Die erste funktionierende Zelle aus Plastik

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Seit langem versuchen Wissenschaftler künstliches Leben zu erschaffen, darunter Bestandteile, von Zellwänden bis hin zu unserem Erbgut, der DNA. Jetzt hat ein Team von Chemikern es geschafft, eine voll funktionsfähige Zelle aus Polymeren zu erschaffen.

Dies ist die erste komplett aus Plastik geschaffene eukaryotische Zelle, also eine Zelle mit Zellkern, Zellorganellen (sogenannte „Maschinen) und einer Zellwand. Eine eukaryotische Zelle ist der Grundbaustein eines jeden Organismus und die Zellorganellen erlauben der Zelle Energie zu produzieren und verschiedenen Formen und Funktionen anzunehmen.

Mit einem Tropfen Wasser fing alles an. Wissenschaftler der „Radboud Universität Nijmegen“ in den Niederlanden fügten in diesen Tropfen kleinste mit Enzymen beladenen Styropor-Kügelchen ein, welche die Rolle der Zellorganellen und des Zellkerns übernehmen. Das ganze wurde dann mit Butadien-Natrium-Polymerisat, einem der wichtigsten Kunststoffe der heutigen Zeit, umhüllt. Das Resultat besteht aus kleinsten abgeschotteten Kompartimenten im Inneren und ähnelt einer richtigen Zelle. Komplexe chemische Reaktionen können in dort ablaufen. Zum Beweis der Funktionalität konnten Zellen durch die ablaufenden chemischen Prozesse im Dunkeln zum leuchten gebracht werden. Gleichartiges wurde schon mit Lipiden (Fetten) erreicht, aber die Polymer-Zellen sind eindeutig robuster und belastbarer.

Dies stellt eine große Errungenschaft für die Synthetische Biologie und Chemie dar. Zellen sind enorm effiziente chemische Produktionsstätten. Nun wurde Hoffnung geweckt, kleinste Techniken zu entwickeln, welche vielerlei Prozesse, wie beispielsweise künstliche Photosynthese oder Biokraftstoff-Produktion vollbringen können. Nicht schlecht für so ein kleines Plastikteilchen.

[Quelle:gizmodo.com]

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  1. Etwas hoch gegriffen. Wenn man Teile zusammenfügt und diese Einheit dann koordiniert funktioniert hat man noch kein Leben geschaffen. Bei einem Verbrennungsmotor (Stoffwechsel von Benzin :-) ist das offensichtlich. Selbst wenn man den auf Zellgröße schrumpfen würde wäre er noch nicht belebt. Ein mechanischer dem menschlichen Körper ähnlicher Roboter ist kein Mensch, ein aus Plastikteilen zusammengeklebteter Zellkörper ist auch keine Zelle. Das wesentliche Element fehlt bei beiden. Das was Dinge aus Materie belebt und sich nach dem Tod wieder von der Materie trennt. So toll Mechanik im Kleinsten auch ist, es ist und bleibt Mechanik. So wie ein Haufen Metallteile vom Computer gesteuert täuschend echt einen Menschen darstellen können, wir sollten uns davor hüten, diese Gebilde mit kompletten Menschen gleichzusetzen. Gilt auch für kleinste Plastikteile :-)

  2. Wenn man Körper aus künstlichen Zellen erschaffen kann welche das selbe könnten wie bisherige Körper warum sollten die dann nicht leben? Spätestens dann ist die Unterscheidung von natürlich und künstlich und von lebendiger und toter Materie sinnlos. Im Prinzip ist entweder alles Natürlich oder Künstlich je nachdem an was man glaubt.

    1. Das Leben nutzt mechanische Körper. Das macht den Körper nicht zum Wesen.
      Hast Du schon mal gesehen, wenn ein Tier oder ein Mensch gestorben ist?
      Dann kannst Du beobachten wie etwas Lebendiges zu einem Klumpen Fleisch wird.
      Das die Materie belebende Wesen geht weg. Wie ein Fahrer, der aus dem Auto steigt.

      1. Keines deiner Beispiele ist irgendwie in irgendeiner Hinsicht ein Beweis. Es ist schlicht eine Beobachtung was geschieht wenn Muskeln erschlaffen. Achja und vielen Dank das du mich nochmals an den Kerl erinnert hast dessen Hand ich gehalten hab als er starb nachdem er aus dem Fenster gesprungen war.

        1. Subtrahiere Dein Alter von 74,5, dann hast Du die durchschnittliche Wartezeit in Jahren, die Du auf den Beweis noch warten musst … ;-)
          Aber auch ohne sofortigen Beweis hat die Diskussion Spaß gemacht.

        2. Sein und Haben? Also weder bin nur meinen Körper noch besitze ich ihn vollständig. Einzig steuern kann ich ihn erfreulich umfänglich, nunja zumindest die meiste Zeit. =) Das jedoch wäre bei einem konstruierten Wesen (wenn es nur komplex genug ist) aufgrund allgemeiner Prinzipien sicherlich kaum anders. Aber wie ich schon schrieb es kommt schlicht darauf an woran man glaubt, denn wenn man über Natur / Leben und Künstlich / Nichtleben debatiert kann man bei verschiedenen Ansichten paradoxerweise nur einander erklären nicht jedoch einig zusammenfinden. Wissen kann man es ja numal eben auch nicht im wissenschaftlichen Sinne. Im Prinzip ist es aber nur Wortspielerei und ein sinnloser Drang über alles eine Definitionshoheit haben zu müssen. Darin möchte ich mich nicht verirren.

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