Truvolo: Überwachung jugendlicher Autofahrer durch Zusatzgerät

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Wir waren alle einmal jung und haben probiert, was unsere Autos hergeben, auch wenn unsere Eltern uns warnten, nicht zu schnell zu fahren. Überprüfen konnten sie es nicht. Doch die Zeiten ändern sich nun.

Truvolo ist ein Tracker für Autos, der das Fahren sicherer machen soll. Das Gerät wird mit dem Bordcomputer des Autos über eine Standardschnittstelle verbunden und zeichnet nicht nur die Geschwindigkeit auf sondern meldet auch gleich noch das überschreiten von selbst festgelegten Grenzen an die Eltern der Jugendlichen. Außerdem wird auch mitgeteilt, wenn das Auto sein Ziel erreicht hat und Leistungsdaten des Fahrzeugs werden ebenfalls weitergegeben

Aber wie sicher ist so ein System? Was passiert, wenn ein Hacker sich dessen bemächtigt? Wollen die Kinder überwacht werden?
Truvulo hat diese Fragen natürlich sich selbst auch gestellt. Gegenüber Strafverfolgungsbehören werden sie die Daten herausrücken, schreiben sie auf ihrer Indiegogo-Website, über die Geld für die Entwicklung gesammelt wird. Ob die Jugendlichen Fahrer aber auch so begeistert von der Idee sind? Helikoptereltern sage ich da nur.

[Via gizmodo.com]

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  1. der begriff „helikoptereltern“ wird inflationär verwendet. sobald in irgendeiner form eine überwachung auftritt wird von überwachungswahn gesprochen.
    ja, es gibt eltern die ihren kinder aufhelfen, sobald sie hinfallen. so lernen die kinder aber nie das aufstehen.
    wenn aber ein 18,00 jahre alter jugendlicher ein auto bekommt und die eltern wissen, das es früher oder später damit einen unfall bauen wird, dann muss man kompromisse eingehen. auf beiden seiten.

    wenn man kindern einen neuen lebensraum eröffnen möchte und dieser ist nicht ganz ungefährlich, dann will man als elternteil zumindest begleitend dabei sein!
    es gibt heute noch viele eltern, die ihre kinder kaum aus dem haus lassen bis sie 18 sind. von einem tag auf den nächsten dürfen die nun plötzlich „erwachsenen“ machen was sie wollen. ich kenn einige denen das gut behütete nicht gut bekam.
    ich kenn auch viele, die machen durfen was sie wollen. vielen ist auch das nicht gut bekommen.

    viele von denen die „helikopter“ sagen, leben in einer welt wie vor 30 jahren, ohne zu realisieren, das es viel mehr möglichkeiten und probleme gibt (zB haben autos heutzutage mehr PS als damals, gleichzeitig sind sie billiger geworden).

    1. Als ich 18 war, hatte ich ein Auto, welches nach heutigen Maßstäben komplett unsicher war (keine Airbags, ABS, Kopfstützen, Halogenlicht). Die Hauptsorge meiner Mutter war, dass ich besoffen Auto fahren könnte, weil das damals in meiner Altersgruppe ein Problem war. Also ist sie immer nachts wach geblieben, bis ich mit dem Auto zurück kam. Ich habe ihr gesagt, sie solle sich keine Sorgen machen, ich würde nichts trinken. Und dann bin ich einfach mehrere Nächte erst um drei nach hause gekommen – bis sie es eingesehen hat.

      Auch ein Tracker kann nicht verhindern, dass ein Kind einen Unfall hat. Als ich einen hatte, da fuhr der Fahrer exakt 70, so viel wie an der Ecke erlaubt war – drei Monate Krankenhaus.

      1. ich will dir garncht widersprechen. das tracking meines erwachsenen kindes finde ich auch übertrieben. ich hatte auch nur kritisiert, das das wort „helikopter“ schon als schimpfwort verwendet wird.

        und meine kleine tochter geht nirgendwohin ohne es mir zu sagen oder das ich sie mit ihrem telefon tracke.

        sonst darf sie halt nirgendwo hin.

  2. Ich finde dieses Gadget furchtbar!
    Da kann man seinem Kind gleich einen GPS Tracker als Fußfessel anlegen und jeden Schritt überwachen. Es bekommt keinen gut, wenn er sich permanent überwacht fühlt. Kinder sollen und müssen sich frei bewegen und frei entfalten können. Dass man nicht jeden Rat seiner Eltern zu 100% befolgt ist das eine. Es ist ein Schritt in Richtung permanenter Überwachung. Nicht nur die Kinder können / werden damit überwacht. So lange das Gerät verbaut ist können alle gesamelten Daten aller Fahrer verwendet werden, um im Zweifel die 52 km/h statt erlaubten 50 km/h in einem Schadensfall zur Schuldklärung heranzuziehen.

    Aber vor allem Kinder brauchen ihren Freiraum. In meiner Kindheit (inklusive Gurten, manchmal ABS und manchmal Airbags…) gab es keinen schlimmen Autounfall, der mit einem solchen Gerät verhindert werden könnte, weder von mir persönlich, noch innerhalb meines Freundeskreises oder des Freundeskreises meiner Eltern. Der „Nutzen“ dieses Geräts beschränkt sich allein darauf, dass Eltern etwas weniger Angst um ihre teuren Autos haben und nicht genügend Vertrauen zu ihren Kindern aufgebaut haben, dass die Kinder die Autos eben NICHT zerstören. Wer seinen Kindern Vernunft beim fahren beibringen will sollte das mit Programmen wie „begleitetes Fahren mit 17“ machen und auch später noch öfters mit den Kindern mitfahren. Wird nicht gewünschtes Fahrverhalten dabei beobachtet kann man mit dieser Begründung eben verweigern, dass die Kinder das Auto kriegen.

    Der Schritt zur Totalüberwachung ist ein sehr bequemer weg, bei dem sich die meisten wohl nicht über die Folgen und die Bedeutung im klaren sind.

    Wer hat denn jeden Rat seiner Eltern befolgt? Wer ist nicht mal zu schnell gefahren oder hat mit dem Auto der Eltern noch einen Umweg zu den Freunden oder zu McDonalds gemacht? Wenn dieses Gadget schon notwendig ist, warum nicht gleich Webcams im Kinderzimmer und Mikrofone an der Kleidung? Oder wirklich die Fußfessel…

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