Taschenrechner-Uhren: Die Gadgets unserer Kindheit

Time Computer Calculator 901

Sie war ein Geek-Symbol der 70er und 80er Jahre: Eine Armbanduhr mit Taschenrechner. Damals hatte jeder Geek, der das Geld hatte, eine solche Uhr. Heute sind sie im Museum.

Sting gilt nicht unbedingt als Geek-Ikone. Wenn man sich das Cover der Single ‚Wrapped Around Your Finger‘ von Police ansieht, erkennt man jedoch eine sehr spezielle Uhr an seinem Handgelenk: Er trägt eine Casio J100.

Die erste Taschenrechner-Uhr stammt von Pulsar / Hamilton Watch und wurde 1975 vorgestellt. Die Time Computer Calculator 901 besaß ein nummerisches Ziffernfeld und Funktionstasten an den Seiten. So konnten die Grundrechenarten durchgeführt werden. Das später vorgestellte Modell 902 konnte auch Prozente berechnen. Mit einem Stift wurden die Zifferntasten eingedrückt. Die ersten 100 Modelle waren aus Gold und kosteten 4000 US-Dollar. Heute kann man sie für rund 27000 US-Dollar ersteigern. Spätere Modelle waren aus Stahl und mit 50 US-Dollar deutlich günstiger. Die 901 hatte zudem eine der schönsten Platinen überhaupt.
Time Computer Calculator 901

Time Computer Calculator 901_board
Die japanischen Hersteller Casio und Seiko begannen ebenfalls, Uhrenrechner auf den Markt zu bringen. Casio brachte mit dem CA-50 eine Uhr mit 16 Knöpfen heraus. Die CFX-40 war noch krasser: Jede der 16 Knöpfe war auf drei Ebenen belegt. Sogar Bool’sche Operatoren gab es.
CasioCFX-40
Die Pulsar Y739 mit 28 Tasten auf dem Ziffernblatt konnte man mit einem Kugelschreiber bedienen. Mit 105 US-Dollar war sie damals vergleichsweise günstig.
Auch Computer- und Taschenrechnerhersteller versuchten auf diesem Markt Fuß zu fassen. HP brachte mit der HP-01 zum Beispiel eine Uhr mit rotem Leuchtdisplay auf den Markt, die 8 Ziffern zeigte. Mit 28 Tasten auf der Vorderseite sah sie trotzdem nicht überladen aus. Einige waren erhöht, damit man sie besser fand.
Pulsar Y739
HP-01
Citizen hat die vielleicht ungewöhnlichste Rechneruhr entwickelt. Mit 41 Knöpfen rund um die Lünette konnten auch Wurzeln gezogen, Sinus, Cosinus und Tangens und Logarithmen berechnet werden. Einige Tasten waren sogar mehrfach belegt. Nur wenige hundert Stück wurden gefertigt.
Citizen 9140A
Danach wurde es still um diese Uhren. Mit dem Siegeszug der Handys, die eigene Taschenrechner und Uhren besitzen, machte der Rechner am Handgelenk keinen Sinn mehr könnte man meinen. Doch auf einmal wurden Smartwatches wie die Pebble populär. Samsung baute eine Uhr, Sony sogar zwei und über Apples iWatch wird auch schon lange gemunkelt. VIelleicht wird die Taschenrechner-Uhr doch noch ihr Comeback feiern.
Pebble

[Via Medium, gizmodo.com]

gizrank-gadgets

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  1. Schöner Artikel! Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie toll ich die Dinger als Kind fand. Aber noch geiler waren natürlich die Uhren mit Radio!

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