Test: Cat Firefly – Der dreiste iPad Mini Klon für 150 Euro

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Was gefällt am iPad Mini ganz besonders? Richtig, der Formfaktor. Das scheint auch Cat Sound aus Berlin mitbekommen zu haben und kopiert diesen kurzerhand mit dem Firefly. Scheinbar größter Unterschied: Während das iPad Mini der ersten Generation immer noch 280 Euro kostet, wechselt das Cat Firefly bereits ab 150 Euro den Besitzer. Wir haben uns das Cat Firefly im Test ganz genau angeschaut und sind besonders auf die Gemeinsamkeiten, aber auch auf die Unterschiede zum iPad Mini der ersten Generation eingegangen.

„Oh, ein iPad Mini Klon!“, war mein erster Gedanke, als ich die wirklich schöne Verpackung (Silver- und Gold-Edition) des Cat Firefly öffnete. Denn die Front desCat Firefly gleicht der des iPad Mini fast perfekt. Einziger Unterschied: Die mittig platzierte Frontkamera des iPad Mini wandert beim Firefly leicht nach rechts und auf einen Button wurde verzichtet.

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Dreht man das Firefly um, werden die Unterschiede zum iPad Mini zwar größer, trotzdem sind immer noch jede Menge Parallelen zu entdecken. So wurde bei beiden Tablets haptisch angenehmes Metall verwendet, die Kamera befindet sich an der gleichen Stelle und die Anordnung von Logo und Schrift ist ähnlich. Im unteren Bereich der Rückseite befinden sich beim Cat Firefly zwei Aussparungen, einer für den Lautsprecher, der andere (vermutlich) für das Mikrofon. firefly1

Firefly Maße

Bei den offiziellen Angaben zu den Maßen des Firefly übt sich Cat Sound im Unterstatement. Dort steht es misst 210 x 135 x 8 Millimeter und wiegt 310 Gramm. In Wirklichkeit ist ihr Gerät jedoch einen Zentimeter kürzer, also 200 Millimeter lang. Im Vergleich: Das iPad Mini misst 200 x 134,7 x 7,2 Millimeter bei 308 Gramm, ist also tatsächlich fast identisch. firefly2

Verarbeitung

Hinsichtlich der Verarbeitung liegt das iPad Mini eine halbe Nase vor dem Firefly. Die Rückseite sitzt besser, die Lautsprecheröffnung scheint präziser ausgestanzt und die Knöpfe wurden besser integriert und bestehen aus Metall. Dabei muss fairerweise gesagt werden, dass es wohl kaum besser verarbeitete Tablets gibt als die von Apple. Und das Cat Sound Firefly ist hier verdammt nah dran.

Display

Sehr ähnlich lesen sich auch die Spezifikationen des Displays. Beide Displays nutzen IPS, beide Displays lösen mit 768 x 1024 Pixel auf und beide Displays bieten demnach eine Pixeldichte von 160 ppi. Als das iPad Mini damals das Licht der Welt erblickte, bemängelten viele diese relativ geringe Auflösung. Zu Recht! Schließlich ist das iPad Mini ein Premium-Gerät und eine Pixeldichte von 160 ppi eher Mittelmaß. Bekanntermaßen hat Apple mit dem neuen iPad Mini Retina dieses Manko beseitigt. firefly3 Beim Cat Firefly ist die Auflösung jedoch völlig in Ordnung. Denn eine höhere Auflösung zieht immer einen Rattenschwanz an notwendigerweise besserer Hardware nach sich, welches schlussendlich in einem höheren Preis mündet. Blickwinkelstabilität der beiden Geräte ist ebenfalls vergleichbar. Sie ist sowohl beim Cat Firefly als auch beim iPad Mini 1. Gen sehr gut. Leicht die Nase vorn hat das iPad Mini bei der maximalen Helligkeit. Auch auffällig: Beim Cat Firefly wurde ein Glas für den Displayschutz gewählt, welches bei jeder Fingerberührung Schlieren hinterlässt.

