches vielen sicherlich zu groß ist. Eines muss klar sein, das Samsung Galaxy Note 3 lässt sich nicht einhändig bedienen. Ich habe wirklich große Hände und selbst mit diesen Pranken musste ich das Note 3 schon gefählich auf den Fingerspitzen balancieren, um bei der einhändigen Bedienung an den oberen Bereich des Displays zu kommen. Beim Tippen mit zwei Daumen auf der virtuellen Tastatur ist die Displaygröße dagegen ein klarer Vorteil.

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Maße & Verarbeitung

Obwohl das Display im Vergleich zum Vorgänger leicht gewachsen ist, haben die Maße mit 79.2 mal 151.2 mal 8,3 Millimeter insgesamt abgenommen. Das zeigt sich auch beim Gewicht. Wog der Vorgänger noch 182 Gramm, bringt das Samsung Galaxy Note 3 nur noch 168 Gramm auf die Waage.

Hinsichtlich Verarbeitung sticht das Samsung Galaxy Note 3 positiv aus der Masse der Plastik-Samsung-Geräte  hervor. Zwar besteht auch das Note 3 fast vollständig aus Plastik, allerdings wurde die Rückseite mit einem Lederimitat bedacht. Das fühlt sich nicht nur besser als zum Beispiel die Rückseite eines Galaxy S4, sondern rutscht auch deutlich weniger. Auch Fingerabdrücke haben hier keine Chance. Das Lederimitat (schade, dass es kein echtes Leder geworden ist) verleiht dem Galaxy Note 3 unserer Meinung nach einen hochwertigen Business-Look. Allerdings haben wir auch schon Leute getroffen, die den Look des Note 3 als altbacken und spießig beschimpften.

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Akku

Der Akku ist mit seinen 3.200 mAh im Gegensatz zum ohnehin schon starken Vorgänger nochmal ein Stück weit potenter. In Verbindung mit dem energieeffizienten Snapdragon 800 sollten sich hier massive Akkulaufzeiten ergeben. Tatsächlich sind diese auch überdurchschnittlich hoch, allerdings nicht so wie erhofft.

Das Samsung Galaxy Note 3 schafft bei normaler Nutzung annähernd zwei Tage. Das Note 3 hatte das Pech, dass wir parallel das LG G2 testeten. Denn trotz eines etwas schwächeren Akkus (und zugegebenermaßen kleinen Displays) hielt das LG G2 länger durch und schnappte dem Note 3 die Akku-Krone vom Kopf.

Doch dies ist meckern auf allerhöchstem Niveau. Das Samsung Galaxy Note 3 kommt insgesamt mit einer exzellenten Akkuleistung daher. Hervorzuheben ist auch die mit etwa 2,5 Stunden über das mitgelieferte Ladekabel flotte Ladezeit des Akkus im Samsung Galaxy Note 3.

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Leistung & Sound

Die Spezifikationen lesen sich traumhaft: Snapdragon 800 mit 2,3 GHz, überdimensionierte 3 GByte RAM, Adreno 330. Verzögerungen beim Browsen durch Android und das Internet sucht man vergeblich. Lediglich wer sehr schnell durch sehr lange Webseiten scrollt bemerkt minimale Stotterer.

Benchmarks haben wir uns geschenkt (auch weil man Herstellern wie Samsung nachsagt, diese gerne mal zu manipulieren), schließlich kommt es auf die Performance beim Bedienen des Gerätes an. Und diese ist pfeilschnell. Ob nun die 3 statt wie bei anderen Flaggschiff-Smartphones üblichen 2 GByte RAM etwas ausmachen, konnten wir nicht feststellen. Das Galaxy Note 3 ist so oder so überpotent und mit Sicherheit mindesten die nächsten 24 Monate auf der Höhe der Zeit. Großes Lob an dieser Stelle an Samsung, dass sie im Note 3 keine eingene Chip-KLösung verbaut haben sondern auf den exzellenten Qualcomm Snapdragon 800 gesetzt haben.

Einige Tester beklagten einen miesen Sound des Lautsprechers. Das können wir nicht bestätigen. Sowohl der Lautsprecher in der „Ohrmuschel“ als auch der Lautsprecher an der Unterseite ist ausreichend laut. Klar darf man hier keine Wunder erwarten. Auch mit den Lautsprechern eines HTC One kann das Samsung Galaxy Note 3 bei weitem nicht mithalten.

Erwähnt werden sollte auch der USB 3.0 Anschluss des Note 3. Mittels mitgelieferten Kabels sollen so bisher nie dagewesene Übertragungsraten realisiert werden. Bei unserem Test wurde eine 1 GByte große Datei in 70 Sekunden vom PC auf die interne microSD-Karte geschaufelt. Mit einem normalen Micro-USB-Kabel (USB 3.0 ist abwärtskompatibel) brauchten wir für die gleiche Datei 105 Sekunden.

