Facebook ist in drei Jahren so gut wie tot

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Das zumindest behaupten Wissenschaftler der US-Universität Princeton. Sie haben Ergebnisse der Epidemieforschung auf Facebook angewandt und mit Erkenntnissen aus Google Trends kombiniert. Sie kommen zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass Facebook in drei Jahren 80 Prozent seiner Nutzer verloren hat.

Die Studie (PDF) kommt aber nicht etwa aus der medizinischen Fakultät der traditionsreichen US-Bildungseinrichtung: Die Autoren John Cannarella und Joshua Spechler studieren Luft- und Raumfahrttechnik. Ihre im Vorfeld von Facebooks zehntem Geburtstag am 4. Februar publizierte Arbeit hat bisher noch keine Note, aber internationale Aufmerksamkeit erhalten.

Lässt sich Epidemieforschung überhaupt auf Internetfirmen anwenden? Die Autoren glauben ja: Bei anderen Sozialen Netzen habe ihre Methode realistische Ergebnisse gebracht, insbesondere bei Myspace, das nach seiner größten Popularität 2007 rasch an Bedeutung verlor. Jeder, der einem Sozialen Netzwerk beitrete, gehe davon aus, unbegrenzt zu bleiben, “aber letztlich verlieren die Menschen das Interesse, weil Gleichgesinnte ebenfalls das Interesse verlieren.”

Zuletzt hatte es bei Aktionären Sorge gegeben, ob Facebook unter Jugendlichen ausreichend Anziehungskraft besitzt. Diese Zielgruppe wendet sich zunehmend Instant Messaging über WhatsApp und Snapchat zu, um in Verbindung zu bleiben. Facebook wird von ihnen angeblich als Medium für ältere Menschen gesehen.

Problematisch an der Methodik der US-Studenten ist aber, dass sie Daten von Google Trends (also Suchmaschinenzugriffe) zugrunde legen: Das Argument, dass Facebook in Suchmaschinen weniger gesucht wird als früher, trägt nicht weit. Denn heute nutzen schließlich 870 Millionen Menschen weltweit ein Mobiltelefon, um auf Facebook zuzugreifen. Selbst wenn sie Facebook erstmals besuchen, verwenden sie typischerweise eine vorinstallierte App, statt bei Google oder Bing danach zu suchen.

Facebook verzeichnet aktuell mehr als 1,2 Milliarden Nutzer weltweit. Sein Börsenwert übersteigt seit Sommer 2013 100 Milliarden Dollar. Bei Bing ist es das meistgesuchte Soziale Netz, und aktuell plant es offenbar, sein Angebot durch Nachrichten und Videowerbung zu erweitern.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de; PiXXart / Shutterstock.com]

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  1. Kann ich mir durchaus vorstellen. Facebook wird auf eine vernünftige Größe schrumpfen. Ist auch fad andauernd Müll zu generieren. Jedoch wird danach sicherlich ein neues „Netzwerk“ entstehen. Eventuell Bodyroom.

  2. Das Myspace StudiVZ usw. untergegangen sind lag ja eindeutig an Facebook wozu 2-3 oder mehr Profile betreiben wenn man alle bei Facebook trifft.
    Ich hab schon lang die Lust an Facebook verloren. Was ein Bekannter heute Abend gegessen hat muss ich nicht wissen und interessiert mich auch nicht.
    Facebook hinterlässt bei mir immer einen faden Beigeschmack Like dies und du darst das. Like unsere Page und du nimmst an einem Gewinnspiel teil usw.
    Ich hab keine Lust das eine Firma alles über einen weiss und die Daten auch noch an andere verkauft.

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