firefly4 Software

Wie so ziemlich jedes Android Gerät außerhalb der Nexus Reihe fühlen sich die Hersteller dazu verpflichtet, das bestehende Stock-Android anzupassen. Beim Firefly werkelt basierend auf Android 4.2.2 das Droid Android 4.2 Firefly 1.0 Schrödinger. Glücklicherweise ähnelt sie dem Stock Android sehr. Ein nettes Feature ist hinzugekommen: Das Cat Firefly unterstützt einen Multiview-Mode. Damit können bis zu vier Apps gleichzeitig geöffnet und parallel bearbeitet werden. Genauer gehe ich darauf unter dem Punkt Performance ein. Ansonsten halten sich die Android-Entwickler dankenswerterweise sehr zurück. firefly6 Ein Schnitzer war dennoch auffällig. Cat Sound verkauft das Firefly nur ohne 3G-Untzerstütung. Dennoch kann in den Menüs Tethering aktiviert werden um andere WLAN-Geräte mit Internet zu versorgen. Kann man solch irreführenden, nicht funktionierenden Optionen nicht komplett rausschmeißen? Ein wirklich großer Nachteil der Android-Anpassung durch Cat: Auch die offiziellen Android-Updates von Google müssen erst von Cat angepasst werden bevor sie ihren Weg auf das Cat Firefly finden. Und hier hat Cat leider keinen guten Ruf. Im schlimmsten Fall müssen Besitzer des Cat Firefly damit rechnen, niemals ein Update zu Gesicht zu bekommen.

Kamera

Ja. Das Cat Firefly hat zwei Kameras. Die auf der Rückseite löst mit 5 Megapixel auf, die auf der Vorderseite mit 2 Megapixel. Mehr Positives gibt es dazu nicht zu sagen. Denn die mit dem Cat Firefly geschossenen Bilder sehen mit einem deutlichen Blaustich und schwammigen Rändern nicht nur grausam aus, die unerträglich lange Auslöseverzögerung macht auch den Akt des Fotografierens zu einer Qual. Für Videotelefonie ist die Kamera geeignet. Für sehr viel mehr eher nicht.

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USB-OTG FTW!

Ok, das Cat Firefly ist bei weitem nicht das einzige Android-Gerät auf dem Markt mit USB-OTG (On The Go) Unterstützung und es werden zum Glück immer mehr. Denn diese Funktion ist richtig nützlich! Wie nützlich, davon konnten wir uns beim Cat Firefly selbst überzeugen. Denn der uns vorliegenden Version liegt ein entsprechendes Adapterkabel bei. Damit ist es möglich einen USB-Stick oder auch eine externe Festplatte anschließen und so auch große Daten zu archivieren oder Filme zu konsumieren. Aber nicht nur das. USB-OTG erkennt auch Maus und Tastatur – ganz ohne vorherige App-Installation. Mit einem USB-Hub können auch mehrere Geräte angeschlossen werden. Klar funktioniert das auch via Bluetooth, aber dank USB-OTG kann auch ältere, bereits vorhandene Hardware mit dem Cat Firefly gekoppelt werden. Ach ja, dank USB-OTG kann das Cat Firefly auch als Ladegerät für Smartphones, Tablets und so weiter genutzt werden.

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Die Performance ist gefühlt gut. Seiten bauen sich flott auf, Apps öffnen sich vergleichsweise schnell und auch das Navigieren durch Menüs erfolgt ohne größere Verzögerung. Klar kann das Cat Firefly nicht mit den Topmodellen und ihren Snapdragon 800 Prozessoren mithalten, muss es aber auch gar nicht. Dass der Rockchip RK3188 Quadcore mit seiner 1,6 GHz Taktung unterstützt von 2 GByte RAM und der GPU Mali-400 MP dennoch Power hat, zeigt der Multiview Mode.

Hier gehts zum Test des Cat Galctica X

Die vier Apps Injustice, Kamera, Chrome und Mail ließen sich tatsächlich auf diese Weise gleichzeitig auf dem Bildschirm darstellen und bedienen. Das grafisch anspruchsvolle Injustice ging dabei zwar deutlich in die Knie, war aber mit Abstrichen durchaus noch spielbar. Um auch mal eine Zahl in den Raum zu werfen: Das Cat Firefly erzielte im Antutu Benchmark 19.514 Punkte. Dieser Wert ist für ein Gerät in der Preiskategorie um die 150 Euro gut. firefly8

Akkuleistung

Leider macht Cat keine Angaben zum Akku. Nach einer kurzen Recherche im Netz zeigte sich aber, dass das Cat Firefly wohl baugleich zum Vido M1 Mini one ist. Und zu diesem eineiigen Zwilling sind alle Infos bekannt. So kann davon ausgegangen werden, dass auch im Cat Firefly ein 4.000 mAh Akku verbaut wurde. Zum Vergleich: Im iPad Mini 1. Gen hat ein Akku mit etwa 4.490 mAh Platz – schon ein deutlicher Unterschied. Leider merkt man dem Cat Firelfy auch an, dass der Akku etwas schwach ist. Genaue Messwerte kann ich leider nicht liefern, allerdings geht dem schicken iPad-Klon schon flotter der Saft aus als vielen anderen Tablets (kein Vergleich zum Akkumonster Lenovo Yoga Tablet). firefly7

Service-Pakete

Cat bietet sein Firefly in drei verschiedenen Ausführungen an, wobei das Gerät selbst komplett gleich bleibt. Das Bronze Paket  des Cat Firefly bildet die günstigste Variante des Cat Firefly, kostet 149 Euro und deckt die wichtigsten Service-Fälle ab. Für die Silver-Version werden 199 Euro fällig. Sie bietet neben zusätzlichen Service auch eine hübschere Tablet-Verpackung und jede Menge zusätzliches Zubehör wie einen USB-OTG-Adapter, ein HDMI-Kabel und ordentliche Kopfhörer von Kerni. Das komplette Service-Programm bekommt der Kunde für 249 Euro mit dem Gold Paket.