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Software & S Pen

Wie auch bei den Vorgängern kommt im Samsung Galaxy Note 3 eine Stylus Namens S Pen zum Einsatz. Das Galaxy Note 3 zeigt bereits einen kleinen Vorschaukreis an, wenn der S Pen etwa einen Zentimeter über dem Display schwebt. Beim Schreiben auf dem Display erkennt Samsung die Druckstärke. Außerdem verfügt der S Pen über einen Button. Auch wenn die Technik nicht neu ist, so kann sie dennoch ziemlich beeindrucken. Vor allem wenn man bedenkt, dass der S Pen über keine eigene Energieversorgung verfügt. Das Schreiben auf dem Display funktioniert übrigens ganz wunderbar, sogar wenn der Winkel zunehmend spitzer wird.

Samsung hat viel investiert, um die Nutzung des S Pen auch Software-seitig so intuitiv wie möglich zu gestalten. Sobald der S Pen aus dem Gerät gezogen wird öffnet sich das so genannte Air Command Menü. Hier kann direkt auf fünf für den Stylus optimierte Anwendungen zugegriffen werden. Die Air Command Programme Aktionsmemo, Scrapbooker, Screenshot-Notiz, S Finder und S Pen Fenster sind halbkreisförmig angeordnet und erscheinen auch dann, wenn der kleine Button am S Pen gedrückt wird.

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Mit der Funktion Aktionsmemo können schnell kurze handschriftliche Notizen erstellt werden. Als sehr nettes Feature erkennt Aktionsmemo erstaunlich zuverlässig die Handschrift und digitalisiert sie, um sie anschließend mit Mails, Telefonnummern usw. zu nutzen. Mit Scrapbooker können Bildschirmteile ausgeschnitten und mit Infos versehen werden. Anschließend werden sie ähnlich wie ein Tagebuch angelegt.

Im Prinzip sind diese Funktionen alle schön und gut. Wer den S Pen nutzt, wird sich flott in die Features verlieben. Allerdings befürchten wir, dass nur die wenigsten Galaxy Note 3 Nutzer tatsächlich regelmäßig davon Gebrauch machen werden. Macht nichts. Denn selbst wenn man den S Pen nicht nutzt, so stört er auch nicht.

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Kamera

Die Kamera enttäuschte uns doch sehr. Denn eigentlich sollte sie in einem so teuren Gerät und mit 13 Megapixel (im 4:3 Format) ausgestattet doch ganz ordentlich Resultate liefern. Das tut sie aber leider nur bei guten Lichtverhältnissen. Hier sind die Ergebnisse meist scharf und gefallen durch leuchtende Farben.

Sobald jedoch Schummerlicht die Umgebung beherrscht, sollte das Galaxy Note 3 besser nicht zum Fotografieren genutzt werden. Denn es stellte sich zum einen als Lotteriespiel heraus, ob das Motiv am Ende scharf abgelichtet wird oder als unscharfer Matsch erscheint. Zum anderen scheint die kleine Linse derart wenig Licht ins Innere zu lassen, dass das Bild praktisch immer zu dunkel wird und Bildrauschen die Szenerie beherrscht.

Hier hätte ein optischer Bildstabilisator wie er in den Android-Devices HTC One, LG G2 und auch Nexus 5 zum Einsatz kommt Wunder bewirkt. Immerhin sehen die Videoaufnahmen des Samsung Galaxy Note 3 in 1080p wirklich gut aus. Auch schnelle Schwenks bewältigt das Note 3 ohne hässliche Shutter-Effekte.

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Region Lock und Root-Sperre

Das Samsung Galaxy Note 3 will ein Business-Smartphone sein. Umso unverständlicher die Entscheidung Samsungs, das Galaxy Note 3 mit einem Region Lock zu versehen, wo doch gerade Geschäftsleute viel Reisen und ein Smartphone brauchen, dass jede SIM-Karte unabhängig ihrer Herkunft akzeptiert.

Angeblich hat Samsung auf den massiven Druck seitens Käufer und Presse reagiert und den Region-Lock mit dem MJ3-Update gelockert. Trotzdem hat Samsung bis heute nicht einmal versucht ihr Vorgehen zu erklären. Wer mit dem Kauf eines Samsung Galaxy Note 3 liebäugelt und es mit SIM-Karten aus verschiedenen Ländern nutzen möchte, sollte warten, bis dieses Problem aus der Welt geschafft wurde.

Der zweite Punkt, der dem Einen oder Anderen Bauchschmerzen bereiten könnte, ist die im Note 3 verbaute eFuse. Dieser Chip soll die Sicherheitslösung Knox noch sicherer machen. Ganz nebenbei registriert die eFuse das Rooten eines Gerätes dauerhaft. Dadurch kann Samsung theoretisch immer ein gerootetes Gerät erkennen wodurch etwaige Garantieansprüche nichtig werden. Ob Samsung jedoch auch in der Praxis die eFuse auf Rooting-Hinweise prüft, sei dahingestellt. Zumindest Android-Modder bekommen auf Grund der eFuse ein mulmiges Gefühl.

