Sound of the Earth: So klingt die Erde in 9 Kilometern Tiefe [Video]

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Im September 1990 begann ein Forscherteam im bayerischen Windischeschenbach mit der Bohrung eines Loches an einem Punkt, wo vor 300 Millionen Jahren zwei Landmassen zusammenstießen und den Superkontinent Pangaea bildeten. Das Ziel? Eines der tiefsten Löcher der Erde zu bohren und damit ein Teleskop zu ihrem Kern zu schaffen.

Das Kontinentale Tiefbohrprogramm kam etwa 9 Kilometer weit, durchquerte beim Bohren Temperaturen von 275 Grad Celsius, bevor es aus Budget- und Zeitgründen beendet wurde. Andere Bohrungen – wie die Kola-Bohrung auf der gleichnamigen russischen Halbinsel – kamen zwar tiefer, das KTB-Bohrloch ist aber mit 9.101 Metern das heute tiefste zugängliche Bohrloch der Welt.

Für Geologen und andere Wissenschaftler sind KTB und Kola absolute Höhepunkte der Forschung, schließlich bieten sie einen Blick in die inneren Vorgänge des Planeten wie seismischen Druck und die Erdkruste. Für den Rest der Welt sind sie einfach Orte der Faszination und Legendenbildung.

Die Künstlerin Lotte Geeven hat sich letztes Jahr zum Bohrloch in Windischeschenbach aufgemacht und gemeinsam mit Geologen des Potsdamer GeoForschungsZentrums die Geräuschkulisse aus den Tiefen eingefangen. Töne wie bei der Höllenbohrung von Kola, bei der sich das Gerücht verbreitete, man könne aus dem Bohrloch die Schreie tausender Menschen hören, vernahm man zwar nicht, dafür aber ein faszinierendes Gemisch aus Echos und Knirschen. [The Sound of the Earth, Lotte Geeven, Earthcrust, ICDP]

The sound of the earth from Lotte Geeven on Vimeo.

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