Qualcomm Halo – Elektroautos induktiv Laden [Videointerview]

EVS27 Qualcomm Halo

Bereits auf der CES 2013 in Las Vegas hatten wir die Gelegenheit, einen ausführlichen Blick auf Qualcomm Halo, die induktive Ladetechnik für Elektroautos zu werfen. Jetzt zeigte uns Qualcomm auf der EVS27 in Barcelona erneut ihre Vision vom kabellos ladenden Elektroauto und verrät, warum wir mindestens noch zwei Jahre warten müssen, bis Halo das erste Mal in einem Serienfahrzeug verbaut wird.

Das System von Halo ist bestechend einfach: Eine Induktionsplatte unter dem Auto erkennt ein Gefährt mit entsprechendem Empfänger darüber und lädt es. Dabei weiß Halo dank cleverer Sensorik recht zuverlässig, ob sich ein metallischer Gegenstand (der sich durch Induktion erhitzen kann) oder etwas Bewegliches ab einer definierten Größe zwischen Sender und Empfänger befindet und schaltet ab. Soweit so bekannt, schließlich berichteten wir bereits im Januar zur CES 2013 ausführlich über Qualcomm Halo.

Seit dem schraubte Qualcomm fleißig an technischen Details. So wurde die „Object Detection“ verfeinert und es gibt nur die Induktionsplatten in verschiedenen Größen. Die größten Hürden zur Markteinführung stellen laut Thomas Nindl, Director Business Development Germany und Halo Experte bei Qualcomm die verschiedenen Autoherstellern und Zulassungsbehörden dieser Welt dar. Schließlich ist es das erklärte Ziel von Qualcomm sein Halo als Ladestandard bei möglichst vielen Automobilherstellern etablieren.

Nur dann kann Qualcomms Vision in Erfüllung gehen, sein Auto bei möglichst vielen Gelegenheiten kabellos zu laden. So könnten zum Beispiel die induktiven Ladespulen auf Parkplätzen und an Ampeln verbaut werden. Technisch wäre sogar „dynamic charging“ kein Problem. Dafür wird auf eine komplette Spur mit dem induktiven Ladefeld versehen und lädt das Auto während es fährt.

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Doch eine Einigung zögert sich weiter hinaus, da die Automobilhersteller und Zulassungsbehörden unterschiedlichste Anforderungen an die Sicherheit eines solchen Systems haben. Während die einen das bisherige „Foreign Object Detection“ und „Living Object Detection“ von Qualcomm schon fast zu viel des Guten finden, malen andere abstruse Szenarien. So könnte laut eines übervorsichtigen Automobilherstellers zum Beispiel ein Betrunkener auf der Motorhaube einschlafen während sein Kopf vorne über hängt und sich damit am Rand des Magnetfeldes befindet.

Nindl zieht in dem Zusammenhang den Vergleich, dass mit den heutigen Sicherheitsanforderungen ein Verbrennungsmotor wohl niemals zugelassen worden wäre, schließlich wird der Auspuff verdammt warm und kann zu Verbrennungen führen. Und selbst wenn Halo sofort zugelassen wird brauchen neue Systeme laut Nindl mindestens zwei Jahre bis sie es in ein Serienfahrzeug schaffen.

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Trotz aller Hürden ist Qualcomm und allen zukünftigen Besitzern eines Elektroautos ein Durchbruch Halos zu wünschen. Wer hat schon Lust sein Auto täglich an die Steckdose zu hängen. Außerdem ist Qualcomm ein echter Profi im Zulieferergeschäft – ihm ist ein langer Atem zuzutrauen. Wenn jemand eine Chance hat Halo flächendecken einzuführen, dann Qualcomm!

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