Swarm: Drei ESA-Satelliten untersuchen das Erdmagnetfeld

Swarm

Der Start der vierten „Earth Explorer“ Mission der ESA ist erfolgreich über die Bühne gegangen. Für das Swarm-Projekt umrunden nun drei Satelliten die Erde, die unter anderem die Abschwächung des Erdmagnetfelds untersuchen sollen.

Im Vorfeld hatte es Bedenken gegeben, vor allem wegen der russischen Rockot, mit der die Satelliten in den Orbit befördert wurden. Die Programmierung der Trägerrakete hatte 2005 beim Start des Earth Explorer Projekts versagt, und die erste Version des CryoSat samt 70 Millionen Euro Herstellungskosten im Nordpolarmeer versenkt. Insgesamt bedeutete der Ausfall einen Verlust von 136 Millionen Euro für die ESA. Zwar lieferte Rockot seitdem keine Abstürze mehr und beförderte die anderen Earth Explorer Satelliten GOCE und SMOS sicher ins All. Angespannt war man zum Swarm-Start laut Aussagen von Mitarbeitern aus dem Kontrollzentrum trotzdem.

[Swarm Liftoff]

Der Fluch scheint nun jedoch endgültig besiegt. Am 22. November um 13:22 CET startete die Rakete und brachte eine Gesamtlast von ca. 107 Tonnen sicher ins All. Einen Tag später wurden die mit Messinstrumenten bestückten Ausleger der drei Satelliten erfolgreich ausgefahren.

Gesteuert wird die Mission vom Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt aus. Innerhalb der nächsten drei Monate sollen die Satelliten in ihre für den Einsatz vorgesehenen Umlaufbahnen gebracht werden. Dazu fliegen zwei in Paar-Formation auf Höhe des Äquators, ungefähr 150 Kilometer voneinander entfernt, während der dritte von einem höheren Orbit aus Messdaten liefert. Gemessen werden soll unter anderem, ob die in den 80ern festgestellte Abschwächung des Erdmagnetfeldes tatsächlich auf eine Umkehr der magnetischen Pole in den nächsten 4000 Jahren hinausläuft. Auch versprechen sich die Wissenschaftler von der Mission neue Erkenntnisse über den Klimawandel, sowie durch die Messungen der Erdkruste eine bessere Kartografierung von Bodenschätzen.

„Mit Swarm soll in Kürze eine Lücke unseres Wissens über das System Erde und unserer Beobachtung von Phänomenen des globalen Wandels geschlossen werden“, so Volker Liebig,  Direktor der ESA für Erdbeobachtungsprogramme. „Die Mission wird uns zu einem besseren Verständnis des Feldes verhelfen, das uns vor von der Sonne kommenden Teilchen und Strahlung schützt.“

[ESA Blog, ESA in Germany], via [Nature] / (Bild: ESA–P. Carril, 2013)

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