Test: Das Surface Pro 2

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Knapp ein halbes Jahr nach dem Erscheinen des Surface Pro kommt nun die zweite Generation von Microsofts High End Tablet. Mit dem Surface Pro 2 zeigt das Unternehmen aus Redmond, warum die Konkurrenz sich in Zukunft warm anziehen muss.

Das Surface Pro 2 ist im Handel. Das Tablet der Superlative löste seinen Vorgänger in weniger als einem Jahr ab. Warum wir in vielen Bereichen vom mobilen Endgerät begeistert waren, lest ihr hier:

Neues Innenleben

In seiner günstigsten Ausführung besitzt das Surface Pro 2 eine 64 Gigabyte SSD und vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Andere Modelle gibt es jeweils mit 128, 256 oder 512 Gigabyte und mit acht Gigabyte RAM. Angetrieben von einem Intel Core i5-4200U Haswell-Prozessor (bis 2,6 Gigahertz) und einem HD-4400-Grafikchip, kann sich das Tablet mit allen aktuellen Tablets und vielen Laptops messen. Die Display-Auflösung blieb bei 1920 x 1080 Pixel. Windows 8.1 ist vorinstalliert und ermöglicht ein wesentlich entspannteres Arbeiten, als es noch mit Windows 8 der Fall war. Und wo wir schon beim Arbeiten sind: Das Surface Pro 2 hält laut Hersteller ganze 75 Prozent länger durch. In unserem Test kamen wir auf etwa acht Stunden bei intensiver Nutzung. Vollständig aufgeladen war das Tablet stets nach etwa vier Stunden.

Die Kamera

Das Surface Pro 2 besitzt zwei 720p HD-Kameras (1.280 x 720 Pixeln). Doch sowohl die rückwärtige Kamera, als auch die Front-Kamera überzeugen nicht wirklich. Fotos und Videos weisen Bildrauschen auf. Zudem gibt es keinen digitalen Zoom und die Videoaufnahme startet, sobald von Foto- zu Videomodus gewechselt wird. All diese Faktoren sprechen für eine falsche Entscheidung Microsofts bei solch einem Premiumprodukt wie dem Surface Pro 2. Eine 8 Megapixel-Kamera, mit besserer Bildstabilisierung und Autofokus wäre mindestens zu erwarten gewesen. So muss man sich schlicht mit unscharfen Bildern zufrieden geben.

Hierbei handelt es sich um ein Beispielfoto, welches mit dem Microsoft Surface Pro 2 aufgenommen wurde.

Hierbei handelt es sich um ein Beispielfoto, welches mit dem Microsoft Surface Pro 2 aufgenommen wurde.

Immerhin besitzt die rückwärtige Kamera des Surface Pro 2 ein paar interessante Features: Bilder können durch ein einfaches Tippen auf den Bildschirm während der Videoaufnahmen geschossen werden. Zudem bietet der full-space Panorama-Modus viele Anwendungsmöglichkeiten. Damit ist es möglich einen Raum vollständig aufzunehmen. Im Anschluss kann sich der Betrachter virtuell im aufgenommenen Raum umsehen. Dazu muss er lediglich sein Tablet in die Richtung drehen in die er sehen möchte. Zwar stimmen die einzelnen Aufnahmen nicht immer überein, doch das stört in diesem Fall nicht. Alles im allem verdient die Kamera aber eher weniger die Bezeichnung “High Definition”.

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Der Surface Stift

Der Surface Stift funktioniert ausschließlich mit dem Surface Pro. Im Bundle zum Surface Pro 2 ist er gewöhnlich enthalten, ansonsten liegt er bei 29,99 Euro. Uns überzeugte der Stift ab der ersten Sekunde. Zeichenprogramme wie Fresh Paint lassen sich wesentlich genauer und vielfältiger nutzen. Gerade Grafikdesigner werden den Stift nicht mehr weglegen, sofern sie sich nicht das Panasonic Toughpad 4K leisten können.

Doch auch die regulären Office-Anwendungen beziehungsweise der für Touch eher ungeeignete Desktop-Modus lassen sich hervorragend mit dem Surface Stift bedienen. Unverständlich ist jedoch, warum Microsoft es nicht möglich gemacht hat, den Stift zum Wischen im Kachel-Modus zu nutzen. Auch mussten wir feststellen, das die Gestensteuerung des Touchscreen noch nicht so ausgereift ist wie bei Android oder Apple. Einige für uns selbstverständliche Gesten werden einfach nicht ausgeführt, da diese das Surface Pro 2 nicht kennt.

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Sound und Anschlüsse

Bei den Anschlüssen muss sich der Käufer des Surface Pro 2, wie beim Vorgänger, mit dem Nötigsten zufrieden geben – doch das reicht auch für die meisten Ansprüche. Das Surface Pro 2 besitzt einen USB 3.0 Anschluss, einen Mini-Diplayport und einen microSDXC-Steckplatz (erweiterbar bis 64 Gigabyte). Zudem bietet der Anschluss für das Netzteil gleichzeitig die Halterung für den Surface Stift. Es verfügt über Bluetooth 4.0 und zwei 2×2-MIMO-Antennen. Dank der MIMO-Technologie steht das Surface in puncto Surfen keinem vergleichbarem Tablet mehr nach.

Der Kickstand wurde in seiner Funktion maßgeblich verändert. Er bekam eine zweite Positionierungsmöglichkeit. Dank dieser wird ein Arbeiten auf dem Schoß möglich. Auch größere Menschen profitieren von der zweiten Position, wenn sie am Schreibtisch sitzen und auch zum Zeichnen ist der niedrigere Winkel von Vorteil (45 Grad).