Jeder muss natürlich selbst entscheiden, welches Paket für seine Nutzung am besten passt. Ich selbst würde wohl bei einem Gerät das nur 150 Euro kostet komplett darauf verzichten.

Was welches Service-Programm bietet, findest du übersichtlich hier.

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Fazit

Das Cat Firefly ist der beste iPad Mini Klon, der mit bisher untergekommen ist. Die Verarbeitung ist Top, der Formfaktor sowieso und auch das Display ist völlig in Ordnung. Die Hardware spielt in einer höheren Liga als der Preis vermuten lässt. Abzüge erhält das Cat Firefly durch den etwas schwachen Akku und der schlechten Kamera. Wer ein wirklich günstiges Tablet mit toller Verarbeitung und Apple Look & Feel kann beim Cat Firefly bedenkenlos zuschlagen. gizrank-big-40

Gizrank: 4 von 5 Sternen

 

Hier gehts zum Test des Cat Phoenix X

Spezifikationen

Android: 4.2.2 Firefly
Prozessor: RK3188 ARM Cortex-A9, Quadcore, 1600 MHz
Grafikprozessor: Mali-400 MP
Display: 768 x 1024 (160 dpi), IPS
Rückkamera: 5 Megapixel
Frontkamera: 1,9 Megapixel
RAM: 2 GByte Interner
Speicher: 16 GByte
Anschlüsse / Slots: microSD, Klinkenstecker, HDMI, USB/OTG
Maße / Gewicht: 210 x 135 x 8 mm / 310 g

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  1. Zitat: “So kann davon ausgegangen werden, dass auch im Cat Firefly ein 4.000 mAh Akku verbaut wurde. Zum Vergleich: Im iPad Mini 1. Gen hat ein Akku mit 4. mAh Platz – schon ein deutlicher Unterschied.”

    Ich glaube da fehlt was bei der Akkuleistung des iPad Mini-Akkus. Sonst wäre auch der recht ‘mini’ ;)

  2. Wer dreist nachgemachte Produkte erwirbt, unterstützt die Herabsetzung des Wertes geistigen Eigentums. Der Käufer sollte sich nicht wundern, wenn ihm mit den Ergebnissen seiner eigenen Arbeit Ähnliches widerfährt. In diesem Zusammenhang sehe ich auch den Autor des Artikels, wenn er es unerlässt darauf hinzuweisen.
    Ich jedenfalls möchte eine Gesellschaftsordnung nicht unterstützen, in der es diese Art von Diebstahl als ‘ok’ gilt oder ignoriert wird.

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  3. Ja, das Firefly sieht gut aus und erfüllt sicher auch Ansprüche von Möchtegern-iPad-Besitzern und Blendern.

    Aber, das schreibt der Bericht ja auch: die Wahrscheinlichkeit, dass das OS mal ein Update bekommt, ist eher gering.

    Und darin sehe ich das große Problem von Android überhaupt – mein fast fünf Jahre alter iMac läuft seit dem Update auf OSX Mavericks wie frisch aus dem Laden. Und ich bin ziemlich sicher, dass man auch 2015 noch ein iOS-X auf die aktuellen iPads aufspielen kann.

    Dann ist der Preisunterschied doch wieder sehr relativ bzw. mit Android hat man mehr Elektroschrott (für den in Chinas Fabriken ebenfalls Arbeiter leiden mussten) produziert!

    1. Naja, ich halte immer die aktuellste Version vom iOS für zweitrangig. Ok, wenn die Apps “deine” Version nicht unterstützen, trifft das zu, ansonsten ist es fast egal. Die “lebensspanne” dieser Geräte liegt doch bei max 2-3 Jahren, dann ist die Hardware nicht mehr zeitgemäß. Was nützt mir iOS 7 auf dem ipad2 wenn das Ding laggt und das war der Fall, weswegen auch das Air her musste.

  4. Guter Test. Ich habe hier den Chuwi V88 welche den gleichen Inhalt hat wie der Firefly. Nur das mir das Design beim V88 besser gefällt (dezenter) und die Akkuleistung mit 5000 mah auch größer ist.

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