Test: Lenovo Yoga Tablet – Das durchdesignte Akkumonster

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Ashton Kutcher ist jetzt ein Produktdesigner bei Lenovo. Das will uns zumindest Lenovo in ihrer Kampagne für ihr Lenovo Yoga Tablet weiß machen. Wie viel an der Geschichte dran ist? Keine Ahnung. Was wir jedoch wissen: Lenovo hat sich beim Design des Lenovo Yoga Tablet verdammt viele Gedanken gemacht. Herausgekommen ist das am besten verarbeitete Android-Tablet, das je auf unserem Tisch lag. Hier unser Test zum Lenovo Yoga Tablet.

Das Lenovo Yoga Tablet besteht komplett aus Aluminium und erinnert in seiner Form an die Wireless Tastatur von Apple. Der Clou des Lenovo Yoga Tablet versteckt sich in der zylindrischen Seitenleiste. Lenovo hat hier einen massiv wirkenden Standfuß – ebenfalls aus Aluminium – integriert. Durch den Zylinder verlagert sich der Schwerpunkt des Lenovo Yoga Tablet nah an den Standfuß. Deshalb kann das Tablet fast stufenlos bis zu einem recht spitzen Winkel auf den Tisch aufgestellt werden. Lenovo nennt das den Stand Mode.

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Yoga Tablet – Stand Mode

Der Stand Mode soll sich besonders zum Konsumieren von Medieninhalten wie zum Beispiel Videos anbieten. Dafür hat Lenovo zwei Stereo-Lausprecher auf der Vorderseite verbaut, die sogar Dolby zertifiziert sind. Diese geben Musik in einer für ein Tablet ungewöhnlich guter Qualität wieder. Die Qualität ist in etwa auf Augenhöhe mit den hochgelobten Frontlautsprechern am HTC One und stellt alle anderen von uns getesteten Tablets deutlich in den Schatten. Trotzdem ist die Basswiedergabe sehr mager, mit einer „echten“ Musikanlage sollte man den Sound nicht vergleichen. Auch Bluetooth-Boxen sind den integrierten Lautsprechern am Lenovo Yoga Tablet deutlich überlegen.

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Tilt Mode

Legt man das Lenovo Yoga Tablet mit ausgeklapptem Standfuß auf die Rückseite, befindet man sich auch schon im lenovoschen Tilt Mode. Im Tilt Mode liegt das Tablet wie eine angewinkelte Tastatur auf dem Schreibtisch und soll sich besonders für das Schreiben anbieten. Auch diese Position gefällt uns richtig gut, ist sie doch deutlich ergonomischer als ein komplett flach auf dem Tisch liegendes Tablet.

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Hold Mode

Das Lenovo Yoga Tablet ist mit seinen gut 600 Gramm nicht gerade ein Leichtgewicht. Trotzdem fühlt es sich beim Hochkanthalten in einer Hand deutlich leichter an. Das liegt vor allem an der Schwerpunktverlagerung in den Zylinder und der damit geringeren Hebelwirkung. Lenovo nennt das den Hold Mode.

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Die drei Modi klingen wie ein Marketing-Gag. Tatsächlich fühlen sie sich jedoch bei ihrer Nutzung völlig natürlich an. Besonders angetan sind wir vom Stand Mode. Das Lenovo Yoga Tablet steht seit Tagen bei uns auf dem Schreibtisch und bildet dort ein zusätzliches Display für eingehende Mails. Sehr praktisch und auch verdammt schick!

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Display mit Macken

Das Lenovo Yoga Tablet kommt mit 8 und 10 Zoll, beide lösen mit 1.280 mal 800 Pixel auf. Das klingt nach einer eher mäßigen Auflösung und das ist sie leider auch. Bei der uns vorliegenden 10 Zoll Version sind deutlich Pixel zu erkennen. Das erweist sich vor allem für Pixel-Puristen ein wahrer Spielverderber. Wer einmal hohe Auflösungen jenseits der 300 ppi kennen gelernt hat, will nicht mehr auf magere 150 ppi wechseln. Auf der anderen Seite hören wir immer wieder, dass die ganze ppi Diskussion bei weniger versierten Nutzern auf Unverständnis stößt. Die sind oft ganz genauso zufrieden mit 150 ppi wie mit 450 ppi.

