Mehrere Tote in Fabrik von Apple-Zulieferer

original

Mal wieder steht ein Apple Zulieferer in der Kritik seine Mitarbeiter gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen auszusetzen. Diesmal soll in einem Werk von Pegatron, in dem das Apple iPhone 5C hergestellt wird, der 15-jährige Shi Zhaokun an einer Lungenentzündung gestorben sein. Dies ist angeblich kein Einzelfall. Wie die chinesische Arbeitsschutzorganisation China Labor Watch (CLW) berichtet, starben in den letzten Monaten mindestens fünf weitere Mitarbeiter aus ähnlichen Gründen. Die Todesfälle konnten jedoch noch nicht lückenlos aufgeklärt werden.

Der verstorbene Shi zeigte übrigens laut Medienberichten bei seiner Einstellung einen gefälschten Ausweis vor der ihm ein Alter von 20 Jahren bescheinigte. Denn mit gerade einmal 15 Jahren hätte der Junge nicht in dem Werk arbeiten dürfen.
Pegatron selbst dementierte einen Zusammenhang mit den Arbeitsbedingungen in dem Apple iPhone 5C Werk in Shanghai und der Krankheit die zu Shis Tod führte. Eine Untersuchung der Arbeitsbedingungen habe zu keinem besonderen Ergebnis geführt, es seien dabei weder giftige Chemikalien noch andere Gefahrenquellen gefunden worden. Sie bestritt aber nicht, dass innerhalb der letzten Monate mehrere junge Arbeiter in dieser Fabrik starben.

Apple erklärte inzwischen ebenfalls, die Lungenentzündung Shis stehe in keinem Zusammenhang mit der Arbeit in der Fabrik oder der Herstellung von Apple-Produkten. “Im letzten Monat beauftragten wir unabhängige medizinische Experten aus den USA und China mit einer Untersuchung des Werks”, heißt es in der Erklärung. “Während sie keine Hinweise auf jegliche Verbindung zu den Arbeitsbedingungen dort fanden, ist uns bewusst, dass das nur ein geringer Trost für die Familien ist, die ihre Liebsten verloren haben.”

Pegatron-Werk in Shanghai mit einem Banner mit der Aufschrift “Unsere Firma stellt Mitarbeiter ohne Zusatzgebühr ein” (Bild: Jay Greene/CNET).

Pegatron-Werk in Shanghai mit einem Banner mit der Aufschrift “Unsere Firma stellt Mitarbeiter ohne Zusatzgebühr ein” (Bild: Jay Greene/CNET).

Nach von seiner Familie vorgelegten Arbeitsprotokollen arbeitete Shi im letzten Monat seines Lebens fast 280 Stunden, sechs Tage in der Woche und häufig zwölf Stunden täglich. In der ersten Woche waren es 79 Stunden, in der zweiten 77, in der dritten 75 – und damit regelmäßig viel länger als die in China maximal zulässigen 49 Wochenstunden. Pegatron bestritt die langen Arbeitszeiten, da möglicherweise die Pausen nicht verrechnet worden seien.

Die Arbeitsschützer von CLW hatten schon im Juli explizit auf eine Reihe von Missständen bei Apple-Zulieferer Pegatron aufmerksam gemacht. Dazu gehörten die Verletzung von Sicherheitsbestimmungen, das Vorenthalten von Ausweisen der Mitarbeiter sowie schlechte Unterbringung. Außerdem lasse Pegatron regelmäßig länger als 60 Stunden pro Woche arbeiten und verletze damit Apples Verhaltenskodex für Zulieferer.

Pegatron versuchte, die Familie von Shi Zhaokun durch eine Zahlung von rund 15.000 Dollar zu besänftigen, wie sein Onkel Yang Sen gegenüber der New York Times berichtete. Er bestand darauf, dass das Geschehen noch nicht geklärt sei. Es müsse etwas bei Pegatron falsch gelaufen sein, da sein Neffe bei einer Gesundheitsprüfung vor der Einstellung als gesund erklärt wurde.

Mit der Verpflichtung von Pegatron versucht Apple, sich weniger vom Skandalkonzern Hon Hai alias Foxconn abhängig zu machen, der zudem mit Geräten wie dem iPhone 5S bereits stark ausgelastet ist. Pegatron wurde ebenso wie Foxconn schon mehrfach für seine Arbeitsbedingungen gerügt. Im Dezember 2011 gab es eine Explosion in einem seiner Werke, bei der über 60 Arbeiter verletzt wurden. Und Anfang 2013 informierten die Arbeiterschützer von SACOM, bei den drei Apple-Zulieferern Foxlink, Pegatron und Wintek würden weiter Schüler eingesetzt – und auch sonst hätten sich die Bedingungen durch den Apple-Boom zuletzt eher verschlimmert: “Apples Produktabsatz erreicht neue Höhen, jedes Jahr erscheinen neue Modelle und Geräte. Damit ihre Arbeiter die täglichen Produktionsziele erreichen, setzen die Zulieferer unmenschliche Praktiken ein und verweigern etwa Grundbedürfnisse wie Toilettengänge, ausreichende Pausen und Zugang zu vernünftiger Nahrung.”

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

gizrank-tablets

Tags :
  1. Durch Gizmodo lernt man doch immer wieder etwas neues. War mir noch nicht bekannt, dass die bloß für Apple produzieren.

    Dieser Kommentar hat zu viele negative Stimmen erhalten hat. Klicken Sie hier, um die Nachricht zu sehen.
      1. Für mich klingt Marcos Bemerkung eher nach Kritik, dass hier nicht von „Mehrere Tote in Fabrik von Pegatron … einem Produzenten von IT-Markenartikeln“ geschrieben wird, sondern in der Überschrift nur „Apple-Zulieferer“ steht.

        Evtl. bauen die ja auch Android-Geräte, aber in der Medienwelt sterben für Android keine 15-jährigen Chinesen.

        1. Bei Marco ist es doch immer das gleiche.
          Scheiss auf Thematik und Inhalt. Einfach mal schützend vor Apple werfen…

        2. Lies dir doch einfach mal den Artikel durch, und dann schaust du dir mal an, wer da noch alles produzieren lässt, wohlgemerkt unter den gleichen Bedingungen. Aber ist schon klar, was der Autor damit bezweckt. Steht Apple in der Überschrift, schauen sich das mehr Leute an, und zwangsläufig auch die Werbung auf dieser Seite, vorausgesetzt, man nutzt keinen Ad Blocker, dann sieht man Gott sei Dank gar nichts.

  2. Apple ist bestimmt auch schuld an Altersschwäche. – Von gut unterrichteten Kreisen wurde bekannt, dass mehrere ihrer Bekannten und Freunde, die in dieser Fabrik gearbeitet haben, nach ihrer Pensionierung gestorben seien. Der unterschiedliche Zeitraum bis zum Eintritt des Todes bei den einzelnen Opfern legt den Vedacht nahe, dass es sich um eine schleichende Vergiftung mit Spätfolgen handeln könnte, die sich auf unterschiedliche Arten auswirkt. Anal-ysten zufolge wirkt sich die beängstigende Zunahme von Todesfällen unter den Pensionären noch nicht auf den Aktienkurs aus. Es bliebe aber abzuwarten was Apple gegen den Tod unternimmt. Patentstreitigkeiten seien jedenfalls nicht auszuschliessen, da auch Samsung und Siemens bereits an diesem Thema arbeiten.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising