Warum Chinas Internetströme plötzlich über dieses Haus in Wyoming liefen

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Am Mittwoch wurden viele der 500 Millionen chinesischen Internetnutzer über einige Webadressen geleitet, die in diesem unauffälligen Haus in Cheyenne im amerikanischen Bundesstaat Wyoming registriert sind. Die New York Times macht dafür das chinesische System der Internetzensur verantwortlich. Aber warum kam der Traffic ausgerechnet hier vorbei?

Chinesische Internetzensoren haben offenbar versucht, Internetseiten von Sophidea Incorporated zu blockieren, einem Rerouting-Service, der die staatlichen Firewalls umgehen soll. Aber anstatt diese Seiten zu blocken, haben sie die Zensoren scheinbar versehentlich mit massenhaft Traffic überzogen, so dass die meisten chinesischen Nutzer plötzlich keine Adressen mit den TLDs .com, .org und .net aufrufen konnten. Und Sophidea, so hat sich gezeigt, hat sein Hauptquartier in Cheyenne, in diesem winzigen Häuschen.

Aber nicht nur Sophidea hat hier seinen Sitz. Auch wenn wenn es wie ein normales Vororthäuschen aussieht, residieren – zumindest auf dem Papier – 2.000 Firmen in der Thomes Avenue 2710 in Cheyenne, Wyoming. Die meisten von ihnen sind eher dubioser Natur. 2011 machte Reuters unter den ‘Bewohnern’ eine Strohfirma aus, die von einem inhaftierten früheren ukrainischen Premierminister kontrolliert wird, außerdem eine Firma, der verboten wurde, sich auf öffentliche Ausschreibungen zu bewerben, nachdem sie dem Pentagon gefälschte LKW-Ausrüstung verkauft hatte.

Sophidea Incorporated selbst gibt kaum Informationen über sich preis, auch der New York Times gelang es nicht, mehr über das Unternehmen herauszufinden, über dessen Adresse mit einem Mal Millionen chinesischer Internetanfragen liefen.

[The New York Times via gizmodo.com]

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