Ein klarer Nachteil des im Lenovo Yoga Tablet verbauten Displays ist jedoch seine recht geringen Leuchtkraft. Bei direkter Sonneneinstrahlung kann nicht mehr gelesen werden, was auf dem Display dargestellt wird.

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Angemessene Leistung

Die geringe Auflösung gepaart mit der mittelmäßigen Leuchtkraft haben aber auch Vorteile. Das Display ist sparsam was den Energieverbrauch angeht. Außerdem kommt es mit weniger Rechenpower aus als zum Beispiel ein Full HD Display, schließlich müssen deutlich weniger Pixel berechnet werden. Deswegen wurde im Lenovo Yoga auch der sehr energieeffiziente, aber nicht übermäßig potente MT8125/8389 Quadcore Prozessor von Mediatek mit eine Taktung von 1,2 GHz den 1 GByte RAM verbaut. Und tatsächlich ist dieser auch für die meisten Anwendungen völlig ausreichend. Vor allem das Surfen klappte anstandslos und schneller, als wir es von einigen Mittelklasse Smartphones gewohnt sind. Lediglich beim Zocken müssen leichte Abstriche gemacht werden. Bei unserem Test lief das anspruchsvolle Rennspiel Asphalt 8 zwar, ruckelte aber leicht. Wer jedoch keinen großen Wert auf das Spielen am Tablet legt, sollte mit der Rechnen-Power im Lenovo Yoga Tablet voll und ganz zufrieden sein.

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Überragende Akkuleistung

Ein wahres Alleinstellungsmerkmal im Lenovo Yoga Tablet stellt sein sehr großzügig bemessener Akku dar. So verfügt der Akku der 8 Zoll Variante über eine Kapazität von 6.000 mAh, die 10 Zoll Variante kommt gar mit einem 9.000 mAh Akku. Laut Lenovo soll der Akku das Lenovo Yoga Tablet 10 Zoll stolze 18 Stunden lang im Dauerbetrieb halten. Zum Vergleich: Apple gibt beim neuen iPad Air ein maximale Betriebsdauer von 11 Stunden an, das Samsung Galaxy Tab 10 soll 9 Stunden durchhalten bevor es wieder ans Netz muss. Damit lässt das Lenovo Yoga Tablet in dieser Kategorie jeden uns bekannten Wettbewerber hinter sich.

Ein außergewöhnliches Feature sollte beim Yoga Tablet unbedingt erwähnt werden. Das Gerät beherrscht USB-OTG. Das heißt, dass mit einem entsprechenden Kabel über den Micro-USB-Ausgang nicht nur Smartphones geladen werden können. Was bei dem wirklich sehr großen Akku im Yoga Tablet richtig Sinn macht. Sondern so sollen auch externe Speicherträger angeschlossen werden können. Laut Forenbeiträgen funktioniert das sowohl bei USB-Sticks, als auch bei mechanischen Festplatten.

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Kamera

Ja, das Lenovo Yoga besitzt zwei Kameras. Und nein, diese sind nicht besonders gut. Aber mal ehrlich, wer nutzt schon regelmäßig die Kamera seines Tablets, um seinen Alltag in Bildern zu dokumentieren? Es kommt durchaus vor, dass man mal ein Bild schießen will und deswegen sind wir Lenovo dankbar, dass es zwei Kameras integriert hat. Besonders die Frontkamera könnte bei Freunden des gepflegten Video-Chats durchaus zum Einsatz kommen. Eine hohe Qualität sollte man dagegen nicht erwarten.

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Zubehör

Als Zubehör bietet Lenovo ein Bluetooth KB Cover BKC600 an. Das Cover verfügt über eine physische Tastatur sowie ein Mauspad und schützt gleichzeitig die empfindliche Glasseite des Tablets. Hier waren wir von der Verarbeitungsqualität der Tastatur schwer enttäuscht. Sie kommt zwar in einem schicken Silber, besteht jedoch nur aus billigem Plastik. Ließe sich verschmerzen, wenn der Preis stimmt. Tut er aber nicht. Die Tastatur soll für eine UVP von 99 Euro in den Handel kommen.

