Quantencomputer: Wissenschaftler erhöhen Lebensdauer von Qubits auf 39 Minuten

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In den Köpfen einiger Wissenschaftler nimmt der Quantencomputer langsam aber sicher Form an. Er lässt die Gesetze der klassischen Physik hinter sich und bedient sich den Gesetzen der Quantenmechanik. Die beschreiben die Eigenschaften von Materie in einem Bereich, in dem alles eine ganze Ecke kleiner ist als ein Atom. Problem: Es muss eiskalt sein.

Beim Quantencomputer werden Daten nicht in Form von Bits übertragen, sondern in Form sogenannter Qubits. Gemäß den Gesetzen der Quantenmechanik befinden sich diese in einem Zustand, in dem sie gleichzeitig 1 und 0 sind, anstatt entweder 1 oder 0. Der theoretisch erdachte Vorteil: Ein Quantencomputer könnte womöglich in der Lage sein, extrem große Datenbanken viel schneller zu durchsuchen als herkömmliche Computer. Der praktische Nachteil: Ein Qubit existiert nur bei etwa minus 237 Grad Celsius. Bei Raumtemperatur überlebt es rund drei Minuten.

Wie das Magazin Science berichtet, ist es Wissenschaftlern nun gelungen, diese Lebensdauer drastisch zu erhöhen – und zwar auf 39 Minuten. Dazu gewannen sie die Qubits bei minus 233 Grad Celsius aus einem speziellen Material, erhöhten ihre Temperatur auf Raumtemperatur und beobachteten ihren quantenmechanischen Zustand. 39 Minuten vergingen, bevor ihre Zustände unstabil wurden. Einziges Manko: Trotz ihrer vergleichsweise langen Lebensdauer, könnten diese Qubits in einem Quantencomputer keine Daten übertragen. Das funktioniert nämlich nur, wenn die beteiligten Qubits unterschiedliche
quantenmechanische Eigenschaften aufweisen. Die im Labor entdeckten jedoch waren alle identisch.

[Science via Gizmodo.com, Wikipedia]

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