Anonymous: Zehn Jahre Haft für Stratfor-Hacker Jeremy Hammond

Der Anonymous-Hacker Jeremy Hammond muss für zehn Jahre hinter Gitter. Das entschied ein US-Bundesgericht am vergangenen Freitag in New York. Hammond hatte unter anderem die Sicherheitsfirma Stratfor gehackt, 200 Gigbyte an E-Mail- und Kontodaten gestohlen und damit mehr als 700.000 US-Dollar an gemeinnützige Organisationen "gespendet".

Hammond selbst bezeichnete seine Straftaten als einen „Akt zivilen Ungehorsams“. Die zuständige Richterin allerdings sah das anders. Seine Hackangriffe seien keineswegs mit den Taten von Martin Luther King, Nelson Mandela oder dem Pentagon-Whistleblower Daniel Ellsberg zu vergleichen. „Es steckt keine edle oder sozial verantwortungsvolle Gesinnung dahinter, ein Chaos anzurichten“, begründete sie ihre Entscheidung gegenüber der New York Times.

Hammond hatte sich bereits Mitte des Jahres zu den Vorwürfen für schuldig bekannt. Er ging damit einer Freiheitsstrafe von bis zu 30 Jahren aus dem Weg. Der britischen Tageszeitung Guardian sagte Hammond, er wolle mit dem Hacken aufhören. Hinter der Anonymous-Bewegung steht er jedoch weiterhin, rief er doch US-Berichten zufolge „Lang lebe Anonymous“ und „Hoch lebe die Anarchie“, als er das Gerichtsgebäude verließ.

Wikileaks indes kündigte an, die übrigen Stratfor-Dokumente zeitnah zu veröffentlichen. Im Zuge von Hammonds Hackangriff kamen Dokumente der Sicherheitsfirma an die Öffentlichkeit, die unter anderem Spionageakte gegen Aktivisten offenlegten. Einen Brief, in dem Journalisten auf die Brisanz und Wichtigkeit der aufgedeckten Dokumente hinwiesen, habe die Richterin laut Wikileaks „ohne Nachsicht“ behandelt.

[New York Times, Guardian, Wikileaks]

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  1. Wenn man erstmal in den Händen der Strafverfolgungsbehörden gehalten wird, ist es schwierig denen zu entrinnen, daher sollte man seine Spuren bei diesen Aktionen besser verbergen. Anonymität ist ein Segen. Die Gesellschaft mag vielleicht bereit sein aber die Politik noch nicht.

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