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Preis / Leistung

Der Preis des Lenovo Yoga Tablet ist hingegen angemessen. Die 8 Zoll Variante soll für 229 Euro erhältlich sein, die 10,1 Zoll Variante des Lenovo Yoga Tablet kostet 299 Euro. Für die Version mit Mobilfunkmodem kommen dann nochmal jeweils 50 Euro drauf.

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Fazit

Hatte Ashton Kutcher beim Produktdesign des Lenovo Yoga Tablet seine Finger im Spiel? Wenn ja, dann hat er ganze Arbeit geleistet. Denn das Lenovo Yoga Tablet ist traumhaft verarbeitetund  intelligent designt. Sehr genial ist auch der massive Standfuß, auf den jedes andere Tablet neidisch sein darf. Die Hardware ist gut genug, ohne den Anspruch zu erheben, ganz oben mitspielen zu wollen. Herausragend ist dagegen die Akkuleistung und lässt die Mitbewerber meilenweit zurück. Wir sind davon überzeugt, dass das Lenovo Yoga Tablet ein Verkaufserfolg wird. Gut gemacht, Ashton Kutcher!

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Hier geht’s zu unserem Ersteindruck vom Lenovo Yoga Tablet bei der Präsentation in Mailand.

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  1. Hallo

    ich hab das Yoga seit gestern in der 3G variante (10Zoll), und muß sagen: ich bin schwer begeistert. Es macht einfach nur Spaß, funktioniert perfekt, kurz gesagt: es ist ein Produkt, bei dem zuende gedacht wurde. Es liegt so perfekt in der Hand, wie eine umgeschlagene Zeitschrift. Der Sound über die Lautsprecher ist für ein Tablet genial, über Kopfhörer perfekt.
    Klare Kaufempfehlung

  2. Habe das tablet auch seit ein paar tagen und bin soweit auch recht zufrieden nur kapier ich nicht wie man die micro SD wieder aus dem slot bekommt….
    Mit dem Karten dummy der bei Auslieferung dabei ist habe ich bereits versucht mit diesem die Karte aus dcem slot zu bekommen aber es hat leider nicht funktioniert.

    1. Die SD-Card musst du mit dem Fingernagel reindrücken, dann kommt sie raus. Nach einem klicken, drückt eine Feder die karte raus. Hatte mich auch erst gewundert.

  3. ich habe mir das Lenovo yoga 3g gekauft und habe zwei fragen
    1 ich finde keinen mp3 Player und auch kein Radio – gibt´s beides tatsächlich nicht
    2 das gerät erkennt meine sim karte nicht (zweitkarte eines Anschlusses) sondern nur die hauptkarte – kann das sein

    1. 1. Google Play Music ist vorinstalliert, ansonsten gibt es im Play Store unzählige alternative Musikplayer – Für FM-Radio ist keine Hardware verbaut, also nein. Über Streaming übers Internet natürlich schon.
      2. Unwahrscheinlich, eher ist die SIM kaputt

      lg, couka

  4. Find das Tablet toll, leider ist die auflösung für 10 zoll zu gering um für mich in frage zu kommen, hoffe da kommt noch nen besseres

  5. Ich habe das Tablet (10 Zoll Variante mit 3G) nun seit ca. 2 Monaten und bin sehr zufrieden. Der Akku hält tatsächlich ewig. Dass das Tablet komplett aus Alu ist stimmt aber nicht ;) Tatsächlich ist nur der Standfuß aus Alu, der Rest ist silberner Kunststoff. Das wäre dank der guten Verarbeitung nicht weiter schlimm, wenn nicht durch das Aufschieben und Abziehen der Tastatur der Lack abgerieben werden würde. So kommt der darunterliegende, graue Kunststoff zum Vorschein. Tipp: Andere Bluetooth Tastatur kaufen und das Tablet in eine Schutzhülle packen.

    lg, couka

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