Der Sound des Surface Pro 2 kann nur begrenzt überzeugen. Zwar handelt es sich um zwei Stereolautsprecher, welche bei Filmen einen angenehmen und ausgeglichenen Klang liefern, doch ist die maximale Lautstärke stark beschränkt. Musik als Unterhaltung beim Kochen oder im Park fällt dadurch fast flach. Der Ton ist einfach zu leise und besitzt zudem keinen nennenswerten Bass, welcher bei Filmen nicht wirklich gebraucht wird, bei Musik aber umso mehr.

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Das Type Cover 2

Das wohl wichtigste Zubehör für das Surface Pro 2 ist das Type Cover. Nachdem das Tablet hauptsächlich als Arbeitsgerät genutzt werden sollte, ist eine Tastatur unverzichtbar. Wir würden allerdings keinesfalls das Touch Cover empfehlen, sondern das Type Cover der ersten oder zweiten Generation. Dieses zeichnet sich durch eine physische Tastatur aus. Das Type Cover 2 besitzt zudem noch eine Tastaturbeleuchtung, welche das Arbeiten bei schlechten Lichtverhältnissen ermöglicht. Es liegt aktuell bei 129 Euro. Wer auf die Beleuchtung verzichten kann, ist mit dem Type Cover der ersten Generation für circa 100 Euro besser bedient. In der Funktionsweise unterscheiden sich die zwei Keyboards nicht. Das Type Cover 2 bekam lediglich die Shortkeys zur Regulierung der Bildschirmhelligkeit hinzu.

Ab 2014 wird noch das sogenannte Power Cover auf den Markt kommen. Dieses soll dann einen externen Akku für das Surface besitzen, damit auch längere stromtechnische Durststrecken überwunden werden können. Der Preis für das Power Cover ist noch unbekannt. Und auch der Type Cover Adapter wird in naher Zukunft noch erscheinen. Damit kann das Type Cover als Fernsteuerung für Präsentationen oder Ähnliches auf dem Surface genutzt werden.

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Fazit

Das Surface Pro 2 kann sich in fast allen Bereichen mit der Konkurrenz messen. Windows’ Arbeitstier ist aktuell einfach das stärkste Tablet auf dem Markt. Die Hardware und Leistung werden dem Beinamen “Pro” gerecht, ebenso wie das Gesamtpaket an Zubehör. Dank Windows 8.1 gestaltet sich nun auch die Steuerung auf dem Tablet wesentlich einfacher. Die Gestensteuerung funktioniert noch reibungsloser, als es beim Vorgänger der Fall war. Und auch der hauseigene Windows Store nimmt, wenn auch stark verspätet, langsam Form an. So werden immerhin Newsportale wie ZDF oder das Handelsblatt, aber auch endlich das soziale Netzwerk “Facebook” im Store angeboten. Doch auch jetzt wirkt das Angebot an Applikationen noch recht übersichtlich. Der Vorteil des Surface Pro 2 in dieser Hinsicht: Da es sich beim Betriebssystem um ein vollwertiges Windows 8.1 handelt, kann auch sämtliche Software auf dem Tablet installiert werden – wie bei einem richtigen Laptop.

Das Surface Pro 2 empfehlen wir jedem Menschen, der wirklich arbeiten möchte, aber auch ein Entertainment auf hohem Niveau verlangt. Beide Komponenten vereint das Surface Pro 2. Wer allerdings noch den Vorgänger zu Hause hat, darf gerne noch auf die dritte Generation der Super-Tablets warten.

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  1. irgendwie widerspricht sich der Autor des Artikels in seinem Fazit mit den beschriebenen Tests. Konkret fällt das Fazit eigentlich zu positiv aus: Der Autor bemängelt in seinen Einzelausführungen die Qualität der Kameras, die Touchgesten, die Soundausgabe – spricht dem Tablet aber im Fazit gute Qualitäten im Entertainmentbereich zu.
    Das einzige, was hier wohl stimmt, ist die Eignung als Arbeitsgerät – wobei es aufgrund der Bildschirmgrösse auch Grenzen gibt.

  2. Meine bald 10 jährige Windows Tablet PC Erfahrung zeigte mir, eine runde zügige Bedienung lässt sich nur unter Verwendung eines aktiven Digitizers, wie hier lobenswert im Pro verbauten WACOM Penable, erzielen.

    Nicht nur eine 2 Tasten Maus samt unabkömmlichen Mauszeiger unter der Spitze, kann der Stylus ersetzen.
    Mit Verstand bietet der WaCoM-Pen zusätzlich produktive Tastaturkombinationen aus einer Hand.

    Ich realisiere, insbesondere fürs digitale Collegeheft, die Stift-Gestensteuerung genial per HoverGesten. Die einem freudig zur klaren Trennung zwischen Notizerfassung und Befehle verhelfen können.

    Bei Einsatz von Alternativen Stiften wäre auch mein berührungslos praktiziertes CharyScroll möglich, um z.B. die vom Autor vermisste coole Kachel-Verschiebung per quasi Zauberstab magisch zu bewerkstelligen.

  3. Das mit der zu leisen Soundwiedergabe ist einem einstellungsfehler (werksseitig) von Windows 8(.1) anzulasten.
    Stellt man in der systemsteuerung unter “Hardware und Sound” unter “Sound->speakers->reiter:”erweiterungen” den “Lautstärkenausgleich” an (hacken setzen) so ist das Surface marktüblich laut. Bit der bassverstärkung lässt sich der bass etwas steigern, ist aber generell nicht sooooo gut. :) vielleicht hilfts ja jemandem

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