Wie ein Schwarm Satelliten für ein Echtzeit-Google Earth sorgen soll

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Wenn Google Earth einen Nachteil hat, dann der, dass die Daten eigentlich schon veraltet sind, sobald sie online gehen. Darum wollen ein paar junge amerikanische Unternehmen Satellitenschwärme ins All schicken, die uns hier unten mit (Fast-)Echtzeitaufnahmen versorgen.

Die zwei Unternehmen haben die gleiche Vision: Schickt man genügend Satelliten in den Orbit, kann man einzelne Stellen des Planeten mehrmals täglich fotografieren. Der Gedanke hat dabei die Konzeptphase schon überschritten. Planet Labs haben gestern 28 Satelliten gestartet. Die Doves sind etwa so groß wie ein Toaster, wiegen knapp fünf Kilogramm und sammeln Daten mit einer Auflösung von etwa drei bis fünf Metern.

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In Palo Alto baut unterdessen Skybox Imaging 24 größere Satelliten, die je etwa 100 Kilogramm wiegen und Bilder mit einer Auflösung von etwa einem Meter schießen können. Diese sollen im November starten. Sind die Satelliten erstmal im All und einsatzbereit, wollen Planet Labs und Skybox Imaging ihre Bilder an andere Unternehmen verkaufen. Ihre Aufnahmen können dabei zur Untersuchung des Verkehrs, von Industrieanlagen oder landwirtschaftlicher Flächen genutzt werden.

Nature betont aber auch Möglichkeiten für die Wissenschaft wie die Beobachtung von Tierwanderungen oder Vulkanausbrüchen. Aufnahmen von Gebieten, die von Naturkatastrophen heimgesucht wurden, könnten uns neue Erkenntnisse über deren Verlauf liefern und so die Entwicklung neuer Schutzmaßnahmen motivieren. [Nature]

Bilder: Skybox Imaging und Planet Labs

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  1. Die Idee ist grundsätzlich gar nicht schlecht, es gibt viele Anwendungsfälle wo es wirklich nützlich sein könnte.
    ABER man beachtet hierbei keinerlei Privatsphäre + Spionage. Was hält das Militär oder andere Leute davon ab damit z.b Geheime Anlagen auszuspionieren? Und ähnliche Dinge? Ist ja nicht so als gäbe ne Art Zensur der Bilder bevor sie veröffentlicht werden so das spionage nich mehr möglich ist.

      1. Ich meinte nicht das des Militär damit andere ausspioniert, sondern das man damit Militär ausspionieren kann.. gibt genug Militärbasen und Anlagen die geheim gelten und damit ohne Probleme ausspioniert werden könnten.
        Es gibt nicht umsonst ne Flugverbotszone um Area51 + werden die Satelitenbilder in Google Earth+Maps zensiert ..
        Hat alles seine Gründe ;)!

    1. Ham wir schon in Zukunft genug Erz und Metall vorkommen zum Recycln – müssen wir nicht mal auf fremde Asteoriten landen für, einfach von der Erdumlaufbahn einsammeln ;)! *ironie off*

  2. Man beachte den Mitteltei mit HILFSMITTEL: (einen Satelitten kann man durchaus als Hilfsmittel bezeichnen)
    .
    Im Hinblick auf Rechte des Architekten und die Außenansicht eines Bauwerkes hat der Gesetzgeber in § 59 UrhG entschieden, dass Außenaufnahmen und deren Verwertung ohne Zustimmung des Urhebers (=Architekten) zulässig ist. Voraussetzung ist jedoch, dass die Aufnahme nicht von einem Privatgrundstück, sondern von öffentlicher Straße (Straße ist der öffentlich gewidmete Verkehrsraum inkl. Fahrbahn, Gehweg und Radweg) ohne Hilfsmittel (z.B. Leiter, Hubschrauber) aus aufgenommen wurde. Auch darf kein anderer Aufnahmestandpunkt als ein allgemein zugänglicher gewählt werden, also nur von der Straße aus fotografiert werden und nicht etwa von einem gegenüberliegenden Haus. Dann bedarf es auch keiner Zustimmung des Gebäude-Eigentümers, da dessen Grundstück ja nicht betreten wird und damit keine Verletzung des Eigentumsrechts und des daraus abgeleiteten Hausrechts erfolgt.

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