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Fazit:

Bravo, Samsung! Das Samsung Galaxy Note 3 macht so gut wie alles richtig: atemberaubendes Display, Überflieger-Chipsatz, solide Verarbeitung, großzügiger Akku, S Pen Alleinstellungsmerkmal. Wer mit der Größe des Galaxy Note 3 kein Problem hat, wird hier glücklich. Auf das Über-Smartphone müssen wir jedoch weiterhin warten, denn ganz perfekt ist auch das Galaxy Note 3 nicht. So ärgert nicht nur die im schummrigen Licht so schwache Kamera, auch die Entscheidung für ein Region-Lock und die eFuse sorgen für Kopfschütteln.

Das Galaxy Note 3 ist allen anderen Smartphones in der Größenordnung überlegen. Sowohl das Note, Note II und Asus Fonpad Note 6, als auch das HTC One Max können hier nicht mithalten. Lediglich das Sony Z Ultra spielt in einer ähnlichen Liga, ist aber nochmal ein ganzes Stück größer. Ein potenter Herausforderer steht jedoch mit dem Acer Liquid S2 bereits in den Startlöchern.

Gizrank: 4,5 von 5 Sternen

PS: Jupp, es geht tatsächlich auch ohne. Der gesamte Test des 5,7 Zoll Smartphones kommt ohne die nervigen Wortneuschöpfungen Phablet, Smartlet oder gar dem ganz besonders schrecklichen Fonblet aus.

Spezifikationen laut Hersteller

Unverbindliche Preisempfehlung – 749 €
Betriebssystem – Android™ 4.3
Display – Technologie Full HD Super AMOLED-Touchscreen
Anzahl der Farben 16 Mio. Farben
Größe Display 14,48 cm/5,7“
Auflösung 1.920 x 1.080 Pixel
S Pen
Chipsatz CPU-Geschwindigkeit 2,3 GHz Quad-Core-Prozessor
Anschlüsse
Kopfhörerbuchse 3,5 mm Klinkenanschluss
Externer Speichersteckplatz MicroSD Slot (up to 64 GB)
SIM-Unterstützung Micro SIM (3FF)
Anschluss Micro USB 3.0 (5,3 V, 2 A)

Akku
Li-Ion, 3.200 mAh
Gesprächszeit (3G) Bis zu 21 Std.
Standby (3G) Bis zu 420 Std.
Standby (4G) Bis zu 380 Std.

Datenübertragung
Bluetooth® 4.0
WLAN (802.11a/b/g/n/ac) (2,4 + 5 GHz)
Wi-Fi direct, EDGE, GPRS, HSUPA, HSPA+, UMTS, LTE (Download bis 150 MBit/s, Upload bis 50 MBit/s)

Interner Speicher ca. 32 GB Gerätespeicher (ca. 25 GB frei verfügbar)
microSD-Steckplatz MicroSD-Steckplatz (bis zu 64 GB kompatibel)
Integrierte Digitalkamera
Auflösung 13 Megapixel-Auflösung (4.128 x 3.096 Pixel)
Frontkamera Ja 2,0 Megapixel-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel)
Maße und Gewicht
Maße Gehäuse (H x B x T) 151,2 x 79,2 x 8,3 mm
Gewicht Ca. 168 g

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  1. Hab das Note 3 seit Erscheinung und muss sagen dem Test hier kann ich nur voll und ganz zustimmen. Die Kamera regt mich nur auf wenn ich am Abend ein paar Bilder machen will. Wenn die Fotos ohne Blitzlicht aufgenommen werden, werden Sie vom intelligenten Bildstabiliesator auch scharf gemacht…aber rauschen und und zu dunkel lassen sich damit nicht beheben. Ein wenig schade. Die anderen beiden Mankos die der Test aufzählt berühren mich nicht…ab nix am Hut mit rooten und benutz es mit hoher Wahrscheinlichkeit nur in Deutschland.

  2. Ich habe das Teilchen seit vergangener Woche und bin wirklich begeistert.
    Die Kamera machte (für meine Begriffe) bislang super Fotos und TouchWiz bringt wirklich richtig gute Neuerungen mit. Besonders die Gesichtserkennungsfeatures, bzw. das Eyetracking wurden im Vergleich zur Vorgängerversion auf dem S4 (Android 4.2) enorm verbessert.

    Dummerweise habe ich vergessen, nach dem Kauf die “Updates nur per WLAN”-laden Funktion zu aktivieren, was mir in 2 Tagen mein gesamtes Datenvolumen leergezogen hat. Macht nix… auch mit Telekom-Drosselung ist das ganze noch flott genug.

    Besonders positiv überrascht war ich von der Darstellung der Apps auf dem im Vergleich zum S4 doch recht deutlich größeren Bildschirm. Das sieht alles sehr sehr gut aus.

    Die Mankos liegen meiner Meinung nach im Zubehörbereich… während ich das SView Cover für das S4 damals für 15 Euro bei Amazon kaufte, ist das Teil für das Note 3 unter 45-50 Euro nicht zu haben – happig

    1. Übrigens: Im Antutu benchmark erreicht mein Note 3 deutlich mehr Punkte als der Note 3 Vergleichswert (fast 20%)

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