Mehr Frauen: Wikipedia sucht neue Autoren

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Online-Enzyklopädie Wikipedia steht vor einem Umbruch: Mehr Frauen als Autorinnen und weniger Eigenvermarktung stehen auf dem Plan. Über die Zukunft haben die deutschsprachigen Wikipedianer am vergangenen Wochenende auf der "WikiCon" in Karlsruhe diskutiert.

Mit einer weiteren Herausforderung darf sich die Online-Enzyklopädie Wikipedia derzeit beschäftigen. Es mangelt nicht an Nutzern, sondern an Autoren. Der Frust nimmt weiter zu, da die Qualität der Artikel abnimmt. Die eine Seite sind exzellente Artikel zu allen möglichen Themen, eine kreative Gemeinschaft und ehrenamtliches Engagement. Die Kehrseite allerdings ständiger Frust, tiefe Kränkungen und persönliche Verletzungen – ein wichtiges Thema auf der „WikiCon“ also – die positive Art von Streitkultur.

Themen, die unbedingt funktionieren sollten – durch eine derartige Verbesserung seien wieder mehr Experten zur Mitarbeit zu bewegen, da waren sich nahezu alle Teilnehmer einig. Für die vor zwölf Jahren gegründete Online-Enzyklopädie ist die Qualität der Artikel natürlich der wichtigste Beitrag. Die Zahl der aktiven Bearbeiter von Artikeln ist seit 2007 deutlich sichtbar um ein Drittel zurück gegangen. Dies trifft auch auf die Qualität der Beiträge zu – 2004 wurden noch 450 „exzellenter“ Artikel Online gebracht – in diesem Jahr waren es bisher nur sechs. Viele Autoren verbinden mit dem Schreiben eines Wikipedia-Beitrages persönlichen Stolz – das gefällt nicht jedem. „Streit ist das Treibmittel unserer redaktionellen Arbeit“ gab ein WikiCon-Teilnehmer zu Protokoll. Andere sagten wiederum, dass sie sich aus Angst vor Anfeindungen auf die Nischenthemen konzentrieren und von kritischen Themen fern hielten. Frauen stößt zudem die Textlastigkeit und Anonymität eher ab. Dagegen soll jetzt aber etwas unternommen werden. Gerade über die schriftlichen Anfeindungen zu geschriebenen Beiträgen will Silvia Stieneker vom Frauencomputerzentrum Berlin (FCZB) reden. Stieneker will jetzt unter dem Namen WikiWoman ein Netzwerk für Wikipedianerinnen aufbauen. Nur etwa neun Prozent der Aktiven sind Frauen. Etwa 6000 Menschen arbeiten derzeit an der deutschsprachigen Wikipedia-Seite. Zum harten Kern gehören etwa 1000.

Wikipedia ist zu einer wichtigen Plattform geworden. Auch Firmen und Organisationen finden sich nicht selten dort wieder. Erste Informationen über sehr viele Themen sind abrufbar. Damit das auch so bleibt, die Qualität verbessert und Autoren sich wieder an die heißen Themen wagen, rüstet Wikimedia jetzt auf. Wer sich für eine derartige Stelle interessiert, kann auf der Website von Wikimedia vorbeisehen.

[Quelle:n-tv.de]

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  1. Wozu das alles? Als Ottine Normalo kann doch jeder über dich den grössten Schwachsinn in Wikipedia setzen. Und wenn man versucht, das selbst zu ändern, richtigzustellen, darf mans nicht! Selbst erlebt. Gruss, Verena Niggemeier, Berlin

  2. „Online-Enzyklopädie Wikipedia steht vor einem Umbruch: Mehr Frauen als Autorinnen und weniger Eigenvermarktung stehen auf dem Plan.“
    Über „mehr Männer als Autorinnen“ hätte man auch eher in Köln als in Karlsruhe diskutiert.

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